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Lokales Nach tödlichem Unfall: ADFC will Parkplätze auf der St. Petersburger Straße streichen lassen
Dresden Lokales Nach tödlichem Unfall: ADFC will Parkplätze auf der St. Petersburger Straße streichen lassen
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17:10 28.08.2018
Symbolbild Quelle: dpa
Dresden

Nach dem tödlichen Fahrradunfall auf der St. Petersburger Straße Mitte August fordert Dresdens Radfahrerlobby jetzt drastische Konsequenzen – und will die insgesamt etwa 100 Parkplätze links und rechts der vielbefahrenen Verkehrsachse im Bereich zwischen Georgs­platz und Wiener Platz ersatzlos streichen lassen. Zudem verlangt der Dresdner Verband des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) eine Umgestaltung und deutliche Verbreiterung des Radweges. Der ADFC hat jetzt dazu eine Pe­­tition gestartet und möchte so die Dresdner Stadtverwaltung zum Handeln bringen.

Am Morgen des 14. Augusts hatten sich auf der St. Petersburger Straße dramatische Szenen abgespielt. Eine 45-Jährige knallt mit ihren Rad gegen eine Autotür, die der Fahrer eines am rechten Straßenrand parkenden Citroën plötzlich kurz vor ihr aufgerissen hatte. Die Frau stürzt, wird auf die Straße geschleudert und dort von einem BMW überrollt. We­nig später stirbt die 45-Jährige in einem Krankenhaus.

Für das Dresdner ADFC-Vorstandsmitglied Nils Larsen war dieser Horrorunfall nur eine Frage der Zeit. Er verweist auf die geringe Radwegbreite von nur 1,85 Meter, der zwischen den Fahrbahnen und den Parkflächen verläuft. Normalerweise, so argumentiert Nils Larsen, müsste es zwischen den parkenden Autos und dem Radweg noch einen zusätzlichen Sicherheitsabstand geben, damit Unfälle wie der im August gar nicht erst passieren. „Mir ist auch mulmig, dort zwischen parkenden Autos auf der einen Seite und einem 40-Tonner auf der anderen Seite zu fahren“, sagt Nils Larsen.

In einer Petition, für die der ADFC in den nächsten Tagen mit der Sammlung von Unterschriften starten möchte, fordert der Verband nicht nur die sofortige Streichung der Parkplätze – sondern auch eine Neuplanung des Abschnitts und eine Un­tersuchung aller ähnlicher Konfliktstellen im Stadtgebiet. Nils Larsen verweist auf die Fritz-Löffler-Straße, Teile der Win­terbergstraße, die Striesener Straße oder die Marienstraße als Beispiele.

Für die St. Petersburger Straße hat der ADFC bereits einen konkreten Vorschlag zur Umgestaltung. Neben den Fahrspuren sollen in beiden Richtungen etwa einen Me­ter breite Grünstreifen angelegt werden – die dann noch einmal eine zusätzliche Abgrenzung zu den erst dahinter an­geordneten Radstreifen bilden. Die sollen zudem auf drei Meter verbreitert werden.

Die Vertreter vom ADFC halten das für angemessen. Denn die Route sei eine wichtige Verbindung zwischen der Dresdner Neustadt und den beiden großen Hochschulen im Süden der Stadt. Umso erstaunlicher, dass täglich dort nur bis zu 4000 Räder in beide Richtungen unterwegs sind, sagt Nils Larsen, der die Erklärung für dieses Phänomen allerdings gleich mitliefert: „Wir wissen aus Erzählungen, dass viele aus Angst dort gar nicht fahren und sich stattdessen andere Routen suchen, zum Beispiel die Prager Straße.“

Den Verantwortlichen beim ADFC ist durchaus bewusst, dass die Streichung von rund 100 Parkplätzen im Innenstadtbereich für Diskussionen sorgen dürfte. Also haben sie sich im Umfeld der St. Pe­tersburger Straße umgeschaut, dort vor al­lem die Parkhäuser und Tiefgaragen aufgesucht. „Dort gibt es insgesamt 2000 Stellplätze. Und die sind so gut wie nie alle gleichzeitig belegt“, sagt Nils Larsen. Er verweist auf die Centrum-Galerie, Karstadt und das Florentinum. „Lediglich in der Ad­ventszeit wird es ein Problem“, er­klärt der Mitstreiter vom ADFC.

Der Unfall Mitte August sei besonders tragisch, aber auch kein Einzelfall. „Unsere Mitglieder erleben oder beobachten immer wieder ähnliche Situationen“, sagt Nils Larsen – wenngleich die Folgen selten so tragisch seien wie an der St. Pe­tersburger Straße. Wie viele so genannte „Dooring“-Unfälle, also Unfälle, bei de­nen Radfahrer gegen sich plötzlich vor ihnen öffnende Autotüren prallen oder bei Ausweichmanövern stürzen, sich jährlich auf Dresdens Straßen abspielen, ist allerdings völlig unklar. „Uns liegen dazu keine Angaben vor, weil das so in keiner Statistik erfasst wird“, sagt Nils Larsen. Für den ADFC zählt trotzdem nur eine Devise: Wo Radwege das Radfahren weder sicher noch attraktiv machen, müssen sie umgeplant werden, so die Forderung in der Pe­tition.

Von Sebastian Kositz

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