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Lokales Nachwuchs für berühmten Fliederhof in Dresden-Pillnitz
Dresden Lokales Nachwuchs für berühmten Fliederhof in Dresden-Pillnitz
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23:00 11.04.2016
Der Pillnitzer Gartenmeister Wolfgang Friebel (r.) setzt mit Thomas Riedel (l.) und Sandro Thomisch (Mitte) einen von 15 jungen Fliederbäumchen.   Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

 Der Fliederhof in Pillnitz ist ein Touristenmagnet. „Reisegruppen richten sogar ihre Routen nach dem Zeitpunkt der Blüte aus“, weiß Sybille Gräfe, die Chefin von Schloss Pillnitz. Denn schließlich wächst dort seit weit über 100 Jahren kein gewöhnlichen Flieder.

„Bei den Kronen handelt es sich um zwei Sorten Chinesischen Flieder. Die eine blüht eher bläulich auf, die andere eher rötlich. Bei entsprechendem Fortschritt der Blüte sieht man dann allerdings keinen Unterschied mehr. Veredelt ist der Chinesische Flieder (Syringa chinensis) auf 1,80 Meter bzw. 2,20 Meter großen Hochstämmen. Diese Unterlagenstämme wurden aus in verschiedenen Farben blühendem Gewöhnlichen Flieder (Syringa vulgaris) gezogen. Das ist etwas Besonderes“, erläutert Harald Buner von der Abteilung Gartenbau des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Ihm ist gelungen, woran schon seit über 20 Jahren gearbeitet wird und zuvor schon zwei Baumschulen scheiterten: solche Bäumchen nachzuziehen.

Denn einst hüllten Anfang/Mitte Mai 104 Flieder den Innenhof in ein duftendes Blütenmeer. „Heute sind es noch 43“, weiß der Pillnitzer Gartenmeister Wolfgang Friebel. Die um 1910 gepflanzten Bäume haben ein gesegnetes Alter erreicht. Viele der mehr oder weniger gedreht gewachsenen knorrigen Stämme müssen gestützt werden. Immer mal wieder stirbt ein Baum ab. „Drei oder vier waren es seit dem Jahr 2000“, so Friebel. Wobei die Bäume die Hochwasser recht gut überstanden hätten.

Doch warum war es so schwer, den Pillnitzer Flieder nachzuziehen? „Es handelt sich hier um ein Gartendenkmal, das es zu erhalten gilt“, ruft Sybille Gräfe die Bedeutung der Anlage ins Bewusstsein. Deshalb war das Ziel, aus den alten Bäumen neue zu ziehen. Und da liegt der Teufel im Detail.

Zunächst mussten von den Unterlagen Stecklinge gemacht werden – entweder aus Wurzel- oder aus Stammschossern. „Zwei der Bäume haben bis heute keinen Schosser gebildet“, erzählt Harald Buner. Dann galt es, die von den greisen Bäumen stammenden Stecklinge dazu zu bringen, dass sie Wurzeln bilden. Das war die größte Hürde. Am Ende gelang das nur, indem man die Stecklinge im Gewächshaus sechs bis acht Wochen einem Hochdrucksprühnebel aussetzte. Nun hieß es für Flieder Syringa vulgaris, der Wurzeln und Stamm des künftigen Bäumchens liefern sollte, zu wachsen. Erst als der Stamm die Höhe von 1,80 Meter erreicht hatte, folgte die Veredlung mit Chinesischem Flieder. Dann dauerte es wieder drei bis vier Jahre, bis kleine Kronen gezogen waren.

2004 wagte sich Harald Buner an die Aufgabe, am Montag wurden im Fliederhof die ersten 15, nach altem Vorbild gezogenen Fliederbäumchen gepflanzt. „Ich habe durch diese Arbeit unglaublich viel gelernt“, sagt Buner, der sich das Nachziehen der Flieder zunächst auch leichter vorgestellt hatte. Heute sehe er die Arbeit der Gärtner von früher mit ganz anderen Augen. „Das Problem ist, dass jeder Fliederbaum individuell zu behandeln ist, dass in das Nachziehen viel Zeit und Mühe investiert werden muss. Für einen Produktionsbetrieb ist das nicht zu stemmen“, so der Pillnitzer Gartenmeister. Er freut sich, dass die vielen Mühen nun endlich zum Erfolg geführt haben.

Die alten Bäume, die jetzt noch im Fliederhof stehen, bleiben, bis sie zusammenbrechen. Die Lücken werden peu a peu gefüllt.

Von Catrin Steinbach

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