Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Nadelbäume im Castingfieber - Dresden sucht wieder einen Star für den Striezelmarkt
Dresden Lokales Nadelbäume im Castingfieber - Dresden sucht wieder einen Star für den Striezelmarkt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:38 09.09.2015
"Schöne Form, aber furchtbar stachelig", urteilt Jana Weisbach vom Sachsenforst. Quelle: Norbert Neumann
Anzeige

44 Einsendungen von aussichtsreichen Gewächsen in und um Dresden sind im Rathaus eingegangen. Zehn Bewerber kamen in die engere Wahl und wurden gestern von einer fünfköpfigen Jury unter die Lupe genommen.

Mit dabei sind auch die Stechfichte (piceas pungens), im Volksmund gern Blautanne genannt, Familie Lauenstein. Efeuumrankt, mit einem Vogelhäuschen am Revers, stattlich im Wuchs und idyllisch gelegen in einem Gärtchen am Lockwitzbach. „Er wird uns leider zu kräftig“, sagt Bärbel Lauenstein über ihren Baum. „Wir haben Angst, dass seine Wurzeln die Laube anheben. Oder er bei den starken Unwettern, die so häufig passieren, umfällt.“ Die Fichte hatten damals ihre Eltern aus dem Erzgebirge geholt und in den Garten gepflanzt. „Vielleicht kriegt er noch mal die Chance, als Weihnachtsbaum zu glänzen“, hofft nun die 72-jährige Dresdnerin. Um leicht drohend anzufügen: „Wenn er‘s nicht wird, wird er trotzdem gefällt.“

"Ist der denn hoch genug?", fragt Sigrid Förster von der Wirtschaftsförderung. Quelle: Norbert Neumann
Also Daumen drücken. Denn jetzt tritt die Jury auf den Plan. Und das sind Experten durch und durch. Sigrid Förster leitet resolut die Geschicke der kommunalen Märkte. Jana Weisbach kann man als Waldpädagogin vom Sachsenforst keine Fichte für eine Tanne vormachen. Andreas Deppner vom gleichnamigen Baumpflegebetrieb und Thomas Wange von der Schwertransporte-Firma Michael Mross sind alte Hasen in der Striezelbaumverladung.

„Fast 20 Jahre bin ich fürs Fällen, Zusammenbinden und Aufstellen des Striezelmarktbaums verantwortlich“, sagt Andreas Deppner und zückt das Laserhöhenmeter. Vom Aussehen her sei das schon mal ein Prachtexempler, findet der Baumkenner. „Aber Stechfichten lassen sich schwer binden, sie haben sehr starke Äste.“ Und dann der Schlag: Der Höhenmesser zeigt nur 17 Meter an und der Traum vom weihnachtlichen Lichterglanz auf dem Altmarkt zerplatzt für den Lockwitzer Kandidaten. Die Richtwerte für einen Striezelmarktbaum liegen bei 25 Metern. Kandidat Nummer 1 ist solchen Ansprüchen einfach nicht gewachsen. Schade.

Zur Erinnerung: Die "Schandfichte" 2012 löste das Castingfieber aus. Quelle: Christin Grödel

Die Jury begutachtete gestern noch neun weitere potenzielle Weihnachtsbäume. Nur maximal fünf Kandidaten werden es in die Endrunde schaffen. Die Fotos der Finalisten will Sigrid Förster Anfang nächster Woche ins Internet stellen. Dann können die Dresdner selbst abstimmen, wer der schöne Weihnachtsbaum für den traditionellen Striezelmarkt wird. Das Datum für den großen Auftritt steht schon im Kalender. Am 1. November soll der „Dresdner Weihnachtsmarktbaum 2014“ gefällt, verschnürt und verladen werden. Das etwa vier Tonnen schwere Gewächs bewegt Schwertransporte-Mross zum Altmarkt. Dort werden seine Äste wieder gelöst, der Stamm angespitzt und in 1,60 Meter Tiefe fest im Boden verankert. Dass der Sieger der zweiten Staffel die Herzen aller Dresdner erfreuen wird, gilt als gesichert. Leider reicht der Ruhm der Striezelmarktbäume nicht über eine Wintersaison hinaus. Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr hatten 2492 Dresdner für die Fichte der Familie Möbius aus Langebrück gestimmt.

Madeleine Arndt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit einer Bollerwagen-Demo fordern Dresdner Kitas am Dienstag vom Land einen besseren Personalschlüssel. Hunderte Erzieherinnen werden deshalb zwischen 16 und 18 Uhr vom Postplatz zum Kultusministerium am Carolaplatz ziehen, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen.

09.09.2015

Warmes Straßenlicht kreuzt Flutlicht, wilde Baustellenblinker und leuchtende Warnwesten - die Szenerie, die sich am Wochenende an der Bahnbrücke über die Großenhainer Straße abspielte, wirkte ein bisschen wie Science Fiction der 80iger Jahre.

09.09.2015

Trotz des langen und warmen Sommers haben in diesem Jahr nur mäßig viele Sachsen Abkühlung in den Freibädern gesucht. Die Zahlen lägen nur im Mittelmaß, sagte Katja Gläß von den Kommunalen Wasserwerken Leipzig.

09.09.2015
Anzeige