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Mit Aufklebern gegen Glasscherben

Äußere Neustadt Mit Aufklebern gegen Glasscherben

Spätshops in der Äußeren Neustadt nehmen ab sofort auch pfandfreie Glasflaschen entgegen. Aufkleber mit einem markigen Spruch sollen die Partygänger auf den Service aufmerksam machen.

Spätshopbetreiber Kalid Mazhar mit einer der Flaschen, die bereits mit einem Aufkleber beklebt wurden

Quelle: Hauke Heuer

Dresden. „Halte die Umwelt sauber, Freundchen! Es könnte Dein Hintern sein, in dem die Scherbe steckt.“ Die Botschaft, die die Spätshopbetreiber der Äußeren Neustadt gemeinsam mit der Stadt Dresden den Besuchern des Szeneviertels zukommen lassen wollen, ist mehr als deutlich: Zerschmissenes Glas hat auf den Straßen der Neustadt keinen Platz. Stattdessen können ab sofort alle Flaschen in den neun Spätshops der Äußeren Neustadt abgegeben werden – auch Wein- oder Schnapsflaschen für die es kein Pfand zurück gibt. Mit Aufklebern auf den Flaschen und an den Läden soll auf die Aktion aufmerksam gemacht werden.

„Seit einem Jahr dürfen in der Äußeren Neustadt wieder auch Freitags und Sonnabends nach 22 Uhr Glasflaschen an Laufkundschaft verkauft werden. Einige Anwohner, aber auch das Ordnungsamt haben das Gefühl, dass sich in der Folge wieder mehr zerbrochenes Glas auf den Straßen befindet. Dem wollen wir gemeinsam mit den Spätshopbetreibern entgegen wirken“, erklärt André Barth, Leiter des Ortsamtes Dresden Neustadt. Bei der Gestaltung der Aufkleber mit dem markigen Spruch sei man bewusst vom offiziellen Tonfall der Stadtverwaltung abgerückt, um die Partygänger zu erreichen.

Nicht alle Besitzer von Spätshops sind der Meinung, dass mehr Flaschen zerschlagen werden seitdem die Polizeiverordnung außer Kraft ist, aber alle machen mit. „Diejenigen, die sich über die Aufhebung des Verbotes aufgeregt haben, sehen jetzt natürlich in jeder Glasscherbe eine Folge dieser Entwicklung. Dennoch beteiligen wir uns und zeigen so unseren guten Willen. Wir fühlen uns verantwortlich für die Neustadt“, sagt Kai Harand, Betreiber des „Holfix“ an der Rothenburger Straße. Auch Kalid Mazhar, der den „Supermarkt Food 5“ an der Alaunstraße betreibt, hält den Schritt für eine gute Idee: „Die Scherben sind wirklich gefährlich. Ich will, dass in meinem Laden Ordnung herrscht. Dasselbe gilt natürlich auch für den Bürgersteig. Deshalb freue ich mich über diese Aktion“, sagt er. Ein zusätzlicher Arbeitsaufwand würde nicht entstehen, da sowieso regelmäßig Altglas anfalle, so Mazhar

Die Inhaber der Läden legen allerdings großen Wert darauf, dass sie keine Anlaufstelle für diejenigen sind, die den Gang zum Altglascontainer scheuen. „Wir nehmen die Flaschen nur in vernünftigen Mengen entgegen“, stellt Metin Özbingöl, Betreiber des „ABC-Spätshop“ an der Görlitzer Straße klar.

Von hh

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