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Lokales Melkus-Villa wird saniert
Dresden Lokales Melkus-Villa wird saniert
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03:00 17.09.2016
Melkus-Villa, Gartenansicht. Quelle: Visualisierung USD
Dresden

Zunächst sah es nach Bauwerkssicherung aus, doch weit gefehlt: Das Haus Leipziger Straße 27 – im Volksmund nur Melkus-Villa genannt – wird seit dem 1. Quartal dieses Jahres komplett saniert. Die einstige Schönheit des Gebäudes, das Jahre leer stand und immer weiter verfiel, wird schon wieder sichtbar. Bauherr ist die USD Immobilien GmbH Dresden, die auch die Hafencity zwischen Neustädter Hafen und Leipziger Straße bauen möchte. Die unter Denkmalschutz stehende Villa darf trotz Veränderungssperre, die auf dem Gebiet liegt, im Bestand saniert werden. Eine Erweiterung erfolgt nach Auskunft von USD nicht.

In der Melkus-Villa „entstehen zehn Eigentumswohnungen, die vermietet werden“, so Ulf Mehner, Sprecher des Investors. Mit anderen Worten: Alle Eigentumswohnungen sind an Geldanleger verkauft. Die Größen der Ein-, Drei, Vier- und Fünfraumwohnungen betragen zwischen 28,6 und 125,9 Quadratmeter. „Sie verfügen überwiegend über Freisitze mit südwestlicher Ausrichtung....Fußbodenheizung, Parkett, dezentrale Lüftungsanlagen in Schlafräumen, bodengleiche Duschen“ und anderes mehr, wie man auf der USD-Internetseite nachlesen kann. Die Hochparterre-Wohnungen „erhalten zudem fast ausnahmslos Gartenteile zur privaten Nutzung.“ Pkw-Stellplätze gibt es im Hof.

Das Sanierungskonzept für die Villa sei Hand in Hand mit dem Amt für Denkmalpflege erarbeitet worden, um auf der einen Seite markante historische Elemente und den ursprünglichen Charakter des Gebäudes zu erhalten, aber auch Ansprüchen an ein modernes Wohnen und den Umweltschutz gerecht zu werden, so USD. „Die historischen Außenwände erhalten einen effektiven Innenwärmeschutz. Heizungsanlage und Fenster werden umfänglich erneuert, so dass das Gebäude den hohen energetischen Ansprüchen eines KFW Effektivhaus Denkmal (Stand 07/2015) entspricht.“ Zudem werde das Objekt so gestaltet, „dass auch bei vergleichbaren Hochwasserereignissen wie dem historischen Pegelstand im August 2002 keine Gefahren für die Wohnungen im Haus bestehen.“

Erbaut wurde das Haus 1863-1865. Zunächst diente es dem Mechaniker Schlick, dessen Unternehmen Maschinenteile für den Schiffbau produzierte, als Firmensitz. Dann war die Österreichische Nordwest-Dampfschifffahrtsgesellschaft hier ansässig und baute Binnenschiffe, Schleppkähne usw. Schließlich siedelten sich auf dem früheren Werftgelände verschiedene Unternehmen an. „Das Adressbuch von 1944 nennt die Metallwarenfabrik Wirsing, die Glashandlung Krüger und eine Niederlassung des Biergroßhandels ,Augustinerbräu’. Das hat der Hobbyhistoriker Lars Herrmann recherchiert, der die Internetseite www.dresdner-stadtteile.de zur Dresdner Stadtgeschichte gestaltet.

Nach 1945 bis 1990 diente die Villa an der Leipziger Straße der Firma Heinz Melkus als Verwaltungssitz und Fahrschule. Deshalb also auch der Name „Melkus-Villa“, denn Heinz Melkus ist eine Legende. Er hatte in seiner Sportwagen-Werkstatt 1969 den Rennwagen RS 1000 entwickelt – mit Straßenzulassung. Es war der einzige Sportwagen der DDR.

USD hatte mit der Villa im Hafencitygelände ursprünglich andere Pläne: Im DNN-Interview im Juli 2013 mit USD-Projektkoordinator Dipl.-Ing. Gottfried Schaaf von der B.I.S. GmbH hieß es „Wir überlegen, die Randbebauung direkt an der Leipziger Straße für sozialen Wohnungsbau zur Verfügung zu stellen und das unter Denkmalschutz stehende ehemalige Melkus-Gebäude eventuell als Studentenwohnheim zu nutzen.“ Doch von diesen Plänen ist man lange wieder abgekommen, denn wann und wie nun tatsächlich eine Hafencity gebaut wird, ist gegenwärtig noch nicht in Sack und Tüten.

Von Catrin Steinbach

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