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Lokales Milliardenprojekt: Dresden wird Modellstadt für elektromobilen Straßenverkehr
Dresden Lokales Milliardenprojekt: Dresden wird Modellstadt für elektromobilen Straßenverkehr
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17:41 09.09.2015

Vorgeschlagen haben die Partner zum Beispiel Pilotprojekte für stark vernetzte Elektro-Verkehrsleitsysteme ("Cyber City"), für das "taktile Internet der Dinge" und "schlaue Chips".

So soll Dresden eine von fünf europäischen "Cyber Cities" ("CC") werden, die den Großstadtverkehr der Zukunft zeigen. In der Landeshauptstadt möchten die Partner Technologien entwickeln, um Elektrofahrzeuge intelligent in die städtische Infrastruktur einzubinden und mit anderen Verkehrsmitteln wie konventionellen Autos, Bussen, Bahnen und Fahrrädern zu verzahnen. Einen Schwerpunkt wollen sie darauf legen, dabei erneuerbare Energien besonders effektiv einzusetzen, zu speichern und zu verteilen.

Neben Dresden sollen auch Madrid, Lissabon, Sevilla und Lyon "Cyber City"-Pilotstandorte werden. Eine besondere Rolle dürfte in dem Projekt auch die hiesige Chipindustrie spielen. Denn die Industrie- und Forschungspartner unter der Führung der norwegischen Wissenschaftsorganisation "SINTEF" planen, für die "Cyber Cities" neuartige Sensoren, Wandler, Nanoelektronik, cyber-physikalische Systeme und andere Komponenten zu entwickeln, um der europäischen Industrie einen Wettbewerbsvorsprung in puncto modernste Verkehrstechnik zu verschaffen.

Auch zwei weitere Konsortien mit Dresden-Schwerpunkt haben Vorschläge für das ECSEL-Programm unterbreitet. So haben sich Globalfoundries (GF) und Infineon Dresden zum Projekt "Tactile" zusammengetan: Sie wollen die Echtzeit-Vernetzung Tausender Geräte mit superschneller Internetanbindung vorantreiben und dafür erste Systeme entwickeln. An diesem "Taktilen Internet" forschen in Dresden auch Teams um den Mobilfunk-Guru Prof. Gerhard Fettweis.

Und im Projekt "ADMONT" möchten der Auftragsfertiger X-FAB (Erfurt/Dresden) und das Fraunhofer-Photonikinstitut IPMS in Dresden eine Pilotlinie für "schlaue" Chips aufbauen, die digitale wie analoge Komponenten haben. Die Partner hoffen, dass darum ein ganzes Ökosystem von Kunden und Zulieferern für solche Technologien im sächsischen Elektronik-Dreieck Dresden-Freiberg-Chemnitz ("Silicon Saxony") entsteht.

"Wir freuen uns, dass mittlerweile schon drei sächsische Bewerber im Rennen sind", kommentierte Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) die Vorschläge. "Dank der Initiative des Freistaats haben wir die entsprechende Unterstützung auf den Weg gebracht. Die Kofinanzierung durch den Freistaat ist gesichert."

Durch "ECSEL" will die EU Europas Weltmarktanteil in der Chipproduktion verdoppeln. ECSEL ist mit bis zu 4,8 Milliarden Euro dotiert, wobei die Hälfte die Industrie aufbringt, in die andere Hälfte sollen sich EU und die jeweiligen Mitgliedsstaaten teilen. Durch eine Sonderbeteiligung Sachsens könnten in Pilotanlagen und Forschungsprojekte der sächsischen Mikroelektronik in Summe bis zu 1,6 Milliarden Euro fließen.

hw

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