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Dresden Lokales Mehr Büro- als Wohnungsneubau
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08:23 27.04.2018
Die Ostseite des Wiener Platzes soll schon einen Großmieter gefunden haben, obwohl sie noch gar nicht gebaut ist. Quelle: Anja Schneider
Dresden

 Der Dresdner Immobilienmarkt kippt: Stand in den vergangenen Jahren der Wohnungsbau im Mittelpunkt, so rücken jetzt verstärkt Büroimmobilien ins Blickfeld. „Letztes Jahr überstiegen die Investitionen beim Bürobau erstmals die beim Wohnungsbau, und in diesem Jahr werden sogar 1,5 Milliarden Euro in den Bau von Büroraum investiert. Beim Wohnungsbau fällt das Investment mit 500 Millionen Euro dagegen deutlich geringer aus“, erklärte Anett Richter, Standortleiterin Gewerbliche Immobilien in Dresden der Aengevelt Immobilien GmbH & Co. KG, beim jüngsten Immobiliensymposium des World Trade Center.

Neue Gebäude am Wiener Platz und der Bergstraße

Auslöser für die Bewegung am Markt sei eine extreme Preissteigerung auf dem Berliner Büroflächenmarkt. „Der Überlaufeffekt hat schon Leipzig erreicht, die Welle wird auch nach Dresden kommen“, prognostizierte Victor Stoltenburg, Leiter An- und Verkauf Deutschland der Deka Immobilien GmbH. Jürgen Rees, Centermanager des World Trade Centers, forderte von der Stadt eine qualifizierte Bedarfsanalyse für Büroflächen, um vorausschauender planen zu können.

Entspannung für den Büromarkt verspreche die umfassende Bebauung der Ostseite des Wiener Platzes. Für 30.000 Quadratmeter Bürofläche sei bereits ein Großmieter gefunden worden. Die Stadt hatte vor wenigen Wochen die Beiträge eines städtebaulichen Wettbewerbs für das Gebiet vorgestellt, das sich wegen seiner Nähe zum Bahndamm vor allem als Bürostandort eignet. An der Ecke Münchner Straße/Bergstraße werde ein großes Bürogebäude für die Technische Universität entstehen, hieß es.

„Es wird durchweg rational agiert und investiert"

Dresden wird als wachsende Stadt bis 2025 rund 2000 neue Wohnungen pro Jahr benötigen, erkläre Steffen Szuggat, Leiter des Stadtplanungsamtes. Als sogenannte Schwarmstadt ziehe Dresden vor allem junge Menschen zwischen 18 und 35 Jahren an. Gegenwärtig wachse die Stadt um 4000 Einwohner pro Jahr, in den nächsten Jahren werde sich die Entwicklung auf 3000 abschwächen. Ab dem Jahr 2022 sei mit einem Zuwachs von 1600 Einwohnern pro Jahr zu rechnen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze nehme um 5000 Stellen pro Jahr zu.

Ist angesichts der rasant steigenden Preise für Grundstücke und Gebäude der Begriff Immobilienblase korrekt? Und droht die Blase eines Tages zu platzen? „Da platzt gar nichts“, erklärte Thomas Beyerle, Manager des Immobiliendienstleisters Catella Property Valuation GmbH. Immobilien seien wegen der niedrigen Zinsen gefragt. Aber: „Es wird durchweg rational agiert und investiert. Wir haben kein spekulatives Verhalten, in Dresden nicht und anderswo in Deutschland auch nicht.“

Die Kehrseite des Immobilienbooms seien steigende Mieten. Personen mit geringem Einkommen könnten sich manche Mieten in Dresden nicht leisten, so Beyerle. „Hier braucht es definitiv mehr sozial gebundenen Wohnraum“, zeigte der Manager einem Weg auf, der zunehmende Gentrifizierung – die Verdrängung von Menschen mit niedrigen Einkommen aus bestimmten Stadtvierteln – zu begegnen.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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