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Meußlitzer bekommen ihren Dorfteich zurück

Meußlitzer bekommen ihren Dorfteich zurück

"Am Teich" heißt eine Straße in Dresden-Meußlitz. Aber von dem Teich, den es nahe der Struppener/Sporbitzer Straße mal gab, ist schon seit Jahren nicht mehr viel zu sehen.

Von catrin steinbach

Das einstige Gewässer ist zugewuchert. "Dabei könnte das hier so schön sein", sagt Herko Müller, Chef des Ortsvereins Zschieren/Zschachwitz. Er ist zugleich Hobbyhistoriker und hat historische Fotos, wie der Dorfteich früher einmal aussah.

"Nach unseren Informationen existiert der Teich seit Ende des 19. Jahrhunderts, war jedoch damals deutlich größer (vor allem länger), in den Böschungsbereichen mit Natursteinen ausgebaut und konnte durch einen Zulauf durch die Struppener Straße aus der Lockwitz gespeist werden. Er diente nach Recherchen des Ortsvereins vor allem dem damals wachsenden Bedarf an Freizeitvergnügen und Ortsgeselligkeiten", gibt Thomas Hey, Sachbearbeiter aus dem städtischen Umweltamt, Auskunft. "Früher hatte ein Sporbitzer Fleischer den Teich gepachtet, um darin Karpfen zu ziehen", ergänzt Herko Müller. Doch nach dem Krieg sei das erledigt gewesen. Als auch noch das Wehr im Lockwitzbach kaputt ging und kein Wasser mehr zufloss, sei der Teich mehr und mehr "vergammelt" und auch als Müllabladeplatz missbraucht worden, weiß der Hobbyhistoriker. Und dass man das Wehr in den 1970er Jahren mit den Bauarbeiten an der Lockwitz schließlich ganz entfernte.

In mindestens zwei Etappen sei der Teich dann verfüllt worden - vermutlich um landwirtschaftliche Nutzfläche zu gewinnen, heißt es weiter aus dem Umweltamt der Stadt. Das hat sich jetzt des Teiches angenommen, will ihn wieder als Gewässer erlebbar werden lassen. Allerdings nicht in der ursprünglichen Form. "Dies ist weder wirtschaftlich noch durch die lediglich örtliche Bedeutung des Teiches vertretbar", betont Tom Hey.

Im Herbst werde der Teich grundhaft entkrautet und entlandet. In Abhängigkeit vom tatsächlichen Zustand der Teichsohle und der Uferbefestigung rechnet die Stadt mit Kosten von etwa 5000 Euro. Allerdings soll der westliche Uferbereich als Naturraum erhalten und weitgehend unberührt bleiben. "Das Nordostufer ist durch die direkte Angrenzung an ein Privatgrundstück ebenfalls nicht öffentlich nutzbar und wird vom dortigen Anlieger gepflegt", heißt es aus dem Umweltamt. Im südöstlichen Teil des Teiches allerdings wird ein Aufenthaltsbereich mit Sitzbänken für die Bewohner des Stadtteils entstehen. Dafür will der Ortsverein Zschieren-Zschachwitz sorgen, der das Plätzchen nicht nur als kleine Naherholungsoase, sondern als Treffpunkt für die Bewohner der Umgebung sieht.

Doch wenn es keinen Wasserzufluss durch die Lockwitz gibt - wo kommt dann das Wasser her? "Der Wasserstand wird durch Niederschläge und die Grundwassersituation bestimmt. Letztere ist aufgrund der zurückgegangen bergbaulichen Nutzung der Kiesgruben Zschieren und landwirtschaftliche Entwässerung des Altelbarmes künftig wieder relativ hoch", argumentiert das Umweltamt. "Sollte nach langen Trockenzeiten der Wasserstand doch einmal bedrohlich sinken, kann geprüft werden, ob die Feuerwehr mal ein paar Wagenladungen zum Beispiel aus der Elbe in den Teich pumpt."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.06.2012

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