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Lokales Missbrauch bei der Dresdner Parkeisenbahn: Neue Verdachtsfälle
Dresden Lokales Missbrauch bei der Dresdner Parkeisenbahn: Neue Verdachtsfälle
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17:38 21.03.2018
Seit Juni 2016 arbeiten die SBG mit Shukura an einem Kinderschutzkonzept, um alle Lücken für mögliche Täter zu schließen. Quelle: dpa
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Dresden

Der Missbrauchsskandal bei der Parkeisenbahn, der im Dezember 2016 ans Licht kam, war offenbar kein Einzelfall. Das bestätigten am Freitag die Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen (SBG) sowie der Parkbahn-Förderverein gegenüber den DNN. Bei einer aufgrund des Skandals gestarteten Mitgliederbefragung unter Parkeisenbahnern hätten sich demnach aus den 82 anonymen Antworten zwei weitere Verdachtsfälle ergeben. Sie richten sich ebenso gegen Tilo H., den Verdächtigen der schon bekannten Taten, der im Mai 2016 nach seiner Suspendierung Suizid begangen hatte. „Auf den ersten Blick sind diese Fälle strafrechtlich nicht relevant, aber das wird noch genauer untersucht“, teilte SBG-Sprecher Uli Kretzschmar mit.

Unabhängig davon hätten sich zwei weitere Betroffene persönlich gemeldet. „Auch dies werten wir vorläufig nur als Grenzüberschreitungen. Allerdings deutet alles darauf hin, dass hier zwei neue Tatverdächtige ins Spiel kommen, die jedoch beide schon seit Jahren nicht mehr bei der Parkeisenbahn sind“, so Kretzschmar weiter. Im Zusammenhang mit einem dieser Fälle habe 2014 das Dresdner Jugendamt Strafanzeige gestellt, sie dann aber fallengelassen, zu Ermittlungen kam es deshalb nicht. Eines der mutmaßlichen Opfer, ein heute 19-Jähriger, sei nun sofort an Shukura weitergeleitet worden, die Dresdner AWO-Fachstelle zur Prävention sexualisierter Gewalt, mit der die SBG zur lückenlosen Aufklärung aller Vorwürfe eng zusammenarbeiten.

„Leider gibt es jemanden aus dem Umfeld der Parkeisenbahn, der über eine Liste mit zahlreichen weiteren Vorwürfen verfügt, sie uns aber nicht zur Verfügung stellt“, ärgert sich Kretzschmar. In dem Dokument wird unter anderem einem ehemaligen Lokführer der Parkeisenbahn vorgeworfen, Sex mit einer damals 15-Jährigen gehabt zu haben. Außerdem soll schon 2010 ein Junge die damalige SBG-Geschäftsstellenleiterin des Großen Gartens über einen Vorfall informiert haben, was das Unternehmen nun erst mal intern aufklären will. „Ich frage mich, ob das in der Schlösserverwaltung unter den Tisch gekehrt wurde“, sagt Jens Großmann vom Förderverein der Parkeisenbahn.

Nach seinen Angaben sei es in weiteren Fällen auch um „unangemessene Schenkungen und das Nichteinhalten der notwendigen Distanz zu Jugendlichen“ sowie um „unangemessene Aussagen“ gegenüber jungen Parkeisenbahnern gegangen. Gestern hatte zunächst die SZ zu den Vorwürfen berichtet. Bei der Parkeisenbahn waren zuletzt 230 Jugendliche und Kinder ab zehn Jahre tätig. Die neue Saison beginnt im April.

Seit Juni 2016 arbeiten die SBG mit Shukura an einem Kinderschutzkonzept, um alle Lücken für mögliche Täter zu schließen. „Wir glaubten, dass es bei uns solche Strukturen schon gibt, mussten aber feststellen, dass sie nicht ausgereicht haben“, gibt Kretzschmar zu. Die Stimmung sei derzeit sehr angespannt. „Sollte es weitere Vorkommnisse gegeben ha-ben, werden die, die es betrifft, kein Interesse an einer Aufarbeitung haben. Aber es gibt auch die grundsätzliche Angst um die Parkeisenbahn selbst, die von einem guten Ruf lebt, der nun dahin ist.“

Von Stefan Schramm

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