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Lokales Millionen für die 30. Grundschule
Dresden Lokales Millionen für die 30. Grundschule
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08:33 07.10.2018
In diesen Containern werden die Kinder der 30. Grundschule nach den Ferien den Unterricht fortsetzen. Ihre Schule wird saniert. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Viel Freude am Freitag an der 30. Grundschule: Einen Tag vor den Ferien hat Kultusminister Christian Piwarz (CDU) die Fördermittel für die Sanierung des alten Schulgebäudes offiziell an die Stadt übergeben. Bei den Knirpsen erntete er dafür bei einer kleinen Feierstunde viel Beifall. Als sie den Minister am Eingang begrüßten, hatten sie auf seine Frage allerdings auch unumwunden eingeräumt, dass sich schon in „Ferienlaune“ sind.

4,4 Millionen Euro vom Freistaat

Nach der freien Zeit setzen die Kinder den Unterricht dann in mobilen Raumeinheiten fort, wie die Container amtlich genannt werden. Für 5,8 Millionen Euro will die Stadt das Altgebäude der Schule sanieren, einen Fördermittelbescheid über 4,4 Millionen Euro hatte der Kultusministerium dafür mitgebracht. Die Gelder stammen aus dem Programm „Brücken in die Zukunft“, das aus Gelder von Bund, Land und Kommunen gespeist wird.

Die Geschichte des Schulstandortes reicht bis zum Beginn des vergangenen Jahrhunderts zurück. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Areal weitgehend zerstört. Ab 1964 entstand dann das gegenwärtige Schulgebäude, 1965 startete die Polytechnische Oberschule, die ab 1967 den Namen „Wilhelm Pieck“ trug. Nach der Wende gab es dann von 1992 bis 2012 eine Grund- und eine Mittelschule am Standort. Die Mittelschule, die jetzt in Sachsen wieder Oberschule heißt, befindet sich inzwischen am Unteren Kreuzweg.

Eine Architektur wie bei dem mehr als 50 Jahre alten Schulhaus an der Hechtstraße ist in Dresden lediglich an drei weiteren Gebäuden zu finden. Quelle: Anja Schneider

Kinder finden Container gut

Das alte Hortgebäude wurde bereits durch einen Neubau ersetzt, im Schulgebäude sind Sanitäranlagen und der feuchte Keller auch vor einigen Jahren bereits instandgesetzt worden. Doch das reichte nicht. „Die Sanierung ist dringend nötig“, erklärte Schulleiter Mathias Gläsel gegenüber DNN. „Im Sommer haben wir hier regelmäßig über 30 Grad“, beschreibt er die Situation und wohl einen der Gründe, warum die kleinen Schüler selbst die Container besser finden als den Altbau – zumindest ließen sie das den Minister wissen.

Das dürfte sich jedoch wieder ändern. Bis August 2020 will die Stadt den Umbau durchziehen. Die Architektur des Haus, die es in Dresden insgesamt nur in vier baugleichen Gebäuden gibt, soll erhalten bleiben. Die Fassade erhält neue Holzfenster mit Sonnenschutz und ein Wärmedämmverbundsystem. Durch eine neue Raumstruktur werden Hort- und Schulfunktion später immer weiter verschmelzen. Die Fußböden, Türen, Dach sowie die gesamten haustechnischen Anlagen werden ebenfalls erneuert. Auch raumakustische Veränderungen soll zu besseren Lern- und Lehrbedingungen beitragen.

Wermutstropfen für die Schule

Doch es gibt auch einen Wermutstropfen. Die Turnhalle gehört nicht zum Sanierungsprogramm. Schulleiter Gläsel enttäuscht das. Schon vor mehr als einem Jahr, als die damalige Kultusministerin Brunhild Kurth Fördermittel für den Hort- und Erweiterungsbau überbrachte, wurden Hoffnungen genährt. Pläne gibt es auch schon dafür. Wenn die Container wieder abgebaut sind, soll der Schulgarten – der in diesem Jahr als einer der drei schönsten in Sachsen gekürt worden war – umgesiedelt werden. Auf seinem bisherigen Gelände sind dann neue Sportaußenanlagen vorgesehen. Doch die wird es erst geben, wenn die Turnhalle saniert wird – und dafür fehlt derzeit das Geld.

Kultusminister Christian Piwarz (CDU, 3.v.l.) lässt sich von Schülern der 2. Klasse den preisgekrönten Schulgarten erklären. Auch Landtagsabgeordneter Patrick Schreiber (CDU, 2.v.r.) und Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) hören interessiert zu. Quelle: Anja Schneider

„Im nächsten Doppelhaushalt steht es bislang nicht drin“, legt auch Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) Bedauern an Tag. Er würde gern noch mehr Gelder für den Schulbau einsetzen. „Dafür müssen nur in der Verwaltung intern die Voraussetzungen geschaffen werden“, fügt er hinzu und denkt unter anderem an zusätzliche Planer. Dann könnte noch mehr verbaut werden. In diesem Jahr sind es fast 130 Millionen Euro, im nächsten Jahr fast 140 Millionen für Investitionen in Schulen. Insgesamt gibt es einen Investitionsbedarf von 1,1 Milliarden Euro, wird Vorjohann bei solchen Gelegenheiten nicht müde zu erwähnen.

Stadt hofft auf weiter Förderung

Dafür hofft er auch auf weitere Unterstützung durch den Kultusminister. Der lässt sich von den Grundschülern derweil den Schulgarten einschließlich Meerschweinchen-Pflege erklären. „In den Grundschulen wird der Grundstein dafür gelegt, was aus euch später wird“, hat der Minister den Schülern zuvor schon gesagt. Der Bildungsbürgermeister empfiehlt eine Karriere im Handwerk, das auch in den nächsten Jahren noch „goldenen Boden“ haben wird. Die neunjährige Paula schüttelt da energisch den Kopf. Für sie ist ganz klar: Sie wird Pferdewirt.

Von Ingolf Pleil

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