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Bildung Mehr Lehrstellen als Bewerber

Gartenbranche in Sachsen Mehr Lehrstellen als Bewerber

Die Gärtnerbranche in der freien Wirtschaft in Sachsen hat es schwer, Nachwuchs zu finden. Gärtnerstellen in Kommunen und bei den Staatlichen Schlössern, Burgen und Gärten (SBG) dagegen sind begehrt. Vergangene Woche fand im Rahmen eines internationalen Austauschprojektes für Gärtnerlehrlinge eine Seminarwoche in Sachsen statt.

Gärtner.

Quelle: Andre Kempner

Dresden. Ein großer Pulk von jungen Leuten tummeln sich im Lustgarten von Schloss Pillnitz in Dresden. 38 Lehrlinge bzw. Schüler aus Polen, Frankreich und Deutschland, die beruflich eine gärtnerische Richtung einschlagen wollen, lassen sich von den deutschen Azubis an verschiedenen Stationen im Park die Besonderheiten der Anlage erklären.

Der Rundgang ist ein Programmpunkt im Rahmen einer Seminarwoche eines internationalen Austauschprojektes für Gärtnerlehrlinge. Das initiierte der Verein EuropaDirekt. Er kooperiert in Sachsen mit der Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH (SBG gGmbH). Im Rahmen dieses Projektes waren die jungen Leute im Oktober in Frankreich in der Bretagne und im Mai dieses Jahres in Ostpolen. Der letzte gemeinsame Austausch fand nun vergangene Woche in Sachsen statt.

„Die Seminarwochen sind bei uns Teil der Ausbildung zum Gärtner der Fachrichtung des Garten- und Landschaftsbaues“, betont Uwe Sandner, für die Ausbildung zuständiger Gartenbereichsleiter im Schlösserland Sachsen. „Der Austausch soll den jungen Leuten verschiedene Gartenstile und -epochen vor Augen führen, unterschiedliche Techniken und Praktiken vermitteln und ihnen die Gelegenheit geben, auch für das spätere berufliche Leben Kontakte ins Ausland zu knüpfen. Denn gerade für die Park- und Gartenpflege ist dieser Austausch wichtig“, so Sandner weiter.

Im Ausbildungsjahr 2017/2018 haben die Staatlichen Schlösser und Gärten Sachsen im gärtnerischen Bereich sechs Azubis neu eingestellt. Sandner zufolge sind die Ausbildungsplätze bei den SBG begehrt, über einen Mangel an gärtnerischem Nachwuchs könne man nicht klagen.

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Im Rahmen eines internationalen Austauschprojektes für Lehrlinge und Schüler, die einen Beruf in der grünen Branche ergreifen wollen, besuchten in dieser Woche junge Leute aus Frankreich und Polen Sachsen. Gemeinsam mit deutschen Azubis besuchten sie unter anderem Pillnitz, arbeiteten aber auch gemeinsam an der Instandsetzung eines Biotops.

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Bei den sächsischen Gartenbaubetrieben in der freien Wirtschaft herrscht dagegen Azubi-Mangel. „Wir haben mehr Lehrstellen als Bewerber, vor allem fähige Bewerber“, weiß Tobias Muschalek, Geschäftsführer des Landesverbandes Gartenbau Sachsen e.V.

„Uns liegen keine Angaben vor, wie viele der registrierten Ausbildungsplätze in Sachsen tatsächlich für das kommende Ausbildungsjahr besetzt werden sollen. Wir gehen aber davon aus, dass sich der Trend der Vorjahre fortsetzt, wonach insgesamt der Bedarf an Fachkräften in den Grünen Berufen nicht vollständig gedeckt werden kann“, so das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Eine Studie des Amtes aus dem Jahre 2012/13 habe einen Fehlbedarf an beruflichen Nachwuchskräften in Höhe von 20 bis 30 Prozent ermittelt - gemessen an dem für 2020 prognostizierten Bedarf.

Muschalek sieht das Problem nicht ausschließlich in der Bezahlung, auch wenn man mit den Tarifverträgen der öffentlichen Hand nicht mithalten könne. Gute Fachkräfte würden nicht nur den Mindestlohn bekommen, so seine Erfahrung. Die Gartenbranche müsse u.a. mehr an ihrem Image arbeiten, besser darstellen, wie vielseitig und vor allem wie anspruchsvoll der Gärtnerberuf mit seinen vielen Spezialisierungen sei. Derzeit werde ein Werbefilm produziert, der von der Lust und Freude in den gärtnerischen Berufen erzählen soll. Nächstes Jahr komme er in die Kinos.

„Vielleicht braucht man ja aber auch für die Gartenbranche eine gewisse Reife“, sinniert Muschalek. Denn er habe festgestellt, dass das Durchschnittsalter derjenigen, die eine gärtnerische Lehre absolvieren, gestiegen sei. „Es gibt immer mehr junge Leute, die erst einen anderen Beruf erlernen und dann merken, dass dieser für sie nicht die Erfüllung ist. Sie wissen, dass sie zwar nicht reich werden im Gartenbau. Aber sie fühlen sich in diesem Beruf mit der Natur verbunden, schätzen, dass sie viel an der Luft sind und nicht im Büro in irgendwelchen Konferenzen, und dass sie im wahrsten Sinne des Wortes etwas mit ihren eigenen Händen schaffen.“

Von Catrin Steinbach

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