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Lokales Mehr Schulschwänzer in Dresden
Dresden Lokales Mehr Schulschwänzer in Dresden
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17:57 07.09.2018
Symbolfoto. Quelle: dpa-Zentralbild
Dresden

In Dresden steigt die Zahl der hartnäckigen Schulschwänzer. Das zeigt sich zwar vor dem Hintergrund ebenfalls steigender Schülerzahlen, die Stadt will dem Trend trotzdem mit einem Konzept gegen „Schulabsentismus“ begegnen.

Dahinter verbirgt sich ein Programm gegen Erscheinungen, die gemeinhin als Schulschwänzerei zusammengefasst werden. Sie sind vielschichtig, entwickeln sich über längere Zeit. Genaue Statistiken gibt es nicht. Experten rechnen daher mit einer Dunkelziffer, die beispielsweise auch durch Arztatteste oder Entschuldigungen der Eltern verdeckt wird.

Wirklich zählbar sind nur die Fälle, die so schwerwiegend sind, dass es zu Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen die Eltern oder ältere Schüler kommt. Die Zahl dieser Verfahren ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Gab es 2006 laut Schulverwaltungsamt 399 Anhörungen zu solchen Verfahren, waren es 2012 schon dreimal so viel (1179) und bis 2017 hatte sich die Zahl bereits vervierfacht (1609). Die meisten Fälle treten in Berufsschulen (42,8 Prozent) und in Oberschulen (37,4 Prozent) auf. An Gymnasien war es zuletzt nur ein Prozent.

Im sachsenweiten Vergleich der Ordnungswidrigkeitsverfahren in absoluten Zahlen zwischen drei kreisfreien Städten und zehn Landkreisen für das Jahr 2016 steht die Landeshauptstadt Dresden mit 435 Fällen an fünfter Stelle. Leipzig ist mit 2164 Verfahren überproportional an erster Stelle gefolgt von den Landkreisen Zwickau (516), Vogtlandkreis (513) und Bautzen (503).9 Setzt man diese Zahlen mit der Anzahl der Schüler/-innen des Jahrganges 2015/2016 ins Verhältnis, ergibt sich folgende Darstellung: Leipzig 4,7 Prozent, Vogtlandkreis 2,7 Prozent, Landkreis Zwickau 1,9 Prozent, Bautzen 1,8 Prozent und Dresden 0,9 Prozent. In Dresden ist das Problem statistisch gesehen im Vergleich z. B. zu Leipzig und anderen Regionen eher gering.

Eine mögliche Erklärung dafür können die vergleichsweise hohen Aufwendungen im präventiven Bereich der Jugendhilfe sein, wodurch Schulabsentismus vorgebeugt wird. Das Problem verdiene jedoch Aufmerksamkeit – schließlich stünden dahinter 400 Kinder, von denen manche mehrfach in Erscheinung treten. Laut Landesamt für Schule und Bildung gab es in Dresden im Schuljahr 2013/14 rund 38000 Schüler und im aktuellen Schuljahr sind es 46000.

Demnächst soll der Jugendhilfeausschuss über das Konzept entscheiden, dass in dem knapp 30-seitigen Papier zusammengefasst ist. Grundsätzlich wird festgestellt, dass für den Bildungsabschluss die Verantwortung beim Freistaat liegt. Die Jugendhilfe könne jedoch begleitend wirken. Helfen könnte dabei beispielsweise ein Fachstelle zur Koordination aller Akteure. Fachleute sollten weiter sensibilisiert werden, mit Checklisten könnte frühzeitig Schulabsentismus erkannt und bekämpft werden. An den Schulen müsse Ausgrenzung vermieden werden. Das Familienklassenzimmer oder Schulsozialarbeit an Berufsschulen gelten unter anderem als hilfreiche Instrumente.

Von Ingolf Pleil

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