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Lokales Naturschutzbund fordert Aus für Dresdner Hafencity
Dresden Lokales Naturschutzbund fordert Aus für Dresdner Hafencity
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18:34 09.09.2015
So könnte die Hafencity einmal aussehen. Quelle: Archiv
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„Das betroffene Gebiet grenzt an europäische Schutzgebiete, es liegt im Überschwemmungsgebiet Elbe und teilweise in einem Vorranggebiet für Natur und Landschaft“, sagt NABU-Sprecher Joachim Schruth. Statt neue Häuser zu errichten, sei es sinnvoller Gebäude zurückzubauen und Überschwemmungsflächen zu schaffen, so Schruth.

Die verbreitete Meinung, dass der Hochwasserschutz gewährleistet sei, indem in den Gebäuden die Tiefgaragen geflutet werden könnten, verwundert den Verband, vor allem weil in anderen hochwassergefährdeten Regionen Deutschlands mittlerweile andere Schlüsse aus der Gefahrenlage gezogen werden.

So diskutiere man beispielsweise in Köln aktuell über die Schaffung zusätzlicher Überflutungsflächen (Köln-Worringen) mit einer Fläche von über 600 Hektar und in Mainz, das in den vergangenen 25 Jahren vom Hochwasser verschont blieb, kämen mobile Schutzwände zum Einsatz, teilte der Sprecher mit.

Verständnis für die Bedenken des Naturschutzbundes hat der Vorsitzende der Dresdner Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Thomas Löser: „Obwohl wir grundsätzlich dafür sind, dass das bestehende Brachland entwickelt wird, können wir die bisherigen Pläne von USD für die Hafencity nicht unterstützen.“ Die Versiegelung der Flächen würde sich durch die Bebauung von derzeit 50 auf 70 Prozent erhöhen würde. Das sei nicht akzeptabel.

„Gleichzeitig entstünde durch die Lösung mit den Tiefgaragen eine Art Barrierewirkung für das Wasser. Das ist deshalb problematisch, weil das Wasser durch den verbesserten Hochwasserschutz in der Innenstadt in Zukunft noch stärker auf Pieschen drücken wird“, so Löser. Er könne sich daher nur Bauten wie zum Beispiel in Holland vorstellen, die auf Stelzen stehen und somit so wenig Boden wie möglich versiegeln, betont der Fraktionsvorsitzende.

Keine Probleme sieht in dieser Frage CDU-Fraktionschef Georg Böhme-Korn. „Wenn man das gesamte Einzugsgebiet betrachtet, fällt die versiegelte Fläche der Hafencity nicht ins Gewicht.“ Zudem müsse man berücksichtigen, dass unter anderem in Tschechien mit Talsperren und Hochwasserrückhaltebecken bereits eine Menge getan worden sei, um die Hochwassergefahr insgesamt zu verringern.

Nicht infrage kommt es für Böhme-Korn, das Projekt der Hafencity zugunsten von Überflutungsflächen sterben zu lassen. „Es handelt sich bei dem Gebiet um ein städtebauliches Filetstück, das angemessen bebaut werden muss“, denkt der CDU-Politiker.

Stephan Hönigschmid

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