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Mit Vollgas über die Schlossallee

Raser vor Gericht Mit Vollgas über die Schlossallee

Weil sie mit einem geklauten Auto betrunken über die Straßen bretterten, standen nun zwei Litauer vor Gericht.

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Quelle: dpa

Moritzburg/Dresden. Anfang März kamen die Litauer Egidijus V. und Arunas S. nach Dresden, um hier zu arbeiten. Sie seien nach Mailand geflogen und ihr Chef habe sie von dort hier her gefahren, erzählten sie Wer oder was ihr „Chef“ auch immer ist, er muss sehr großzügig sein, so etwas tun Vorgesetzte selten. Aus dem „Arbeiten“wurde nichts - Zeitprobleme - 14 Tage später saßen sie in U-Haft. Das Duo hatte auf der Conradstraße einem Studenten sein Auto geklaut, war in der Nacht zum 13. Februar in eine Verkehrskontrolle geraten und abgehauen. Die Diebe gaben Gas und ignorierten die Aufforderungen der Beamten zum Halten. Egidijus V. bretterte vor der Polizei mit bis zu 140 km/h durch die Stadt, über Boxdorf Richtung Moritzburg, raste dort mit Vollgas über die Schlossallee, bekam die Kurve nicht und knallte frontal gegen einen parkenden VW – jeweils Totalschaden. Durch den Aufprall wurden die Wagen um dort aufgestellten Poller und Schaukästen gewickelt – Gesamtschaden rund 21 000 Euro. Die VW-Besitzerin, die kurz vorher ausgestiegen war, hatte Glück im Unglück, ein Bekannter konnte sie in letzte Sekunde zur Seite stoßen. Die 30-Jährige wurde nicht verletzt, erlitt aber einen Schock. Die beiden Litauer landeten schwer verletzt im Haftkrankenhaus und gestern vor Gericht.

Sie erzählten zunächst abenteuerliche Geschichten, da passte vieles nicht zusammen, räumten dann die Vorwürfe ein, wollten sich aber nicht näher äußern. „Ich wollte niemandem in diesem Land schaden“, erklärte Egidijus V. Ach nee, und warum klauen sie dann und rasen besoffen aber ohne Führerschein durch die Straßen? Sie haben Schaden hinterlassen. Die 30-Jährige hat noch heute Probleme. „Ich bekomme Panik, wenn ich Autoreifen quietschen höre“. Das VW Caprio war ihr Traumauto, sie hatte es sich mühsam zusammengespart, viel Geld investiert und erst an diesem Tag die TÜV-Plakette bekommen. Auf das Geld der Versicherung wartet sie noch heute. Und was wäre gewesen, wenn ihr Begleiter nicht so schnell reagiert hätte?

Egidijus V. wurde zu elf, sein Kumpan zu sieben Monaten verurteilt – beide Strafe wurden zur Bewährung ausgesetzt. Sie wollen wieder zurück nach Litauern, hatten sie zu Verhandlungsbeginn erklärt – sie sollten es schnellstens tun.

Von Monika Löffler

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