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Lokales Missbrauchsfälle im Bistum Dresden-Meißen - Bischof schämt sich
Dresden Lokales Missbrauchsfälle im Bistum Dresden-Meißen - Bischof schämt sich
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18:24 25.09.2018
Bischof Heinrich Timmerevers in der katholischen Hofkirche Quelle: dpa
Dresden

28 Kinder und Jugendliche sind in den vergangenen 60 Jahren im Bistum Dresden-Meißen von katholischen Priestern sexuell missbraucht worden. Im Zeitraum von 1953 bis 2014 seien insgesamt 15 des sexuellen Missbrauchs beschuldigte Priester bekannt. Unter den 28 Opfern sind nach Angaben des Bischöflichen Ordinariats vom Dienstag in Dresden 15 Mädchen und 13 Jungen. Das jüngste Opfer war sechs Jahre alt, das älteste 18 und die meisten Elf- bis 13-Jährige.

In einer Erklärung zur Studie zum sexuellen Missbrauch von Priestern, Diakonen und Ordensleuten an Minderjährigen hat Bischof Heinrich Timmerevers die Opfer um Entschuldigung gebeten. „Es hat mich erschüttert und es tut mir unendlich weh“, sagte er.

„Ich schäme mich dafür, dass Kleriker und Ordensleute die menschliche Würde von Kindern, Jugendlichen und Schutzbefohlenen mit Füßen getreten haben.“ Er versprach konsequente Aufklärung und Hilfe für die Betroffenen. Das bis nach Thüringen reichende Bistum, in dem fast 142 000 Katholiken leben, hat die Opfer mit 2000 bis 17 000 Euro unterstützt. Insgesamt wurden 96 500 Euro gezahlt. Schulungen von Priestern, Mitarbeitern und in der Priesterausbildung sollen künftige Fälle vermeiden helfen.

Nach Angaben des Bischöflichen Ordinariats wurden 345 Personalakten ausgewertet. Jeweils drei der Täter sind tot und unbekannt, drei wurden wegen ihrer Vergehen aus dem Priesterstand entlassen und entweiht, ein Priester vom Dienst freigestellt. Zwei Priester im Ruhestand wurden verurteilt, gegen einen weiteren laufen wegen eines aktuellen Verdachts Voruntersuchungen. Es geht um Tatvorwürfe aus den Jahren 2008 bis 2014, die meisten Missbrauchsfälle datieren aus DDR-Zeiten zwischen 1970 und 1989.

Nach der bei der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda vorgestellten Studie sollen bundesweit zwischen 1946 und 2014 insgesamt 1670 katholische Kleriker 3677 meist männliche Minderjährige sexuell missbraucht haben. Die meisten Betroffenen waren beim ersten Mal maximal 13 Jahre alt. Die Dauer der Handlungen erstreckte sich über längere Zeiträume, im Schnitt über mindestens 15 Monate. Mehr als 80 Prozent erlitten Taten mit körperlicher Berührung.

Das Bistum Görlitz stellt seine Bilanz erst am Mittwoch vor. Bischof Wolfgang Ipolt hatte am Wochenende von „erschreckenden Wahrheiten“ gesprochen und die Opfer um Vergebung gebeten. „Was wir durch die Studie erfahren, ist beschämend für unsere Kirche und darf weder entschuldigt noch beschönigt werden.“ Der grobe Vertrauensmissbrauch von Priestern, Ordensleuten und pastoralen Mitarbeitern, die im Dienst des Evangeliums stehen, sei „eine himmelschreiende Sünde“.

dpa

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