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Lokales Nach Schließung der Dresdner Natur- und Umweltschule: Träger schaltet Anwalt ein
Dresden Lokales Nach Schließung der Dresdner Natur- und Umweltschule: Träger schaltet Anwalt ein
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21:06 09.09.2015

„Wir haben aufgrund des Vorwurf der Kindeswohlgefährdung, den die Bildungsagentur erhoben hat, einen Anwalt eingeschaltet“, so Frau Herrmann vom Schulträger Verbund für sozialpädagogische Projekte e.V.. Auch Michael Nattke, Vater eines Schülers, behält sich juristische Schritte vor. „Ich fühle mich persönlich von der SBA angegriffen, wenn mir als Vater indirekt unterstellt wird, mein Kind einer Kindeswohlgefährdung auszusetzen. Das ist starker Tobak“, so Nattke.

„Diese Behauptungen sind sachlich falsch und verunglimpfend. Ebenso ist die Auskunft über die Schließung der Schule zum gegenwärtigen Zeitpunkt unseriös“, empört sich auch Katja Gähler, Mitglied im Vorstand des Fördervereins (Elternvertretung) der NUS.

Die Sächsische Bildungsagentur kann die Vorwürfe der Eltern nicht nachvollziehen, jedoch die Aufregung in den Familien nachvollziehen. Die Bildungsagentur habe Verständnis für die Emotionen der Eltern. Der Schritt zur Schließung sei nicht leicht gefallen, so SBA-Sprecherin Katrin Reis. „Durch die festgestellten Unzulänglichkeiten an der Natur- und Umweltschule sieht die Bildungsagentur sowohl das schulische als auch das gesundheitliche Wohlergehen der Kinder mit großer Sorge“, sagte die Sprecherin. Zudem gäbe es Zweifel hinsichtlich der Integrität des unterrichtenden Personals, da die SBA keine Einsicht in die entsprechenden Unterlagen nehmen durfte.

„Wir als Eltern versuchen seit über drei Jahren auf die SBA zuzugehen und das Gespräch zu suchen. Dieses wurde uns immer wieder verwehrt. In Folge dessen haben wir im letzten Jahr dutzende Briefe an das zuständige Kultusministerium geschrieben und darum gebeten, dass man sich für uns einsetzt“, ärgert sich der betroffene Vater Michael Nattke. Bei einer Vergleichsverhandlung am Verwaltungsgericht wollten zwei Elternvertreter als Zuschauer an der Verhandlung teilnehmen. Die SBA habe daraufhin veranlasst, dass die Eltern nicht teilnehmen dürfen und des Raumes verwiesen werden, echauffiert sich Michael Nattke. Die Gerichtsverhandlung, die er anspricht, sei allerdings nicht öffentlich gewesen, sagte Reis.

Doch die Liste der Vorwürfe der Eltern an die SBA geht noch weiter. „Aus meiner persönlichen Sicht hat die SBA die Schule seit Jahren unter massiven Druck gesetzt. Bei den unangekündigten Besuchen der SBA haben sich Kinder durch die SBA-Mitarbeiter bedrängt gefühlt. Es wurde massiver Druck ausgeübt, so dass normale Unterrichtsverläufe kaum möglich waren“, schildert der Vater seine Beobachtungen. Er kritisiert, die Mitarbeiter der Bildungsagentur seien mehrfach unangekündigt erschienen.

Doch SBA-Sprecherin Reis weist daraufhin, dass auch die zum Teil unangemeldeter Besuche mit dem Träger abgestimmt waren. „Nachdem der Träger der Bildungsagentur in der Vergangenheit sowohl Zutritt zum Schulgelände als auch Akteneinsicht verwehrte, wurde im Bescheid zur Gestattung des Schulbetriebs entsprechende Auflagen u.a. zur Durchführung angekündigter als auch unangekündigter Schulbesuche erteilt.“

Nun hoffen Träger und Eltern auf den Gerichtstermin am 4. Juni. „Einer Bewertung der von der SBA gemachten Vorwürfe im anstehenden Verfahren am Verwaltungsgericht Dresden sehen wir gelassen entgegen. Das Verfahren bietet eine Chance öffentlich und mit unabhängigem Blick die Sachverhalte zu betrachten und zu beurteilen“, so Katja Gähler.

Julia Vollmer

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