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Lokales Mister Matthew auf dem Weg zum Kilimandscharo
Dresden Lokales Mister Matthew auf dem Weg zum Kilimandscharo
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11:29 08.10.2018
Modeblogger Mister Matthew tauschte Anzüge und Designerkleidung gegen wetterfeste Outdoorkleidung. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Zentimeter vor dir eine Wand, hinter dir geht es steil bergab. Es muss also vorwärts, beziehungsweise nach oben weiter gehen. Sechs junge Erwachsene haben sich vor einigen Wochen auf den Weg zum Gipfel des Kilimandscharo gemacht. Mit von der Partie war auch der Dresdner Modeblogger Matthias Limmer, oder auch Mister Matthew. Im Rahmen von „Projekt:Horizont“, welches von Caspar Schaede, Daniel Goihl, Karl Nesseler vom Content-Netzwerk funk von ARD und ZDF produziert worden ist, stellten sich die sechs unterschiedlichsten jungen Menschen dieser 5895 Meter hohen Herausforderung.

Einer direkt aus dem Knast, eine andere mit körperlichen Problemen, ein Mädchen, was den Schulabschluss nicht schafft und eben Mister Matthew, der bereits seit Schulzeiten mit Mobbing aufgrund seiner Homosexualität zu kämpfen hatte. Jeder hat also sein seelisches Päckchen zu tragen. Das physische Gepäck haben Einheimische den Teilnehmern während ihres Weges entlang der Machame Route größtenteils abgenommen, weshalb aus der sechsköpfigen Bergsteigergruppe am Ende eine Mannschaft aus über 40 Leuten wurde, inklusive des Produktionsteams, eines professionellen Tourguides, einer Sozialarbeiterin sowie Physiotherapeuten.

Wie ein Berg Menschen verändert

Vorab: Matthew darf noch nicht verraten, ob er es tatsächlich auf den Gipfel des Kilimandscharo geschafft hat. Denn der Aufstieg wird episodenweise jeden Donnerstag um 16 Uhr auf dem Youtube-Kanal ,,Projekt:Horizont“ sowie auf funk.net gezeigt. Insgesamt sind es dreizehn Ausgaben, drei sind bereits online zu sehen. Matthew und seine neu gewonnenen Freunde haben die Serie natürlich schon komplett gesehen. Ende September fand die große Premiere statt, die für alle sehr emotional war, wie Matthew berichtet: „Als sich abzeichnete, wer es nicht auf den Gipfel schaffen würde, wurde für jeden einzelnen geklatscht, der umkehren musste. Das hat mich sehr berührt“.

Doch von vorn: Matthew nahm bereits 2017 an dem sozialen Experiment „Diktator“ des ZDF teil und bekam so auch Wind von dem neuen Projekt. Es folgten eine Bewerbung per Video sowie mehrere Gespräche. Die Bedingung: eine bewegende Geschichte erzählen können. Denn funk wollte sechs junge Menschen finden, die unterschiedlicher kaum sein könnten und trotzdem eine gemeinsame Herausforderung bestreiten. Matthew kann das im Nachhinein bestätigen: „Ohne das Projekt hätten wir uns sicherlich nicht gefunden. Die Reise hat uns sehr zusammengeschweißt. Die Gruppe fehlt mir sehr“. Dennoch soll es bei funk nicht darum gehen, wer die dramatischeren Stories im Verlauf der Sendung zu erzählen hat, sondern wie der Aufstieg die Teilnehmer verändert.

Guide Karl hat schon viele Berge bestiegen und erzählt in der ersten Folge, dass er nach jedem Abstieg eine gewisse Veränderung bei sich spürte. Daraus entstand schließlich die Idee des Projektes. Auch an Matthew ging die Erfahrung nicht spurlos vorbei: „Ich bin sensibler und empathischer für das Leiden und den Schmerz anderer geworden. Ich habe zum ersten Mal erfahren, was es heißt, wenn man richtig Teil einer Gruppe. So konnte ich mich auch im Teamgeist üben. Die Zeit mit der Gruppe hat mir gezeigt, dass man gemeinsam viel stärker ist als alleine“.

 Körperliche Fitness ist zweitrangig

Im Trailer sagt Matthew, dass er vor allem Angst vor der Kälte habe. Kalt war es rückblickend vor allem, als sie die Wolkengrenze passierten. Doch es gab noch eine andere Herausforderung, die den Bergsteigern zu schaffen machte: das Höhenfieber. Das kann jeden Bergsteiger erwischen. „Es ist ein bisschen wie ein Hangover und einige von uns hat es auch erwischt, wie man in späteren Episoden sehen wird“, erzählt er. Matthew selbst hatte mit sehr starken Kopfschmerzen zu kämpfen, von den anderen Symptomen blieb er verschont. Letztendlich war dennoch die Höhe und was diese mit dem Körper anstellt, die größte Herausforderung für den Dresdner Modeblogger.

Außerdem prophezeit Matthew, dass die Zuschauer sicher überrascht sein werden, wer es am Ende tatsächlich auf den Gipfel schafft und wer nicht. „Körperliche Fitness spielt an einem Berg wie dem Kilimandscharo nur bedingt eine Rolle. Wichtiger ist die mentale Stärke“, erklärt er. Der finale Aufstieg fand in der Nacht statt, immerhin mussten die Teilnehmer ja am selben Tag auch wieder runter vom Gipfel. Hier entschied sich endgültig, wer der Herausforderung gewachsen war und wer doch noch kurz vor Ziel abbrechen musste.

Insgesamt verbrachte die Gruppe zwei Wochen in Afrika, sechs Tage davon auf dem Weg zum Gipfel des Kilimandscharo. Danach standen noch eine Safari, der Besuch einer Kaffeeplantage sowie Begegnungen mit den Einheimischen auf dem Plan. Matthew hat nach eigener Aussage Blut geleckt, was das Bergsteigen betrifft. „Dieses Gefühl, mehrere Tage auf einem Berg zu sein, dort zu schlafen und als Gruppe immer höher und höher zu kommen, ist einfach unbezahlbar“, sagt er rückblickend. Doch nun müssen die Zuschauer erstmal noch lange zehn Wochen warten, bis sie erfahren, ob er es überhaupt auf seinen ersten Gipfel geschafft hat.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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