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Lokales Mitten durch die Elbe
Dresden Lokales Mitten durch die Elbe
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18:00 13.03.2018
Bohrtechniker Steffen Jacob unterhalb der Autobahnbrücke. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Von der Vision bis zur Fertigstellung dauerte es sechs Jahre: Der Abwasserzweckverband (AZV) „Wilde Sau“ mit den Gemeinden Wilsdruff, Tharandt, Klipphausen und einzelnen Ortsteilen von Freital musste 2012 über die Zukunft entscheiden. Soll die Kläranlage modernisiert und erweitert werden? Oder gibt es einen besseren und vor allem kostengünstigeren Plan?

Zwischen der Umsetzung der Vision liegt nur noch die Elbe: „Wir haben beschlossen, die Abwässer in die Dresdner Kläranlage nach Kaditz zu pumpen“, erklärte AZV-Vorsitzender Andreas Clausnitzer. Acht bis neun Millionen Euro koste die Lösung die Gebührenzahler. Eine Bundesstraße und eine Eisenbahntrasse mussten unterquert werden, nun ist auf dem Weg nach Kaditz die Elbe dran.

Unterhalb der Autobahnbrücke ist auf Altstädter Seite ein größeres Areal abgesperrt. Lkw’s rollen über die schmale Flensburger Straße, ein grünes Ungetüm brummt. Auf der anderen Elbseite liegt ein endlos langes graues Rohr. Dieses Rohr soll, wenn es das Wetter zulässt, in wenigen Tagen unter dem Fluss auf die Altstädter Seite gezogen werden, erläutert Henry Struke, Bauleiter bei der Josef Beermann GmbH & Co. KG. „Die Pilotbohrung ist schon fertig. Jetzt wird sie vergrößert.“

Durch Felsgestein mussten sich die Bohrer von der Altstädter auf die Neustädter Elbseite arbeiten. Die Maschinen schieben mit 250 Tonnen, wobei sie ihre Kraft nicht vollständig einsetzen müssen. „Wir arbeiten langsam, damit wir das Bohrgut wieder aufbereiten können“, so Struke. Ein mineralisches Tongemisch wird dank eines Spülverfahrens aus der Maschine geschwemmt.

Knapp vier Tage hat es gedauert, bis der Bohrer das Neustädter Elbufer erreicht hat, rund 500 Meter ist die Bohrung lang. Etwa sieben Meter unter dem Elbgrund verläuft das Bohrloch und ungefähr zehn Meter unter dem Festland in Kaditz. 350 Millimeter Durchmesser hat die Pilotbohrung, 650 Millimeter das ausgewachsene Bohrloch.

Wenn es nach den Intentionen des AZV gegangen wäre, wäre das Rohr in einem Düker verlegt worden. „Wir haben uns die Ausschreibung durchgelesen und uns eine Alternative zu einer offenen Querung der Elbe überlegt“, erklärte Sven Fischer, Geschäftsführer der Josef Pfaffinger Leipzig Baugesellschaft mbH, die gemeinsam mit Beermann die Elbunterquerung errichtet. Der Eingriff in die Natur sei beim Bohren geringer als beim Dükern, der Schiffsverkehr werde nicht durch ein Baggerschiff beeinträchtigt. „Eine Elbquerung ist immer ein Höhepunkt“, erklärte Fischer, warum er sich intensiv um den Auftrag bemüht hat.

Mit einem modernen Messgerät lässt sich die Bohrung zentimetergenau überwachen, erläuterte Struke, und weitere hochwertige Technik verhindere böse Überraschungen: „Wir können damit metallische Hindernisse und Kampfmittel im Umfeld der Bohrung erfassen“, so der Bauleiter. Hochwassersicher ist die Baustelle auch – binnen eines Tages kann sie geräumt werden.

Im Juni soll alles fertig sein, dann fließen rund eine Million Kubikmeter Abwasser aus Wilsdruff und Umgebung nach Dresden. Die Region wächst, wie Clausnitzer erklärte. „In den vergangenen Jahren haben wir 500 neue Hausanschlüsse gelegt. Zahlreiche Unternehmen haben sich in den Gewerbegebieten angesiedelt.“

Die Dresdner Kläranlage kann es verkraften. Neue Umlaufbecken und Umlaufverteiler sorgen für eine Gesamtkapazität von 48 Millionen Kubikmeter Abwasser. 30 Millionen kommen aus Dresden und zehn Millionen aus Umlandkommunen wie Pirna und Heidenau.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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