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Lokales Mordprozess in Dresden - Angeklagter gibt Tötung seiner Freundin zu
Dresden Lokales Mordprozess in Dresden - Angeklagter gibt Tötung seiner Freundin zu
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17:36 24.04.2018
Der Angeklagte am Dienstag vor Gericht. Quelle: xcitePRESS
Dresden

Es ist der Nachmittag des 21. April 2017. Die 41-jährige Frau T. wird leblos in ihrer Wohnung auf der Alaunstraße gefunden. Die vietnamesische Betreiberin eines Bistros ist brutal getötet worden. Ins Visier der Ermittler gerät bald ihr Freund Shahjahan B., von dem Pakistaner fehlt allerdings zunächst jede Spur. Obwohl alle Anlauforte des Asylbewerbers kontrolliert werden, ist er nicht auffindbar.

So wird mit einem internationalen Haftbefehl nach ihm gesucht. Wenige Tage später klicken in einem Zug bei Villach in Österreich die Handschellen, vier Wochen später wird er nach Deutschland ausgeliefert und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Wegen Mordes muss sich Shahjahan B. nun seit Dienstag vor der Schwurgerichtskammer des Dresdner Landgerichts verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 30-Jährigen vor, mit einem Küchenmesser mit einer 19 Zentimeter langen Klinge mehrmals „mit großer Wucht“ auf die 41-Jährige eingestochen zu haben – siebenmal in den Oberkörper und einmal in den Oberschenkel. Der Angeklagte hatte die Frau mit Klebeband und einem Kabel gefesselt und ihr auch den Mund und die Nase zugeklebt. Das Opfer starb durch eine Kombination aus Luftnot und einem Verblutungsschock.

Zum Prozessauftakt räumte Verteidiger Achim Schmidtke im Namen des Angeklagten die Tat ein. Sein Mandant habe Frau T. sehr geliebt, sei aber eifersüchtig gewesen, da sie auch Kontakte zu anderen Männern gehabt hätte. Man habe oft gestritten, so auch an jenem Abend. Sie habe ihn und seine Familie übel beschimpft, worüber er in Zorn geraten sei und sie getötet hätte. Danach sei er geflohen. „Mein Mandant bereut die Tat sehr, vor allem im Hinblick auf den Sohn des Opfer. Er möchte so schnell es geht nach Pakistan abgeschoben werden.“

2015, so der Angeklagte, sei er von Pakistan zu einer Freundin nach Griechenland gereist, die er im Internet kennengelernt hatte. Ein Freund hätte ihm die Reise finanziert. Da er keine Arbeit fand, sei er nach Deutschland gegangen und habe hier einen Asylantrag gestellt. „Ich wollte immer nach Deutschland“, erklärte der 30-Jährige. Das Asylverfahren wurde im Dezember 2016 wegen seiner mangelnden Mitwirkung eingestellt, im Januar 2017 die Abschiebung angeordnet. Davon, so der Angeklagte, habe er nichts gewusst.

Wie er Frau T. kennengelernt hatte und wie die Beziehung zu der älteren Frau war, wollte der Angeklagte nicht sagen. Auch Fragen zum Tathergang will er nicht beantworten. So wird es für die Kammer schwierig werden, in Erfahrung zu bringen, was in jener Nacht genau in der Wohnung passiert ist.

Ein früherer Lebensgefährte des Opfers, der noch einen Schlüssel besaß, hatte die Wohnung am nächsten Tag geöffnet, nachdem er die 41-Jährige nicht erreichen konnte. Er informierte Polizei und Rettungskräfte.

„Im Wohnzimmer lag eine weibliche, blutüberströmte Person mit dem Rücken auf einer Matratze. Ihre Hände waren mit dem Kabel eines Bügeleisens an ein Sofabein gefesselt und ihre Beine mit Panzertape gefesselt. Nase und Mund waren auch zugeklebt“, erinnerte sich ein Polizeibeamter, der als einer der Ersten am Tatort war.

Die 41-Jährige, so die Staatsanwaltschaft, habe sich kräftig gewehrt. Merkwürdigerweise war das Klebeband an ihren Beinen aber ganz akkurat in mehreren Schichten übereinander geklebt. „Es war sehr fest, ordentlich und glatt. Es sah nicht so aus, als ob da Hektik und Bewegung im Spiel war und sie sich gewehrt hat“, erinnerte sich ein Sanitäter. Der Prozess wird fortgesetzt, zunächst sind vier weitere Verhandlungstage angesetzt.

Die Polizei hat am Freitagnachmittag eine 41-Jährige leblos in einer Wohnung an der Alaunstraße in der Dresdner Neustadt aufgefunden. Ein Notarzt konnte letztlich nur den Tod der Frau feststellen.

Monika Löffler

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