Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Mieterverein in Dresden warnt vor vielen Fehlern bei angedrohten Mieterhöhungen
Dresden Lokales Mieterverein in Dresden warnt vor vielen Fehlern bei angedrohten Mieterhöhungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:00 24.02.2017
   Quelle: 79050535
Anzeige
Dresden

 Der Dresdner Mieterverein spricht von einer Mieterhöhungswelle in der Landeshauptstadt und warnt vor einer Vielzahl von Fehlern in den Berechnungen der Vermieter. Bei 81 in den letzten zwei Wochen geprüften Mieterhöhungsverlangen seien in 63 Fällen Fehler aufgetreten, davon sei in 53 Fällen die Wohnlage falsch gewählt worden. Wenn eine Mieterhöhung ins Haus flattere, unterschrieben viele Mieter einfach und erhöhten zähneknirschend ihren monatlichen Dauerauftrag – ohne zu prüfen, ob das Mieterhöhungsverlangen berechtigt sei. Der Mieterverein Dresden und Umgebung e.V. weist darauf hin, dass eine Prüfung jedoch dringend nötig sei: Häufig seien Mieterhöhungen falsch und deshalb nicht berechtigt.

Die Mieterhöhung zur ortsüblichen Vergleichsmiete erfolgt laut Mieterverein im sogenannten Zustimmungsverfahren. Das bedeute: Der Vermieter verlangt vom Mieter unter Angabe gesetzlich definierter Voraussetzungen (§ 558 BGB) die Zustimmung zu einer Mieterhöhung. Der Mieter sollte ein Erhöhungsverlangen aber immer prüfen. Das sei deshalb wichtig, da er natürlich nur zustimmen müsse, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Sei die Mieterhöhung nur teilweise berechtigt, reiche auch die Erklärung einer Teilzustimmung.

Verdacht auf unrechtmäßige Mieterhöhungen – Dresdner Vonovia in der Kritik

Stimmt der Mieter der Mieterhöhung nicht zu, kann der Vermieter auf Zustimmung klagen. In dem Fall wird das Gericht prüfen, ob das Erhöhungsverlangen formell und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen genügt. Schweigen sei keine Zustimmung, betonte der Mieterverein. Selbst wenn der Mieter die höhere Miete einfach zahlt oder im Rahmen einer dem Vermieter gegebenen Einzugsermächtigung abbuchen lässt, riskiere er eine Zustimmungsklage des Vermieters.

Im Rahmen der aktuellen Welle von Mieterhöhungen in der Landeshauptstadt stellte der Mieterverein fest, dass in den innerhalb von zwei Wochen geprüften 81 Mieterhöhungen seien 55 Fälle mit einer überhöhten Mietforderung verbunden gewesen. In 53 Fällen habe der Vermieter eine falsche Wohnlage gewählt. Häufig sei anstelle der mittleren Wohnlage eine gute Wohnlage behauptet worden. Nach Prüfung der Mieterhöhungen durch den Mieterverein sparten Mieter durchschnittlich 30 Euro pro Monat, im Einzelfall bis zu 90 Euro monatlich oder 1080 pro Jahr. Der Mieterverein verwies auch auf die Folgen ungeprüfter Mieterhöhungen. Diese würden sich im nächsten Mietspiegel und damit bei der ortsüblichen Vergleichsmiete niederschlagen – und damit eine überhöhte Basis für die nächsten Mieterhöhungen bilden.

www.mieterverein-dresden.de

Von Ingolf Pleil

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Geschäftsbereich Stadtentwicklung, Bau und Verkehr befürwortet den Bau eines Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) auf der Westseite des Wiener Platzes am Hauptbahnhof. Das geht aus einem Variantenvergleich hervor, den Schmidt-Lamontain jetzt den Stadträten vorgelegt hat.

24.02.2017
Lokales Kurfürstliche Kleiderschrank eingeräumt - Fürstlicher Mantel im Schloss Dresden

Im Residenzschloss Dresden ist nun ein besonders prunkvoller Radmantel von Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen (1585 – 1656) zu besichtigen.

24.02.2017

Aufgrund der Querelen rund um die Dresdner Tafel bekommt der Verein künftig einen Beirat. Dieser soll unter anderem aus „erfahrenen Vertretern verschiedener Organisationen“ bestehen, teilte der Tafel-Bundesverband am Donnerstag mit.

23.02.2017
Anzeige