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Lokales Nach Entgleisung im Internet: Dresdner FDP-Vorstandsmitglied tritt zurück
Dresden Lokales Nach Entgleisung im Internet: Dresdner FDP-Vorstandsmitglied tritt zurück
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20:14 12.02.2019
Dieser Internet-Eintrag sorgte für Empörung und nun auch für Konsequenzen im FDP-Kreisvorstand. Quelle: PR
Dresden

Stefan Scharf, 34-jähriges FDP-Mitglied aus Dresden, ist aus dem Kreisvorstand der Liberalen zurückgetreten. Das teilte der FDP-Kreisvorsitzender Holger Hase nach der Kreisvorstandssitzung am Montagabend am Dienstag mit. Der Kreisvorstand habe Scharf gleichzeitig aufgefordert, von seiner Spitzenkandidatur für die Stadtratswahl am 26. Mai im Wahlkreis 3 Abstand zu nehmen.

Scharf war bereits auf einer Vorstandssitzung in der vergangenen Woche nahegelegt worden, sich aus dem Vorstand und von der Spitzenkandidatur zurückzuziehen. Der Student hatte sich eine Woche Bedenkzeit ausgebeten.

Scharf hatte Ende Januar im Internet den Publizisten Hendryk M. Broder als „Hofjuden“ bezeichnet, nachdem sich dieser mit der AfD-Bundestagsfraktion getroffen hatte. Der Interneteintrag hatte einen Sturm der Entrüstung hervorgerufen. Scharf hatte die Äußerung wenig später gelöscht und sich öffentlich entschuldigt. Inzwischen habe er Broder auch persönlich um Entschuldigung gebeten, teilte Scharf mit.

Er habe auch eine Unterlassungserklärung, die ihm von Broders Anwalt übermittelt worden sei, unterschrieben, so das FDP-Mitglied. „Um klar zu machen, dass ich für meinen Fehler einstehe.“ Scharf muss dabei das Anwaltshonorar im höheren dreistelligen Bereich bezahlen.

Der Kreisvorstand würdigte laut Hase das Verhalten von Scharf und auch die Tatsache, dass es sich um ein einmaliges Vergehen gehandelt habe. Man könne sich aber nicht vorstellen, mit Scharf als Spitzenkandidaten im Wahlkreis 3 anzutreten, da die Äußerung im Wahlkampf von politischen Mitbewerbern thematisiert werden könne, hieß es.

Hase stellte aber klar, dass die FDP keine Mitgliederversammlung einberufen werde, um einen neuen Spitzenkandidaten aufzustellen. Dazu reiche die Zeit nicht aus. „Insofern hat unsere Aufforderung appellativen Charakter. Der Ball liegt bei ihm.“

Scharf erklärte am Dienstagabend gegenüber DNN, er werde seine Kandidatur aufrechterhalten. Viele Unterstützer in der Dresdner FDP hätten ihm dazu geraten.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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