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Lokales Mehrheit für breite „Kesselsdorfer“
Dresden Lokales Mehrheit für breite „Kesselsdorfer“
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17:54 22.05.2018
Blick auf die Kreuzung Kesselsdorfer Straße/Rudolf-Renner-Straße. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Die Ausbaupläne für die Kesselsdorfer Straße zwischen Rudolf-Renner- und Reisewitzer Straße sorgen für Wirbel. Im Ortsbeirat Cotta gab es jetzt eine lange und intensive Diskussionen. Die Vorlage des Stadtplanungsamts sieht vor, den zweispurigen Fahrzeugverkehr in beiden Richtungen zu erhalten. Doch dagegen hatte sich bei Anwohnern Widerstand formiert. Was am Ende wenig nützte: Im Ortsbeirat gab es eine Mehrheit für die kritisierten Pläne.

Den Anwohnern springt im Nachgang der Sitzung der Cottaer SPD-Ortsbeirat Henrik Ahlers bei. Er fordert, den Bedürfnissen der Anwohner sowie von allen Verkehrsteilnehmern bei einem Umbau angemessen Rechnung zu tragen. Er möchte vor allem den Autoverkehr in dem Abschnitt reduzieren.

„Eine vernünftige Verkehrsraumgestaltung wäre jeweils eine Fahrspur für Kraftfahrzeuge und eine erhöhte Fahrspur für Nahverkehr, Rettungsfahrzeuge und Taxis in beide Richtungen, eingebettet in ausreichend breite Rad- und Fußwege. Hier geht es um ein vernünftiges Miteinander im Ortsteilzentrum Löbtau und nicht um maximalen Autoverkehr“, sagte Henrik Ahlers in der Ortsbeiratssitzung.

Mit der Fertigstellung der Zentralhaltestelle nahe der Kreuzung Tharandter Straße wird kein Durchgangsverkehr auf der „Kesselsdorfer“ mehr möglich sein. Dieser soll über die Wernerstraße geführt werden. Gehe man mit der Straßenbaumaßnahme zwischen Reisewitzer Straße und Rudolf-Renner-Straße jetzt nicht daran, den Autoverkehr zu reduzieren, werde es keine Verkehrsverbesserung im Zentrum von Löbtau geben, so Ahlers. Er prognostiziert, dass sich ÖPNV und Fahrzeugverkehr am Knotenpunkt Wernerstraße wechselseitig ausbremsen und dass die Wernerstraße dem hohen Verkehrsaufkommen nach der Fertigstellung der Zentralhaltestelle nicht gewachsen sei.

Die Interessenverbände „Dresden zu Fuß“ und „Allgemeiner Deutscher Fahrradclub Dresden“ (ADFC) kritisierten die Mehrheit des Ortsbeirats. „Was sind die großen Worte von mehr Bürgerbeteiligung wert, wenn sich im Ortsbeirat eine Mehrheit für die von den Bürgern abgelehnte Variante findet?“, fragte Frank Kutzner, Sprecher von „Dresden zu Fuß“.

„Es muss nun darum gehen, Bürgern und Politik die verschiedenen Möglichkeiten zur Gestaltung der Kesselsdorfer Straße aufzuzeigen“ so Nils Larsen, Vorstandsmitglied im ADFC Dresden. „Nur dann kann eine Abwägung der Interessen aller Beteiligten stattfinden, nur dann ist eine echte Entscheidung möglich.“

Die Interessenverbände lehnen eine verbreiterte Fahrbahn in dem Bereich ab. Sie wollen alternative Planungen, die Aufenthaltsqualität und Stadtgestaltung berücksichtigen.

Die Dresdner Verkehrsbetriebe haben mehrfach davor gewarnt, den Fahrzeugverkehr auf die Straßenbahngleise zu legen. In diesem Fall würden die Straßenbahnen insbesondere an der Kreuzung zur Rudolf-Renner-Straße im Stau stehen, hieß es von Seiten des Verkehrsunternehmens.

Auch die Initiative „Dresdens Erben“ meldete sich zu Wort und kritisierte die Ortsbeiräte, die die breite Variante unbeeindruckt durchgewinkt hätten, wie Sprecherin Jana Knauth erklärte. „Die nun betrauten Gremien täten gut daran, die Anregungen der Bürger aufzunehmen, anstatt sie dermaßen zu ignorieren.“ Ein „weiter so“ in Sachen Bürgerbeteiligung und Straßenplanung dürfe es nicht geben.

Von Stefan Schramm und Thomas Baumann-Hartwig

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