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Lokales Millionen für Dresdner Nachwuchs-Krebsforscher am Uniklinikum
Dresden Lokales Millionen für Dresdner Nachwuchs-Krebsforscher am Uniklinikum
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14:02 04.07.2018
Bei der Krebs-Diagnostik werden zum Beispiel Gewebeproben nutersucht. Quelle: dpa
Dresden

Die Dresdner Uniklinik bekommt Verstärkung in der Krebsforschung. Die Deutsche Krebshilfe gründet dazu eines von bundesweit fünf Nachwuchszentren für junge Krebsforscher am Uniklinikum. Über fünf Jahre erhalten die „Mildred-Scheel-Nachwuchszentren“ zwei Millionen Euro pro Jahr.

Damit, so hofft die Deutsche Krebshilfe, soll Deutschland den Anschluss in der Spitzen-Krebsforschung nicht verlieren. Denn für junge Wissenschaftler in der Medizin „ist die Gesamtsituation schwierig“, sagt Deutsche Krebshilfe-Sprecher Gwydion Brennan.

Unsichere Arbeitsverhältnisse schrecken Nachwuchs ab

Damit meint er zum Beispiel befristete Arbeitsverträge, die zum Regelfall werden. In einer Untersuchung des Wissenschaftsrates waren im Jahr 2010 nur 18,5 Prozent der ärztlichen Mitarbeiter, die auch wissenschaftlich tätig sind, in einer unbefristeten Festanstellung.

Bei nicht-ärztlichen Wissenschaftlern, etwa Biologen, die sich mit der Bekämpfung von Krebs beschäftigen, waren es mit 7,7 Prozent noch weniger. Rund die Hälfte dieser Nachwuchsforscher hatte befristete Verträge mit weniger als 18 Monaten Laufzeit.

Verliert Deutschland den Anschluss an die Krebsforschung?

Das hat Folgen: „Wir haben in Deutschland einen eklatanten Mangel an jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die sich für eine Karriere in der Krebsforschung entscheiden“, sagt die Professorin Anja Boßerhoff. Sie ist Vorsitzende der medizinisch-wissenschaftlichen Nachwuchsförderung der Deutschen Krebshilfe. Wenn Deutschland in der Krebsforschung den Anschluss verliert, träfe das vor allem die Patienten, erklärt Boßerhoff.

Ziel der neuen Nachwuchszentren im Namen der Gründerin der Deutschen Krebshilfe soll es also sein, jungen und talentierten Wissenschaftlern im Bereich der Krebsforschung den Weg zu vereinfachen – und dadurch die enge Verzahnung von Krankenhaus und Forschung weiter auszubauen. Die als „translationale Medizin“ bezeichnete „Forschung im Klinikalltag“ soll den Fortschritt bei Tumorerkrankungen weiter voranbringen.

14 neue Forschungsstellen und „Flying Nannys“

„Mit dem Geld werden unter anderem 14 neue Stellen in der Forschung finanziert und die Positionen der forschenden Ärzte anders besetzt“, sagt Martin Bornhäuser, Direktor am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Dresden. Um es auch Müttern und Vätern zu vereinfachen forschungsrelevante Seminare zu besuchen, wird ein Teil des Geldes auch für Kinderbetreuung eingesetzt werden. Etwa „Flying Nannys“, die auf die Kinder aufpassen, wenn abends Seminare stattfinden. Außerdem sollen neue Materialien und Geräte für die Krebsforschung gekauft werden.

Insgesamt 27 Bewerbungen für fünf neue Zentren

Insgesamt haben sich 27 Medizinische Fakultäten in Deutschland für die neuen Mildred-Scheel-Nachwuchszentren beworben. In verschiedenen Kategorien mussten die Unikliniken zeigen, dass sie sich für junge Wissenschaftler in der Krebsforschung einsetzen, etwa in dem sie beispielsweise neue Karrierewege für Naturwissenschaftler mit Forschung im ärztlichen Bereich schaffen, die Forschung ans Krankenbett der Krebspatienten bringen und jungen Krebsforschern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern. Neben dem Dresdner Uniklinikum sahen die Gutachter die Medizinischen Fakultäten in Frankfurt/Main, Hamburg, Köln/Bonn und Würzburg auf einem guten Weg die Krebsforschung für junge Nachwuchskräfte attraktiv zu gestalten.

Von Tomke Giedigkeit

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