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Lokales Musikschule in Dresden wird städtischer Eigenbetrieb
Dresden Lokales Musikschule in Dresden wird städtischer Eigenbetrieb
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07:46 29.09.2017
Schüler des Heinrich-Schütz-Konservatoriums tragen bei vielen Veranstaltungen in der Stadt bei.   Quelle: Dominik Brüggemann/Archiv
Dresden

 Der SPD-Fraktionsvorsitzende Christian Avenarius brachte es auf den Punkt: „Wir sollten die Rednerliste schließen. Ich kann nicht erkennen, dass wir weiterkommen, als uns respektlos zu behandeln.“ Die Debatte über die Rekommunalisierung des Heinrich-Schütz-Konservatoriums war zuvor in gegenseitigen Lügen-Vorwürfen zwischen CDU-Stadtrat Georg Böhme-Korn und dem Linke-Fraktionsvorsitzendem André Schollbach gegipfelt. Da ging es aber nicht mehr um die Musikschule mit 6000 Schülern, sondern um die Seriosität des Doppelhaushaltes 2017/2018, die der CDU-Stadtrat bezweifelte und sein Widersacher von den Linken beteuerte.

Schon 2012 hatten hunderte Schüler vor dem Stadtrat für den Erhalt des Heinrich-Schütz-Konservatoriums demonstriert.

Die CDU-Fraktion lehnt die Gründung eines städtischen Eigenbetriebes Heinrich-Schütz-Konservatorium vehement ab. Seit 1996 ist die Musikschule mit mehr als 6000 Schülern und 94 festangestellten Mitarbeitern als Verein organisiert, der von Zuschüssen der Stadt und des Landes finanziert wird. „Die faktische Verstaatlichung des Konservatoriums ist eine grobe Missachtung des bürgerschaftlichen Engagements in unserer Stadt“, kritisierte Christa Müller (CDU), die sich nach der Abstimmung aus dem Vorstand des Heinrich-Schütz-Konservatoriums zurückzog. „Ich kann den verantwortungslosen kulturpolitischen Kurs von Rot-Grün-Rot und der Verwaltung nicht mehr mittragen“, begründete sie ihren Schritt.

„Wir wollen, dass musikalische Bildung nicht zum Privileg der Wohlhabenden und als Ware wie Kartoffeln gehandelt wird“, erklärte Linke-Stadtrat Tilo Wirtz die Intention der Rekommunalisierung, die bei der Abstimmung eine breite Mehrheit fand. Ab 1. Januar 2018 wird aus der Musikschule ein städtischer Eigenbetrieb.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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