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Medizinstudent aus Dresden erhält Wissenschaftsstipendium der Manfred-Lautenschläger-Stiftung

Medizinstudent aus Dresden erhält Wissenschaftsstipendium der Manfred-Lautenschläger-Stiftung

Wer Martin Scharffenberg bei der Arbeit im Medizinisch-Theoretischen Zentrum (MTZ) in der Johannstadt besuchen will, muss an vielen Türen vorbeigehen. Türen mit kleinen Glasluken, hinter denen sich typische Laborzimmer auftun: Pipetten, Laptops, schweres Gerät und Regale voller Reagenzgläser.

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Martin Scharffenberg pipettiert Proben für molekularbiologische Analysen.

Quelle: Dietrich Flechtner

Hinter einer dieser Türen steht Scharffenbergs Schreibtisch. Der Medizinstudent hat vor einem Jahr sein Studium im sechsten Semester unterbrochen, um sich zwölf Monate lang der reinen Forschung zu widmen. In der vergangenen Woche wurde ihm ein umfangreiches Stipendium der Manfred-Lautenschläger-Stiftung verliehen.

Proben bearbeiten, Parameter berechnen, Experimente an Schweinen und klinische Studien mit Menschen - der Arbeitsalltag des 25-Jährigen im MTZ ist abwechslungsreich. Er untersucht moderne Beatmungsmöglichkeiten für Patienten mit Lungenversagen. Seine Kollegen sind Ärzte, Ingenieure, Biologen und Doktoranden. "Ich bin dankbar, dass ich als Student hier mitarbeiten kann", sagt er. "Es herrscht ein angenehmes Klima und ich bin in den gesamten Forschungsprozess eingebunden - das ist nicht selbstverständlich." Scharffenberg spricht eine klare Sprache, er ist ein selbstbewusster Typ. Neben der Forschung bastelt er gerade an seiner Doktorarbeit, im Winter soll sie fertig sein. Für ihn war schon früh klar, dass er mal Arzt wird. Angefixt hatte ihn ein Schülerpraktikum in einer Kinderarztpraxis, als er noch in die 9. Klasse ging. Besonders beeindruckte ihn damals das umfassende Wissen der ihn betreuenden Ärztin. "Da kamen Kinder und Jugendliche zwischen 0 und 18 Jahren, jeder hatte ein anderes Problem", erzählt er, immer noch begeistert. "Und du als Arzt hast die Möglichkeit, aktiv zu werden und zu heilen."

Im äußersten Osten von Berlin ist Scharffenberg geboren und aufgewachsen, das Haus seiner Eltern liegt eigentlich schon in Brandenburg, mit großem Garten und viel Grün. "Ich habe keinen typischen Ärztehintergrund", sagt er. "Ich bin der erste Mediziner in der Familie." Die Mutter ist Layouterin in einem Schulbuchverlag, der Vater Ingenieur für Nachrichtentechnik. "Von meiner Mutter habe ich vielleicht meine kreative Seite geerbt, mein Vater hat mir das technische Verständnis mitgegeben."

Nach dem Abitur war es mit einem Notendurchschnitt von 1,8 zunächst aussichtslos, sofort einen Medizinstudienplatz zu ergattern. Scharffenberg nutzte die Wartezeit, um sich in Mainz zum Rettungssanitäter ausbilden zu lassen und in der Eifel beim Deutschen Roten Kreuz ein Freiwilliges Soziales Jahr abzuleisten. Bei der anschließenden Bewerbung an der Dresdner Uniklinik hatte er Erfolg. "Ich konnte meine Praxiserfahrungen in die Eingangsbewertung einbringen, das hat mir einige Wartesemester erspart", meint er.

Auf die ersten Jahre seines Studiums blickt er mit gemischten Gefühlen zurück. "Ich bin nicht der Typ, dem alles zufliegt, deshalb musste ich eine Menge lernen und mich richtig reinfuchsen. Das macht nicht immer Spaß. Aber dann sind da die schönen Momente, wenn man merkt, wie es langsam vorwärts geht und man mehr versteht." Die Prüfungen hat er alle bestanden.

Einen Ausgleich zum kopflastigen Studium findet Scharffenberg beim Mountainbiken. Am Wochenende ist er oft in der Dresdner Heide, an den Elbufern oder in der Sächsischen Schweiz unterwegs. Ohnehin sei Dresden ein toller Studienort: "Obwohl von der Fläche her ja die viertgrößte Stadt Deutschlands, ist Dresden eigentlich schön überschaubar", sagt der angehende Arzt. Er schätzt die hiesige Kulturlandschaft - und geht natürlich mit den Kommilitonen abends zum Feiern in die Neustadt.

Seit vergangener Woche zählt Scharffenberg zu den 19 diesjährigen Stipendiaten der Manfred-Lautenschläger-Stiftung. Gegen rund 300 Mitbewerber setzte er sich durch. In den nächsten drei Jahren erhält er nun pro Semester 500 Euro an finanzieller Unterstützung. "Das Stipendium ermöglicht mir, auch weiterhin zu forschen und zu studieren, ohne dass ich noch zusätzlich für meinen Lebensunterhalt arbeiten muss", sagt er. Noch wichtiger sei aber die Aufnahme in das "Medical-Excellence-Netzwerk" der Stiftung. Dort kann sich Scharffenberg künftig in monatlichen Workshops und Vorträgen im gesamten Bundesgebiet weiterbilden, zu medizinischen, aber auch zu wirtschaftlichen Themen.

Ab Oktober setzt er sein Studium wieder fort, in drei Jahren will er es beendet haben. Seine berufliche Zukunft sieht der 25-Jährige dann in der Anästhesie - sowohl in der Forschung, als auch im Umgang mit Patienten. "Wenn ich nur das Forschen gewollt hätte, müsste ich ja nicht Medizin studieren", meint Scharffenberg. "Da hätten auch Naturwissenschaften gereicht."

Philipp Nowotny

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