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Lokales Montessori und Laborschule - Privatschulen in Sachsen immer beliebter
Dresden Lokales Montessori und Laborschule - Privatschulen in Sachsen immer beliebter
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17:59 09.09.2015
Quelle: dpa
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In Sachsen besuchten laut Statistischem Landesamt im Schuljahr 2012/2013 knapp 30 000 Jungen und Mädchen eine allgemeinbildende Schule in freier Trägerschaft - fast dreimal so viel wie noch vor zehn Jahren.

Auch die Zahl der freien Schulen stieg in dieser Zeit von 76 auf 193.Dennoch sorgen sich die Einrichtungen um ihre Zukunft. „Mit der Finanzierung wird es immer knapper“, sagte die Geschäftsführerin des Verbandes Deutscher Privatschulen in Sachsen, Manja Bürger. Die Zuschüsse des Landes für Personal- und Sachkosten seien zu niedrig, oft müssten freie Schulen im Vergleich zu öffentlichen mit der Hälfte des Geldes auskommen. Der Bildungsauftrag sei allerdings der gleiche.

„Wir wollen unsere Lehrer nicht schlechter bezahlen, oft bleibt aber nichts anderes übrig“, erklärte Bürger.Zwar blieben noch die Beiträge der Eltern - die könnten allerdings nur begrenzt belastet werden. „Die Schere zwischen freien und öffentlichen Schulen geht immer weiter auseinander.“ Der Verband fordert deshalb, die Berechnung anzupassen.An manchen Schulen müssen die Eltern bald tiefer in die Tasche greifen, etwa an der Freien Alternativschule (FAS) Dresden.

„Irgendwie muss das Geld ja zusammenkommen“, sagte Geschäftsführer Jens Cencarka-Lisec. Denn auch Sanierung und Unterhalt der Gebäude müssten von dem Träger selbst bezahlt werden. Deshalb wirbt die FAS unter anderem dafür, „Fensterpatenschaften“ zu übernehmen.54 freie Schulen in Sachsen sind in evangelischer Hand, davon zwei in direkter Trägerschaft der Kirchenbezirke, die anderen werden über eine Schulstiftung mitfinanziert. „Wir legen Wert darauf, Glaube und Bildung miteinander zu verbinden“, sagte Stiftungsvorstand Volker Schmidt. In den vergangenen Jahren habe die Regierung die Hürden höher gelegt, die Finanzierung eingeschränkt.

„Es ist schwer zu bestehen. Das geht nur mit viel Engagement.“Das Spektrum ist groß: Von der Natur- und Umweltschule, die auf Unterricht im Freien setzt, bis hin zur Laborschule mit altersgemischten Gruppen. „Vor allem nach der Pisa-Studie gab es einen enormen Zulauf“, sagte Manja Bürger. Manche Schulen hätten drei bis fünf Bewerber für einen Platz. Etwa 100 Euro zahlten Eltern pro Kind und Monat im Schnitt. An der International School in Leipzig können es allerdings auch bis zu 800 Euro sein.Der Landeselternrat hat kürzlich eine Resolution vorgelegt, in der eine bessere finanzielle Ausstattung gefordert wird. „Schulen in freier Trägerschaft mögen eine Bereicherung für die sächsische Bildungslandschaft sein, für den Freistaat sind sie in erster Linie ein Sparmodell“, sagte die Vorsitzende des Ausschusses Freie Schulen, Anke Spröh.

Die Rechnung gehe auf Kosten der Eltern, welche die Differenz durch ihre Beiträge ausgleichen müssten. Laut Landeselternrat zahlt Sachsen an einer staatlichen Grundschule 465 Euro pro Kind und Monat - dagegen nur 229 Euro für Kinder an einer freien Grundschule.Nach Angaben des Kultusministeriums wird derzeit mit Vertretern freier Schulen über die künftige Finanzierung diskutiert. Kürzungen habe es in den vergangenen Jahren allerdings nicht gegeben, hieß es. Im Vorjahr hat Sachsen mehr als 216 Millionen Euro für freie Bildungseinrichtungen gezahlt, 2011 waren es 204 Millionen Euro.

dpa

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