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Lokales Natur- und Umweltschule in Dresden kritisiert im Rechtsstreit mit dem Land den Gutachter
Dresden Lokales Natur- und Umweltschule in Dresden kritisiert im Rechtsstreit mit dem Land den Gutachter
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08:50 11.04.2018
Im Rechtsstreit mit dem Freistaat übt die Dresdner Natur und Umweltschule (NUS) jetzt deutliche Kritik an einem Gutachter. Quelle: dpa-Zentralbild
Dresden

Im Rechtsstreit mit dem Freistaat übt die Dresdner Natur und Umweltschule (NUS) jetzt deutliche Kritik an einem Gutachter. Der Bildungswissenschaftler verfolge in seiner Untersuchung „nur eine Lehrmeinung“, sagte Schulleiterin Julia Pörschke, am Dienstag gegenüber DNN.

Die NUS ringt vertreten durch den Träger Verbund Sozialpädagogischer Projekte mit dem Landesamt für Schule und Bildung (Lasub, früher Bildungsagentur) seit Jahren um die Anerkennung des Besonderen Pädagogischen Interesses der Schule. Dieses Verfahren wird seit drei Jahren auf gerichtlicher Ebene ausgetragen.

Das Gutachten, das vom Gericht mit dem Beweisbeschluss vom 6. September in Auftrag gegeben wurde, sei der Schule am 17. Januar 2018 zugegangen. „Leider erfüllt das Gutachten aus unserer Perspektive nicht die Anforderungen des Gerichts.“ So vertrete der Gutachter nur eine von mehreren erforschten Lehrmeinungen. Dies spiegele nicht, wie im Beweisbeschluss des Gerichtes gefordert, die gesamte Bandbreite pädagogischer Lehrmeinung im Grundschulbereich wider. Der Gutachter stelle im vorliegenden Gutachten seine kritische Haltung zu Reformpädagogik und offenen Unterrichtsmethoden, welche Schülern ein hohes Maß an selbstorganisiertem Lernen ermögliche, deutlich dar. „Der Gutachter hat die Kriterien angelegt, die für öffentliche Schulen angelegt“, erklärte Pörschke. Im Qualitätsanspruch seien die freien Schulen natürlich gleich, aber bei der Umsetzung stehe den freien Schulen ein größerer Spielraum für alternative Konzepte zur Verfügung.

Schule bekräftigt Interesse an außergerichtlicher Einigung

So berücksichtige der Gutachter weder die in den Publikationen des sächsischen Bildungsinstituts (gehört inzwischen zum Lasub) zugrunde gelegten Lehr- und Lernansätze, noch die im neuen Schulgesetz, in Landtagsbeschlüssen und in den Schulentwicklungsbemühungen der sächsischen Kultusverwaltung verankerten Ansätze – wie beispielsweise jahrgangsübergreifender Unterricht, Binnendifferenzierung oder rhythmisierte Ganztagsangebote, womit das Lernen über den ganzen Tag verteilt wird.

„Als Prozessbeteiligte beziehen wir im Rahmen des Verfahrens zum Gutachten Stellung und prüfen derzeit unser weiteres Vorgehen“, kündigte Pörschke an. Denkbar sei beispielsweise die Beantragung eines neuen Gutachters. Die Schulleiterin bekräftigte ihr Gesprächsangebot an das Land. „Wir sind weiterhin an einer außergerichtlichen Einigung interessiert“, sagte sie den DNN.

Die NUS steht derzeit im Kampf um ihre Existenz. Vom Freistaat wird die Einrichtung derzeit lediglich geduldet, aber nicht wie sonst üblich bei freien Schulen mitfinanziert. Sie muss das Geld derzeit über den Träger, die Eltern, Stiftungen und Sponsoren aufbringen. Im sächsischen Landtag bearbeitet der Petitionsausschuss derzeit eine Initiative mit rund 10 000 Unterstützer-Unterschriften zum Erhalt der Schule.

Von Ingolf Pleil

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