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Lokales Nach Anwohnerbeschwerden: Straßenmusik ohne Lautsprecher
Dresden Lokales Nach Anwohnerbeschwerden: Straßenmusik ohne Lautsprecher
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14:55 09.12.2018
Straßenmusiker sollen in Zukunft nur noch ohne Lautsprecher spielen dürfen. (Symbolfoto) Quelle: André Kempner
Dresden

Erst waren es die osteuropäischen Musikanten. Mit enormer Lautstärke machten sie Anwohnern und Anliegern in der Innenstadt das Leben zur Hölle. Der Stadtrat reagierte im Juni 2017 und beschloss eine Satzung zur Straßenkunst, die die schlimmsten Auswüchse reglementierte. Jetzt sind es die Verstärker: Jeder Straßenmusiker, der etwas auf sich hält, kommt mit formidablen Lautsprechern daher und beschallt einen Umkreis von mindestens 200 Metern.

Der Petitionsausschuss des Stadtrats hat die Verwaltung aufgefordert, eine Satzungsänderung zu erarbeiten. Der Geschäftsbereich von Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) hat jetzt geliefert. „Es ist zu verzeichnen, dass Beschwerden wegen der mit der Ausübung von Straßenmusik und akustisch wahrnehmbarer Straßenkunst verbundenen Lautstärke kaum zurückgegangen sind und in letzter Zeit wieder ansteigen. Straßenmusik und Straßenkunst wird nach wie vor als Belästigung empfunden, wenn man beispielsweise bei geschlossenen Fenstern Unterhaltungen nur noch erschwert führen kann“, heißt es in der Begründung der Vorlage.

Die Verwaltung schlägt ein Verbot der Verstärkeranlagen vor. Es sei ausreichend, wenn die künstlerische Darbietung innerhalb der Spielbereiche wahrgenommen werden könne. Gleichzeitig soll auf der Prager Straße der Spielbereich am Prager Carrée gestrichen werden: Dieser liege in einer Engstelle, in der die Akustik durch die Gebäude erheblich verstärkt werde. Die Belästigung werde auch deshalb besonders stark empfunden, weil im Prager Carrée überwiegend Wohnungen entstanden sind. Auch Darbietungen mit Tieren sollen künftig verboten werden.

Die CDU begrüßte die vorgelegten Änderungsvorschläge. „Offenbar finden viele Straßenmusiker nicht das rechte Maß oder verwechseln Lautstärke mit Qualität“, erklärte Gottfried Ecke, kulturpolitischer Sprecher der Christdemokraten. „Wir hingegen setzen uns für kulturvolle und ansprechende Darbietungen im öffentlichen Raum ein und wollen keinen lärmintensiven Verdrängungswettbewerb auf Kosten der Anwohner.“

Die Änderungen sollen Anfang 2019 in den Ausschüssen diskutiert und vom Stadtrat auf seiner Sitzung am 11. April beschlossen werden.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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