Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Mitarbeiter der Dresdner Stadtreinigung fahren Sonderschichten - "Mülltourismus" wie 2002
Dresden Lokales Mitarbeiter der Dresdner Stadtreinigung fahren Sonderschichten - "Mülltourismus" wie 2002
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:07 09.09.2015
Anzeige
Dresden

[gallery:600-31671295-1]

Tonnenweise wird überspülter und unbrauchbar gewordener Hausrat aus den Häusern geräumt. Manche Zeitgenossen wollen die Situation ausnutzen.

An den Straßen stehen Möbel, Elektrogeräte, Haushaltswaren und müssen entsorgt werden. Die Stadt hat, wie schon 2002, in den betroffenen Gebieten eine kostenlose Sperrmüllentsorgung organisiert. Eine große Hilfe für die Anwohner - eine Herausforderung für die Stadtreinigung. Neben dem normalen Tagesgeschäft, und da blieb wegen der Straßensperrungen ja auch viel Müll liegen, müssen nun die Sondertouren bewältigt werden. "Die Männer erledigen am Vormittag ihr normales Tagesgeschäft und fahren dann am Nachmittag noch einmal raus", erzählt Uwe Ehrlich, Gruppenleiter Systemabfuhr bei der Stadtreinigung.

Frank Karnak und Matthias Seidel sind zwei der Mitarbeiter, die gestern nach Feierabend noch einmal auf Tour gingen. Seit sechs Uhr sind sie auf den Beinen und immer noch gut drauf. "Der Müll muss weg", sagen sie. Die Zentrale sammelt die Informationen, wo Sperrmüll herumsteht, und organisiert dann die Einsätze. Die beiden Männer und ihr Müllauto werden nach Alttolkewitz abkommandiert. Die Fußwege dort sind gut gefüllt. Auf den engen Straßen ist die Kurverei mit dem Müllauto ziemlich nervig. Matthias Seidel nimmt es gelassen. "Wenn eine Bahn kommt, muss ich eben wegfahren."

Links und rechts der Straße stehen ganze Müllberge, zum Teil ist alles noch feucht und schmutzig und es müffelt. Ein unangenehmer Geruch liegt in der Luft, aber zimperlich sind die Männer nicht, die packen an. "Wir nehmen nur Sperrmüll mit", sagt Frank Karnak. "Farben, Metall und Elektrogeräte holen andere Kollegen, das kommt alles auf andere Deponien." So schauen sie ganz genau in Tüten und Kartons, damit nichts Falsches aufgeladen wird. An den Straßenrändern stehen aber auch Dinge, die nicht vom Wasser überspült wurden - Bauschutt oder ganz trockene Möbel. Da versuchen manche Zeitgenossen, die gar nicht von der Flut betroffen waren, kostenlos ihren Müll los zu werden, vermuten die Männer. Solche "Mülltouristen" gab es schon 2002 reichlich.

Es dauert nur wenige Minuten und der erste Müllberg ist im Auto verschwunden. Der Sperrmüll wird grob zerlegt und gepresst. Etwa 18 Tonnen passen in das Auto. In zwei Stunden, so vermuten die Männer, ist das Fahrzeug voll. Sie fahren dann zur Deponie und danach noch einmal los - zwei Touren wollen sie schaffen. Morgen geht das Ganze von vorn los. "Wir fahren, bis der Müll alle ist."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.06.2013

ml

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Trotz des Hochwassers ist in Dresden in den vergangenen Tagen nirgendwo die Trinkwasserversorgung zusammengebrochen. Und das, obwohl zwei der drei Wasserwerke abgeschaltet wurden.

09.09.2015

Nach der Flut haben in Dresden die Aufräumarbeiten begonnen. Um 18 Uhr hat die Stadt die Alarmstufe 4 und damit den Katastrophenalarm aufgehoben. Viele Straßen und die meisten Straßenbahngleise sind wieder befahrbar.

09.09.2015

Die Elbe hat sich zurückgezogen, Schlamm und Müll sind geblieben. Mit Schaufeln, Besen und Schubkarren rücken ihnen die Anwohner am Blauen Wunder zuleibe. Wasserschläuche und Kärcher sind im Dauereinsatz.

09.09.2015
Anzeige