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Lokales Mehr Obdachlose in den Nachtcafés der Dresdner Kirchen
Dresden Lokales Mehr Obdachlose in den Nachtcafés der Dresdner Kirchen
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17:21 09.09.2015
Besucher des Nachtcafe der St. Petrus Gemeinde in Dresden-Strehlen richten nach der Ausgabe von Schlafmatten und Decken ihre Schlafplätze in den Räumlichkeiten der Gemeinde. Quelle: dpa
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Vereinzelt habe man bereits Notquartiere am Abend wegen Überfüllung schließen müssen.

Täglich wechselnd bieten in Dresden sieben Kirchen, Pfarreien und eine Einrichtung der Heilsarmee in der kalten Jahreszeit Unterkunft und Verpflegung für Obdachlose. In diesen Nachtcafés stehen jeweils rund 20 Übernachtungsplätze zur Verfügung, bisher nahmen im Schnitt rund 190 Menschen pro Woche die Angebote in Anspruch. „Manche kommen aber auch nur zum Essen und ziehen dann weiter“, erklärte Grabowski.

In der vergangenen Saison von November 2013 bis März 2014 suchten rund 2700 Bedürftige in den Einrichtungen Zuflucht - 700 mehr als im Vorjahreszeitraum. In dieser Saison werde die Zahl wohl noch weiter steigen, schätzt Grabowski. Zunehmend suchen Menschen aus dem Ausland die Notquartiere auf - laut Koordinierungskreis kommen sie vor allem aus angrenzenden Ländern wie Polen und Tschechien, aber auch aus Bulgarien, Rumänien und der Ukraine. Die Hausordnung hängt deshalb nun in vielen Sprachen aus, in dieser Saison erstmals auch auf Arabisch.

Ein obdachloser Mann trinkt am 29.11.2013 in einem Nachtcafé in Dresden aus einer Tasse. Quelle: dpa
Die Einrichtungen hätten sich auf die politische Situation und die steigende Zahl von Flüchtlingen eingestellt, so Grabowski. „Manchmal wissen wir gar nicht, wie einige Menschen zu uns gekommen sind.“ Dabei gelte das Prinzip der kirchlichen Barmherzigkeit - sie würden aufgenommen, ohne ihren Ausweis zeigen zu müssen. „Wenn sie sich an die Regeln halten“.

Gerade bei frostigen Temperaturen wie derzeit verbuchten die Nachtcafés Zulauf. Wenn die Notaufnahmestelle der Stadt voll sei, suchten die Obdachlosen Zuflucht in den Notquartieren der Kirchen. Nach Angaben der Organisatoren öffnen die Nachtcafés zwischen 20.00 und 23.00 Uhr ihre Türen. Die Wohnungslosen bekommen Getränke, eine warme Mahlzeit und ein Frühstück am nächsten Morgen. Neben zahlreichen ehrenamtlichen Helfern sind Ärzte und eine Fußpflegerin im Einsatz. Pro Nacht zahlen die Betroffenen einen symbolischen Euro. Die Nachtcafés bleiben noch bis zum 31. März geöffnet.

dpa

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