Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Millionen-Loch bei kommunalem IT-Dienstleister KISA in Sachsen
Dresden Lokales Millionen-Loch bei kommunalem IT-Dienstleister KISA in Sachsen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:49 09.09.2015
"Dem Defizit liegen multifaktorielle Ursachen zugrunde." Hans-Christian Rickauer, Verbandschef Quelle: Christian Juppe

Über Hintergründe des Debakels herrscht Rätselraten.

Die Kommunale Informationsverarbeitung Sachsen (KISA) mit 114 Mitarbeitern soll Städte, Gemeinden, Landkreise und Zweckverbände mit Computerprogrammen und Technik für die Verwaltung versorgen. Zum Programm gehören beispielsweise die Bürgerterminals für die bürgernahe Verwaltung in Sachsen. Das KISA-Angebot reicht vom IT-Bedarf des Standesamts über die Personalverwaltung in den Kommunen bis hin zu Programmen für die komplizierte Haushaltsführung. Doch jetzt ist die KISA selbst mit ihren Finanzen in die Bredouille geraten. KISA ist ein Zweckverband, dem rund 280 Kommunen und Verbände angehören (u.a. Radebeul, Radeberg und Pirna). Er hat rund 700 Kunden.

Wie erst jetzt bekannt wurde, musste Geschäftsführer Martin Schmeling Mitte Dezember in den Zwangsurlaub. Dabei war der jahrelange Chef erst 2012 im Amt bestätigt worden. Damals schien noch alles in Ordnung: Vorgesehen waren weder Kreditaufnahmen noch Umlagen für die Mitgliedskommunen.

Wenige Wochen vor den Kommunalwahlen in Sachsen nun der Paukenschlag: Mitte Dezember 2013 wurden die Verbandsmitglieder bei einer Versammlung erstmals über das Debakel informiert. Meeranes Bürgermeister Lothar Ungerer zufolge hat der Verbandsvorsitzende, Limbach-Oberfrohnas Oberbürgermeister Hans- Christian Rickauer (CDU), damals erklärt, die Liquiditätssituation habe sich "in den letzten Jahren" deutlich verschlechtert. Bis Ende 2013, so habe der Vorsitzende erläutert, belaufe sich der Gesamtverlust auf rund 5,1 Millionen Euro - ein stattlicher Betrag bei einem Jahresetat von 17,5 Millionen Euro. Um überhaupt handlungsfähig zu bleiben, habe die Verbandsversammlung die Erweiterung des Kassenkreditrahmens von drei auf 6,3 Millionen beschlossen.

Meerane legte dagegen Widerspruch ein, weil Hintergründe des Desasters und Verantwortlichkeiten völlig unklar seien. Ungerer vermutet "strukturelle Gründe" und befürchtet, dass die Mitglieder, die auch aus Brandenburg kommen, irgendwann für das Defizit zahlen müssen.

Verbandschef Rickauer erklärte gestern gegenüber DNN: Dem Defizit "in bedeutsamer Höhe" lägen "multifaktorielle Ursachen" zugrunde. Dabei gehe es beispielsweise um Teilwertberichtigungen für nicht mehr benötigte Programme. Rickauer hat unter anderem einen Unternehmensberater, der auch Geschäftsführer der Gebäudegesellschaft der Limbach-Oberfrohna mbH ist, mit einer Tiefenprüfung sowie der Ausarbeitung eines Sanierungskonzeptes beauftragt. Darüber hinaus gebe es derzeit keine weiteren Informationen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.01.2014

Ingolf Pleil

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die seit Oktober 2013 laufende Sanierung der Sempergalerie am Dresdner Zwinger wird bis 2017 dauern. Das gab Finanzminister Georg Unland (CDU) am Freitag bekannt.

09.09.2015

Südlich der Bürgerwiese liegen am Lennéplatz rund 35.000 Quadratmeter Fläche ungenutzt brach. Die Grundstückseigentümergemeinschaft hat vergangenes Jahr gemeinsam mit dem Stadtplanungsamt ein Werkstattverfahren durchgeführt, um zu ergründen, was mit dem Grund gemacht werden kann.

09.09.2015

[gallery:500-3062449175001-DNN] Dresden. Messen, wiegen, zählen hieß es am Donnerstagmittag im Dresdner Zoo. Bei der jährlichen Inventur verschafften sich die Tierpfleger einen Überblick über die Entwicklung ihrer Schützlinge.

09.09.2015
Anzeige