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Mirko aus Dresden glaubt fest an den Weltuntergang

Mirko aus Dresden glaubt fest an den Weltuntergang

Mirko ist bestens gerüstet für den Fall, dass heute die Welt untergeht. Seit Wochen bereitet sich der 23-jährige Dresdner darauf vor, häufte Vorräte an und brachte diese in ein geheimes Versteck in der Heide, wo er nun zusammen mit etwa 15 Freunden dem Ende entgegensehen will.

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Diese Karte von Dresden hat Mirko aus dem Internet heruntergeladen. Rot markiert sind die Zonen, wo man sich heute im Falle eines Zombie-Angriffs möglichst nicht aufhalten sollte und wo die Notversorgung gewährleistet ist. Als sicher gilt die Heide.

"Ich bin fest davon überzeugt, das etwas passieren wird, die Frage ist nur was. Und ich hoffe, dass ich in der Dresdner Heide die größten Überlebenschancen habe", sagt Mirko.

Seinen vollen Namen will er nicht nennen, auch kein Foto von sich in der Zeitung sehen. "Sie wissen bestimmt von den Denunziationskampagnen der Menschen, die Leute wie mich 'Verschwörungstheoretiker' oder Ähnliches nennen." Mirko ist es leid, selbst im engeren Bekanntenkreis als Spinner abgetan zu werden, bloß weil er das Ende des Maya-Kalenders und den daraus interpretierten Untergang der bisherigen Welt sehr ernst nimmt.

Vor ziemlich genau sechs Jahren hat es begonnen. Mirko las im Internet einen Artikel über den mythenumrankten 21. Dezember 2012 und studierte seitdem die verschiedensten Weltuntergangstheorien, las Bücher über Nostradamus & Co. und kam irgendwann zu dem Schluss: "In beinahe jeder Kultur gibt es solche Endzeiterwartungen, dass es zum Beispiel drei Tage lang dunkel sein wird. Andere Theorien rechnen mit einem Polsprung, dass also der Nord- und der Südpol die Seiten wechseln. Solch ein Polsprung könnte auch der Auslöser für den Ausbruch des Vesuvs bei der Zerstörung von Pompeji gewesen sein", meint der 23-Jährige.

Mirko hält es zudem für wahrscheinlich, dass diverse Sonneneruptionen im vergangenen Jahr und große Asteroiden, die der Erde in letzter Zeit (angeblich) ungewöhnlich nahe kamen, Vorboten des nahenden Weltuntergangs sind: "Das ist so eine Art Zwangsupdate für unseren Planeten. Denn der Mensch hat bislang nicht verstanden, um was es eigentlich geht. Alles wird ausgebeutet und geplündert."

Folgt man dieser Logik bis zum Schluss, ist eigentlich klar, dass es Menschen geben muss, die den heutigen Freitag überleben. "Klar", stimmt Mirko zu. "Im Internet kursieren schon länger viele Karten, die teilweise sublokal die Zonen ausweisen, die als sicher gelten. In Dresden trifft das zum Beispiel für die Heide zu, sollte unsere Stadt von Zombies überrannt werden."

Mirko erzählt auch von geheimen Unterlagen des US-Militärs, wonach die amerikanische Regierung die als sicher eingestuften Gebiete hermetisch abriegelt, um dort Vertreter all der Berufsgruppen unterbringen zu können, die für den Aufbau einer neuen Welt nach der Apokalypse extrem wichtig sind, also zum Beispiel Wissenschaftler.

Als Dresdner beschäftigt ihn aber noch eine ganz andere Frage: Warum liegt mit dem Codex Dresdensis, dem Auslöser des grassierenden Weltuntergangsfiebers, eine authentische Handschrift der Maya ausgerechnet in der Universitätsbibliothek der sächsischen Landeshauptstadt, wo weltweit doch gerade einmal drei dieser alten Schriftstücke erhalten geblieben sind? Schützt der Codex die Dresdner womöglich vor einem Angriff des Weltenfressers? Oder trifft es die Elbestadt gar besonders hart? Wie auch immer, an einen bloßen Zufall mag Mirko nicht glauben.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.12.2012

Christoph Stephan

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