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Lokales Minister: 101. Oberschule erhalten
Dresden Lokales Minister: 101. Oberschule erhalten
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15:55 09.04.2018
Schule, die Probleme löst: Schulleiterin Juliana Dressel-Zagatowski mit Minister Christian Piwarz. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

„Ich persönlich bin sehr sicher, dass der Stadtteil Johannstadt eine Schule wie die 101. Oberschule braucht“, erklärte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) am Montag und legte gleich noch einmal nach: „Ich habe ein veritables Interesse daran, dass die Angebote der 101. Oberschule der Johannstadt erhalten bleiben.“

Ein klares Bekenntnis zur Universitätsschule im Schulgebäude der 101. Oberschule sieht anders aus, und Piwarz erinnerte die Landeshauptstadt Dresden auch an die Hausaufgabe, die das Kultusministerium im Genehmigungsbescheid für die Universitätsschule erteilt hat: „Wir wollen bis zum 30. April wissen, was mit den Bestandsschulen in Johannstadt geschehen soll.“

Die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit will die Universitätsschule in Johannstadt etablieren. Auf lange Sicht reicht der Platz im Schulgebäude aber nicht für ein Nebeneinander von 101. Oberschule und Universitätsschule aus. Ein ungelöster Konflikt, der von einem zweiten Problem verschärft wird: Es haben deutlich zu wenig Eltern ihre Kinder an der Universitätsschule angemeldet (DNN berichteten).

Carsten Walther gehört zu den Eltern, die ihr Kind angemeldet haben. Er fordert, dass die Beschlüsse des Stadtrats umgesetzt werden und die Universitätsschule ihren Betrieb zum Schuljahresbeginn im August aufnimmt. Er arbeitet in einer Elterninitiative mit. „Wir stehen hinter dem Konzept und wollen, dass die Schule startet“, sagte er.

Die Technische Universität Dresden erklärte am Montag, sie werde am Konzept der Universitätsschule festhalten. „Trotz der klaren Absprachen und Beschlüsse ist im Moment noch nicht sicher, ob die Universitätsschule zum kommenden Schuljahr starten kann“, konstatierte TU-Sprecherin Kim-Astrid Magister. Die Entscheidung werde wohl erst bei einem Treffen der städtischen Steuerungsgruppe am Donnerstag fallen.

Unabhängig davon, wie die Entscheidung am Donnerstag ausgehe, werde die TU am Projekt Universitätsschule festhalten und weiter an der Realisierung arbeiten, kündigte Magister an. Gegebenenfalls an einem anderen Standort oder mit einem anderen Schulträger, der in jedem Fall ein öffentlicher sein müsse.

Die Universitätsschule biete die Chance, wissenschaftlich fundiert neue Wege in der Schulbildung zu entwickeln. Dank der wissenschaftlichen Begleitung könnten neue Formen des Lehrens und Lernens in einem definierten Raum erprobt werden, so die TU-Sprecherin. Die Universitätsschule habe das Potenzial, ein Leuchtturmprojekt für Dresden und Sachsen zu werden.

Die TU müsse auf bestimmte wissenschaftliche Standards bestehen, um den Erfolg der Universitätsschule nicht zu gefährden. Voraussetzung sei zum Beispiel der Aufbau einer dreizügigen Schule. Nur dort könne eine genügend große Lehrerzahl zusammenkommen, die für das geplante flexible Zeitmodell benötigt werde.

Piwarz erklärte, die größte Not an Sachsens Schulen bestehe darin, Ersatz für die Kolleginnen und Kollegen zu finden, die in den Ruhestand gehen. „Erst wenn wir genügend Personal haben, können wir die inhaltlichen Debatten führen über den Klassenteiler und weitere Fragen.“

Piwarz schaute sich am Montag an der 101. Oberschule um und meinte beeindruckt: „Das ist keine Problemschule, sondern eine Schule, die Probleme anpackt.“ Laut Schulleiterin Juliana Dressel-Zagatowksi werden an der Schule Kinder und Jugendliche aus 32 Nationen unterrichtet. Daneben aber auch Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen und Familienstrukturen, die teilweise in Wohngruppen leben.

Die Schulsozialarbeit ist die Schnittstelle zwischen Schule und Eltern, erläuterte Dressel-Zagatowski. Jeden Dienstag finde ein Sprachkurs für Erwachsene ab, in dem die „Schulsprache“ erläutert werde. „Wie melde ich ein Kind vom Unterricht ab?“ oder: “Wie fülle ich Formulare für eine Klassenfahrt aus?“, seien Fragen, die dort beantwortet würden.

Für die Schülerinnen und Schüler biete Schulsozialarbeit vor allem Freizeitgestaltung außerhalb des Elternhauses. „Für viele muslimische Mädchen ist das die einzige Möglichkeit, Zeit außerhalb ihrer Wohnung zu verbringen“, erläuterte Dressel-Zagatowski. Ein Schulclub, die Schülerfirma „Boss Meal“ und viele andere Angebote würden dabei helfen, Integration zu leben.

Die funktionieren könne, so die Schulleiterin. Zwei junge Männer aus Tschetschenien erklärten auf ihre Nachfrage im nahezu akzentfreien Deutsch, sie seien gerade erst am Beruflichen Gymnasium angenommen worden. „Das zeigt, welche hervorragende Arbeit hier geleistet wird“, meinte Piwarz.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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