Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Mit abgeschalteten Straßenlaternen spart die Stadt 685.000 Euro im Jahr
Dresden Lokales Mit abgeschalteten Straßenlaternen spart die Stadt 685.000 Euro im Jahr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:21 24.11.2015
Bevor alle Lampen hell erstrahlen, wird erst einmal geprüft. Quelle: Flechtner/Archiv
Dresden

Bauchlandung für die CDU: Der Antrag der Christdemokraten, auf die Abschaltung jeder zweiten Straßenlaterne im gesamten Stadtgebiet ab 23 Uhr zu verzichten, scheiterte jetzt an der rot-grün-roten Stadtratsmehrheit. Dafür setzte sich die SPD mit ihrer Idee durch, die Stadtverwaltung erst einmal prüfen zu lassen, ob es überhaupt einen Bedarf für mehr Beleuchtung in der Stadt gibt. "Wir sollten in Erfahrung bringen, wo kriminalpräventiv gewirkt werden muss", erklärte SPD-Fraktionsvorsitzender Christian Avenarius. Insgesamt sei Dresden nämlich eine "ausgesprochen sichere" Großstadt und der Grund für den CDU-Antrag nicht besonders einleuchtend.

Rund 685 000 Euro Energiekosten fallen laut Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) an, wenn die Stadt künftig auf die Nachtabschaltung verzichten sollte. Eine Summe, die die CDU in ihrem Antrag nicht erwähnt hatte. Entsprechend hart fiel das Urteil von Linke-Fraktionsvorsitzendem André Schollbach aus: "Wir haben lange Jahre Oppositionsarbeit gemacht. Aber wir hätten es uns nie gewagt, mit so einem Wisch im Stadtrat aufzukreuzen. Ich bin fassungslos, was für eine unwürdige Qualität die CDU hier abliefert. Der Antrag ist einfach nur schlecht recherchiert."

Gunter Thiele, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, hatte den Antrag mit dem subjektiven Sicherheitsempfinden der Dresdner Bürger begründet. Mehr Licht gerade in der dunklen Jahreszeit könne an Kriminalitätsbrennpunkten der Stadt für mehr Sicherheit sorgen, so Thieles Kalkül. "Ich denke an eine Verringerung von Autodiebstählen und Übergriffen in bestimmten Stadtteilen", erklärte der CDU-Mann.

Der Verzicht auf die Nachtabschaltung sei zwar teuer, aber Dresden als schuldenfreie Stadt könne sich ein Mehr an Sicherheit für die Bürger leisten. Den Prüfvorschlag der Sozialdemokraten lehne die CDU ab, erklärte Thiele. "Wir wollen das im ganzen Stadtgebiet haben und nicht in einzelnen ausgewählten elitären Vierteln", so der CDU-Stadtrat. Doch gegen die Stadtratsmehrheit konnten die Christdemokraten nichts ausrichten. Jetzt ist die Stadtverwaltung gefordert: Bis zum 1. März soll sie den Stadträten Stadtteile vorlegen, in denen sich ein Verzicht auf die Nachtabschaltung der Straßenlaternen im Sinne des CDU-Vorschlags anbieten würde.

Ob mehr Licht in der Nacht wirklich etwas bringt, ist umstritten. In Großbritannien und den USA wurden bei mehreren Studien keine Belege dafür gefunden, dass es einen Zusammenhang zwischen Straßenbeleuchtung und Kriminalitätsquote gibt.

Thomas Baumann-Hartwig

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Miniaturisierung ist das Zauberwort für magnetische Bauelemente, die in neuartigen elektronischen Bauteilen zum Einsatz kommen sollen. Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) setzen für deren Herstellung auf Ionenstrahlen.

24.11.2015

Ungemütliche Botschaft für Kleingartenfreunde: Unter dem sperrigen Titel "Fortschreibung des Abwasserbeseitigungskonzeptes" regelt die Stadt nicht nur die Entsorgung für entlegene Grundstücke.

24.11.2015

Kneten, rollen, backen - Stollenmädchen Lydia Helbig formt in der Backstube von Konditormeister Tino Schreiber Bausteine für den diesjährigen Riesenstriezel. 27 Platten steuert die angehende Konditorin gemeinsam mit ihrem Pirnaer Lehrmeister zum Gelingen des Giganten bei.

24.11.2015
Anzeige