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Lokales Mit Pauken und Trompeten nach Kanada
Dresden Lokales Mit Pauken und Trompeten nach Kanada
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08:52 02.11.2018
Trommeln, blasen – und marschieren: Die Mitglieder des Fanfarenzugs brauchen viel Gefühl für Rhythmus. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Wettkampfreisen führten den Fanfarenzug Dresden bereits auf die verschiedensten Kontinente. Die Musikgruppe reiste schon nach Tokio, New York und Südafrika – nun soll es im Juli 2019 nach Kanada zu ihrer vierten Marschparaden-Weltmeisterschaft gehen.

Um die Reise bezahlen zu können, sucht der Verein noch nach finanzieller Un­terstützung. Neu sei das laut Marcel Scheibe nicht. „Wir hatten schon bei früheren Anlässen im Vorfeld Finanzierungsprobleme. Die konnten wir aber bis zum Reisebeginn immer aus der Welt schaffen“, erzählt der Vereinsvorsitzende des Fanfarenzuges. „Randsportarten wie unsere haben es nicht so leicht, wie beispielsweise der Fußball“, ergänzt der Vorsitzende des Fördervereins, Eberhard Tschök.

Der Tambourstab ist beim Fanfarenzug gewissermaßen der Dirigentenstock. Damit wird für alle ein einheitliches Tempo vorgegeben. Quelle: Anja Schneider

Das taktvolle Hobby ist durchaus eine Sportart, wie Scheibe bestätigt. „Es geht darum, mit dem ganzen Körper Musik und Bewegung in Einklang zu bringen. Bei einem Ganztagestraining werden 20 Ki­lometer und mehr marschiert“, erzählt er. Dies dürfte wohl auch den letzten Zweiflern vor Augen führen, dass es sich bei der „Sportmusik“ wirklich um eine Sportart handelt.

Das der Ausflug ins Land des Ahornblattes nicht billig wird, war Scheibe zu­folge allen Beteiligten klar. Schließlich müssen etwa vierzig Mitglieder mitsamt ihren Instrumenten über den großen Teich geflogen werden. Seit der WM-Qualifikation im Juli diesen Jahres laufen deswegen bereits die Vorbereitungen für die Teilnahme.

„Wir werden nicht darum herum kommen, von unseren Mitgliedern einen kräftiger Eigenanteil einzufordern“, erklärt Scheibe. Die Finanzierungslücke soll zu­dem durch mehrere Einzelmaßnahmen ge­schlossen werden. Dabei sind die Mitglieder durchaus kreativ: Manche gehen Blutspenden, andere verkaufen ihren Trö­del auf dem Flohmarkt.

Aktuell gehören dem Verein etwa 80 Mitglieder im Alter von vier bis etwa 40 Jahren an. „Der Fanfarenzug verbindet Musik mit Sport und vereint Menschen zu einer großen Band“, schwärmt Tschök. „Teilweise sind Eltern gemeinsam mit ih­ren Kindern im Verein tätig, das macht es sehr familiär“, erzählt der Fördervereinsvorsitzende. „Alle sind mit der gleichen Leidenschaft dabei – die Musik verbindet einfach“.

In den vergangenen Jahren konnten die Sportmusiker bereits mehrmals bei in­ternationalen Wettbewerben überzeugen. Den bisher größten sportlich-musikalischen Erfolg erkämpften die Dresdner sich bei der Weltmeisterschaft 2015 in Ko­penhagen. In der Disziplin „Marschparade“ holten sie sich den Titel des Vizeweltmeisters. Seit 2001 wurde der Verein au­ßer­dem zwölf Mal sächsischer Landesmeister.

Der nächste Wettbewerb ist hoffentlich das Treffen der Weltspitze im kanadischen Calgary. „Wir wollen dort als Band auftreten, uns weiterentwickeln und vor al­lem gut präsentieren“, beschreibt Scheibe die Ziele bei der WM. Nach dem Ende des mehrtägigen Wettbewerbs soll noch nicht der Heimflug angetreten werden. „Wir möchten der Mannschaft unseren Dank für ihr Engagement ausdrücken und deshalb den Aufenthalt um einige Ta­ge verlängern“, verrät er. Geplant sind Ausflüge zu den bekanntesten Attraktionen vor Ort.

Ähnlich wie die Dresdner haben auch andere Fanfarenzüge auf der Welt mit dem Geldproblem zu kämpfen – wie viele Mannschaften nächstes Jahr tatsächlich an der Weltmeisterschaft teilnehmen, ist deswegen noch ungewiss. Tschök und Scheibe sind sich aber sicher: Der Fanfarenzug Dresden ist auf jeden Fall dabei.

Neugierige, die auch beim Fanfarenzug mitmachen wollen, brauchen dem Verein zufolge keine Grundkenntnisse. Die Instrumente und die Kleidung werden gegen eine Kaution vom Verein ge­stellt. Auch dem Alter sind keine Grenzen gesetzt – jeder kann sich einbringen. Wer das Vorhaben WM 2019 unterstützen möchte, kann sich an den Verein per E-Mail (foerderverein@fanfarenzug-dresden.de) wenden.

Von Thomas Franke und Annafried Schmidt

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