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Mit dem Pieper vor der Klasse stehen

Freiwillige Feuerwehr sucht Verstärkung Mit dem Pieper vor der Klasse stehen

Als vor wenigen Wochen der Sturm Herwart über Dresden fegte, machten sich die Freiwilligen Feuerwehren in Dresden einmal mehr unverzichtbar. In der Stadt hängen von jetzt an Plakate, die auf das ehrenamtliche Engagement hinweisen sollen – und ein Nachwuchsproblem beheben sollen.

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Katrin Wiegand und Jan Sobottka von der Freiwilligen Feuerwehr in Dresden-Kaitz vor einem der neuen Plakate
 

Quelle: am

Dresden. Als Katrin Wiegands Kind drei Jahre alt war, machte es eine Prophezeiung. „Mama, wirst du auch einmal bei der Feuerwehr sein, wenn du groß bist?“, habe es damals gefragt. Das war vor fünf Jahren – inzwischen ist Wiegand tatsächlich bei der Feuerwehr. Die Grundschullehrerin hat seit 2015 immer ihren Pieper dabei und ist zur Stelle, wenn die Freiwillige Feuerwehr im Dresdner Stadtteil Kaitz gebraucht wird.

Wiegand ist eine von 572 Freiwilligen, die sich ehrenamtlich bei einer der 21 Stadtteilfeuerwehren in Dresden engagieren. In diesem Jahr sei ihre Stadtteilfeuerwehr schon zu rund 350 Einsätzen gerufen worden – im Schnitt ist das mehr als ein Einsatz am Tag. Aber nicht nur diese Zahl verdeutlicht, wie wichtig das Ehrenamt ist. Als vor wenigen Wochen der Sturm Herwart über Dresden tobte, musste die Feuerwehr zu 300 Einsätzen ausrücken. 160 davon, also mehr als die Hälfte, absolvierten die Freiwilligen.

„Wir sind rund um die Uhr einsatzbereit“, erklärt Wiegand und berichtet wieder von ihrem Pieper, den sie stets bei sich trage. Einmal habe sie sogar ihre Einkäufe stehen gelassen, als der sich meldete. „Nur wenn ich während des Unterrichts gebraucht werde, habe ich ein Problem, denn ich darf meine Klasse wegen der Aufsichtspflicht nicht alleine lassen.“ Ansonsten zeige ihr Chef aber viel Verständnis für ihre Tätigkeit.

Auch um sich bei den Arbeitgebern zu bedanken, habe die Stadt jetzt mehr als 100 Plakate mit der Aufschrift „112 – Sei dabei!“ aufhängen lassen, sagt Andreas Rümpel, Leiter des Brandschutzamtes. „Aber natürlich wollen wir damit auch Interesse für dieses Ehrenamt wecken“, fügt er hinzu. Es sei schließlich ein sehr befriedigendes Gefühl, anderen in Notsituationen zu helfen.

Das kann Wiegand bestätigen. „Kameradschaft, technisches Wissen und Sportlichkeit – all das kann man bei uns erfahren.“ Es lohne sich in vielerlei Hinsicht, beendet sie ihr Plädoyer für die Freiwillige Feuerwehr. Sie wirbt für das Engagement – und hat ihre Gründe. In den kommenden fünf Jahren beenden 77 Freiwillige ihre Tätigkeit, weil sie das 67. Lebensjahr erreichen. In zehn Jahren werden 168 der 572 aufgehört haben. Die Freiwillige Feuerwehr braucht also einen engagierten Nachwuchs.

Wer Mitglied bei einer Freiwilligen Feuerwehr oder einer Jugendfeuerwehr werden möchte, kann sich entweder direkt an die entsprechende Stadtteilfeuerwehr oder an die Geschäftsstelle der Freiwilligen Feuerwehr wenden. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite www.dresden.de/feuerwehr.

Von August Modersohn

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