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Lokales Mutter mit acht Kindern abgeschoben
Dresden Lokales Mutter mit acht Kindern abgeschoben
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18:12 19.10.2017
Ein Polizist trägt einen Protestierer weg. Quelle: xcitePRESS
Dresden

Die Abschiebung einer 37-jährigen Frau und ihrer acht Kinder im Alter von zwei bis 17 Jahren aus dem Kosovo in der Nacht zum Donnerstag ist von Protesten und Tumulten begleitet worden. 50 Polizisten und vier Wachpolizisten mussten den Transport der Familie zum Flughafen Frankfurt/Main sichern. Dort startete 13.55 Uhr die Maschine mit der Frau und ihren Kindern.

Nach Angaben der Polizei hatten die Beamten vorsorglich eine Dolmetscherin und einen Seelsorger mit zum Einsatz am Reichenauer Weg in Tolkewitz gebracht. Während die Familie die Koffer packte, seien ein rundes Dutzend Personen vor dem Plattenbau erschienen und hätten versucht, die Zugänge zu dem Haus zu blockieren. Die Beamten forderten Verstärkung an, die Blockaden seien unterbunden worden.

Als die Frau und ihre Kinder in den Fahrzeugen saßen, hätten rund 25 protestierende Personen versucht, die Abfahrt zu verhindern. Die Personen hätten die Blockade trotz Aufforderung nicht geräumt, die Beamten hätten sie abdrängen müssen. Es sei zu Widerstandshandlungen gegen die Beamten gekommen, so dass zwei Strafanzeigen gefertigt worden wären, so die Sicht der Polizei.

Christopher Colditz, Sprecher der Linksjugend Dresden, sprach von „massiver Gewalt“ gegen „Aktivist/innen“. So seien mehrere Personen über die Straße geschleift und am Boden fixiert worden. Mindestens eine Person habe mit Verdacht auf Gehirnerschütterung behandelt werden müssen, so Colditz. „Der Freistaat zeigt sich einmal mehr von seiner widerlichsten Seite, in dem er in der Nacht eine Familie im Schlaf überraschte und diese mit physischer und psychischer Gewalt aus dem Leben reißt“, kritisierte der Sprecher der Linksjugend die Abschiebung.

Auch der Sächsische Flüchtlingsrat und die Landtagsfraktion der Partei Die Linke griffen das Innenministerium wegen der Abschiebung massiv an. Juliane Nagel, flüchtlings- und migrationspolitische Sprecherin der Linken, warf Innenminister Markus Ulbig (CDU) Willkür vor. Der Flüchtlingsrat erklärte, die Frau und ihre acht Kinder seien von der Härtefallkommission als Härtefall anerkannt worden. Weil der Mann und Vater der Kinder in Montenegro verurteilt worden sei, würden jetzt die Familienmitglieder in Sippenhaft genommen. Dieses Vorgehen sei juristisch fragwürdig.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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