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Lokales Medienwerkstatt im Casablanca vor dem Aus
Dresden Lokales Medienwerkstatt im Casablanca vor dem Aus
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13:07 08.06.2017
Peg Koedel betreibt das Casablanca. Quelle: hauke heuer
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Dresden

Ein böser Fluch scheint auf dem Casablanca an der Friedensstraße zu liegen. 2013 schloss hier nach langer Zeit ein beliebtes Programmkino und die Leipziger Vorstadt verlor ein wichtiges kulturelles Kleinod. Doch der Name blieb bestehen. Ab Anfang 2015 startete die Medienpädagogin Peg Koedel in den Räumlichkeiten ein Projekt, dass Schülern und jungen Menschen Medienkompetenzen vermittelte. Programmieren lernen, Webseiten bauen, Filme produzieren und vieles mehr steht im Angebot, dass von vielen Trägern wie Schulen und sozialen Einrichtungen gerne angenommen wird. Der Haken: Das Geld reicht nicht.

„Wir haben genug Aufträge und kassieren dafür Honorare. Doch damit wir die laufenden Kosten – etwa für die Miete – komplett decken können, muss ich seit Jahren mein eigenes Geld in das Casablanca stecken“, erklärt Koedel. Was fehlt ist eine Basisfinanzierung, auf die viele andere vergleichbare Projekte zugreifen können.

Abhilfe sollte das Jugendamt schaffen. Rund 20.000 Euro im Jahr wollte die Behörde dem Casablanca jährlich für eine Zusammenarbeit zahlen. Das Konzept stand bereits. Doch der Jugendhilfeausschuss des Stadtrates entschied sich im März gegen die Förderung und erteilte dem Jugendamt eine Absage.

„Diese Entscheidung ist für mich vollkommen unverständlich und fachlich nicht nachvollziehbar“, sagt Koedel und fügt hinzu, „gerade in Dresden und Sachsen wurde die Förderung von Medienkompetenzen in den vergangenen Jahrzehnten verschlafen. Dennoch ist diese Stadt nicht bereit, dafür Geld in die Hand zu nehmen. Die Träger sollen Weiterbildungen aus ihren eigenen Mitteln finanzieren. Doch die sind nicht vorhanden“.

Am Ende blieb Koedel nur eine Wahl – das Ziehen der Reißleine vor dem finanziellen Absturz. Der Mietvertrag im Casablanca wurde bereits zum November gekündigt. Die Medienpädagogin sieht sich nach Alternativen um. Darauf, dass der Stadtrat sich eventuell doch noch umentscheidet, will sie nicht hoffen.

Von hh

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