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Lokales Nazis wollen am 15. Februar in Dresden aufmarschieren
Dresden Lokales Nazis wollen am 15. Februar in Dresden aufmarschieren
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12:19 09.02.2019
Krude Inszenierung: Anlässlich des Gedenkens rund um den 13. Februar sind Nazis immer wieder durch die Dresdner Innenstadt marschiert – so auch vor fünf Jahren. Quelle: Archiv/dpa
Dresden

Die Dresdner Innenstadt droht am 15. Februar einmal mehr zur Bühne für rechtsextreme Hetze zu werden. Nachdem eine Gruppe um den Prohliser NPD-Stadtbezirksbeirat Maik Müller bereits in den vergangenen Tagen angekündigt hatte, auch dieses Jahr wieder rund um das Gedenken am 13. Februar in jedem Fall aufmarschieren zu wollen, steht nun auch fest, wo: Die Rechtsextremen wollen sich eigenen Angaben zufolge am Abend an der Lingnerallee direkt gegenüber des Rathauses treffen und von dort gemeinsam durch die Stadt ziehen.

Bereits in den vergangenen Jahren hatten Rechtsextreme das Gedenken immer wieder missbraucht, um mit dumpfen Parolen durch Dresden zu marschieren. Das Geschehen hatte sich allerdings stets auf den Südosten der Stadt konzentriert. Nun beanspruchen die Nazis erstmals wieder die symbolträchtige Innenstadt. Laut der Anmeldung bei der Dresdner Versammlungsbehörde rechnen die Rechtsextremen mit bis zu 500 Teilnehmern.

Gegner rufen zu Protesten auf

In jedem Fall werden die Nazis im Zentrum auf Widerstand treffen. Gegner rufen zu Protesten auf, wollen mit einer Demonstration mit bis zu 1000 Teilnehmern dagegenhalten. Im Internet mobilisieren Bündnisse wie Dresden Nazifrei bereits unter dem Motto „Kein Zurück für Nazis“. Pikant: Am kommenden Freitag will in Dresden auch der Stadtrat tagen. Der Ratssaal befindet sich direkt gegenüber vom Treffpunkt der Rechtsextremen.

Ärger im Dresdner Zentrum droht allerdings schon am Mittwoch – direkt am 13. Februar. Die rechte Splittergruppe Wellenlänge ruft über die Sozialen Medien nun doch zu einem „Stillen Gedenken“ auf dem Altmarkt auf – versehen mit dem Zusatz „Frauenkirche“. Die Aktion ist bei der Stadt offenbar durch eine Privatperson angezeigt. Das in der Liste der Versammlungsbehörde vermerkte Motto lässt zumindest auf die Wellenlänge-Veranstaltung schließen. Als erwartete Teilnehmerzahl sind mehrere Tausend Menschen angegeben worden.

Gedenken am Gotteshaus

Im vergangenen Jahr hatte die Gruppe Wellenlänge für erheblichen Ärger gesorgt, weil die Initiatoren einen Teil des Neumarkts be­anspruchten – wo seinerzeit zeitgleich die Fördergesellschaft der Frauenkirche ihr Gedenken veranstaltete. Diese plant auch dieses Jahr wieder das Gedenken am Gotteshaus. Der Zusatz „Frauenkirche“ in der Wellenlänge-Mobilisierung lässt sich vor diesem Hintergrund durchaus als Provokation deuten.

Von Sebastian Kositz

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