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Lokales Motorradfahrer mogelt sich an Stau auf der Leipziger Straße vorbei – und löst Unfall aus
Dresden Lokales Motorradfahrer mogelt sich an Stau auf der Leipziger Straße vorbei – und löst Unfall aus
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10:04 16.10.2017
Die Yamaha des Unfallfahrers nach dem Crash im Sommer 2016.   Quelle: Foto: Roland Halkasch
Dresden

 Freitag, der 26. August 2016 gegen 9.20 Uhr. Stau auf der Leipziger Straße Richtung Stadt nahe dem S-Bahn-Haltepunkt Trachau. Ein Motorradfahrer fährt mit seiner Yamaha in zweiter Reihe links an allen wartenden Autos vorbei. Zur gleichen Zeit will eine 38-Jährige mit ihrem BMW aus der Roscherstraße kommend nach links auf die „Leipziger“ einbiegen. Die Autofahrer, die ohnehin warten müssen, lassen ihr Platz, damit sie abbiegen kann. Die Frau sieht die Autos, aber nicht dem Motorradfahrer, der sich am Stau vorbeimogelt und er sieht sie nicht – die Fahrzeuge touchieren sich. Kein großer Schaden aber der 32 -Jährige stürzt, rutscht mit seiner Maschine über die Straße und stößt auf dem gegenüberliegenden Fußweg mit einem Radfahrer zusammen, der ebenfalls zu Fall kommt. Der 59-Jährige Radler erleidet ein Schädelhirntrauma und Schürfwunden und muss in einer Klinik behandelt werden. Wegen fahrlässiger Körperverletzung stand der Motorradfahrer nun vor dem Amtsrichter.

Es waren Sekunden, die dem Fahrradfahrer Schmerzen und der BMW-Fahrerin ein demoliertes Auto einbrachten, das Leben des Motorradfahrers aber komplett auf den Kopf stellten. Er hat den Unfall verursacht, aber er hat wohl am meisten darunter zu leiden. Der Mann wurde bei dem Sturz ebenfalls schwer verletzt und laborierte fast ein Jahr an einer Knieverletzung. Richtig gesund wird er nie wieder – es bleibt ein Dauerschaden. Damit kann er seinen Beruf nicht mehr ausüben – Industriekletterer, sein „Wunschberuf“ und „Traumjob“. Mit einem kaputten Knie geht das nicht mehr. Der Familienvater war selbstständig und nicht versichert – das heißt, ein Jahr ohne Einnahmen aber vielen Ausgaben, Rücklagen gab es nicht, und ein künftiges Leben, dass er sich anders vorgestellt hatte. Der Mann hat damals durch sein Überholen vielleicht einige Minuten gut gemacht, für einen sehr hohen Preis.

Die Verkehrslage war etwas unklar, so Verteidiger Patrick Roth. Die BMW-Fahrerin, die von einer Seiten- auf eine Hauptstraße abbog, hätte sich vielleicht auch etwas langsamer vortasten können. „Mein Mandant spürt jeden Tag, die bitteren Folgen des Unfalls. Da wo das Leben straft, kann sich der Staats zurückhalten“ erklärte Roth. Mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft wurde das Verfahren gegen eine Geldauflage von 750 Euro an eine Waisenstiftung vorläufig eingestellt.

Von Monika Löffler

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