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Lokales Masterplan Lärmminderung: In Dresden gibt es zwei Lärmzentren
Dresden Lokales Masterplan Lärmminderung: In Dresden gibt es zwei Lärmzentren
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17:36 09.09.2015
Besonders an unsanierten Straßen und Bahnstrecken kann der Lärm gesundheitsgefährdende Ausmaße annehmen. Quelle: Grafik: Alexander Eylert / Quelle: Stadtverwaltung

Hinter den lautesten Stadtteilen folgen die Innere Neustadt, Mickten/Kaditz Ost/Pieschen Süd sowie Friedrichstadt, Löbtau Nord und Süd sowie Strehlen/Leubnitz. Das steht im Masterplan Lärmminderung 2014, den Dirk Ohm, Martin Schüffler und Claudia Thielemann von einem Dresdner Ingenieurbüro erarbeitet haben. Der Plan liegt jetzt dem Umweltausschuss des Stadtrates vor.

Der Vorgänger des Lärmschutzplanes wurde 2009 vorgestellt. Damals waren noch Südvorstadt West/Plauen Nord und Seidnitz/Dobritz unter den lautesten Stadtvierteln. Das hat sich zum Positiven gewandelt. Neu unter den Spitzenreitern befinden sich dagegen Löbtau Süd und Nord sowie Strehlen/Leubnitz.

Die Verfasser haben auch eine Rangliste der lautesten Straßen aufgestellt. 19 davon weisen laut dem Masterplan bauliche Mängel auf oder haben einen Pflasterbelag. Zu den lautesten Dresdner Straßen gehören der Bischofsweg, die Gerokstraße, die Hamburger Straße, die Königsbrücker Straße, die Loschwitzer Straße, die Rudolf-Renner-Straße, die Stauffenbergallee und die Warthaer Straße. Von der Liste gestrichen wurden in den vergangenen fünf Jahren unter anderem die Bautzner Straße, die Fritz-Reuter-Straße und die Leipziger Straße. Hier hat sich die Lärmsituation dank umfangreicher Bauarbeiten deutlich verbessert, heißt es in dem Bericht.

Von einer deutlichen Verbesserung können rund 220 Anwohner der Bundesstraße 6 in Cossebaude nur träumen. Vor ihrer Haustür wird die gesundheitsgefährdende Grenze besonders nachts übertroffen. Eine kurzfristige Besserung ist nicht in Sicht. Nicht einmal ein Tempolimit gibt es auf der Strecke. Die Straßenverkehrsbehörde des Freistaates kam zu dem Schluss, dass an dieser Strecke die Interessen des fließenden Verkehrs höher zu bewerten sind als die der Anwohner. An der Bautzner Straße in Weißig sind laut Masterplan rund 80 Einwohner von gesundheitsrelevantem Lärm betroffen. Eine Lösung ist auch hier nicht in Sicht.

An Eisenbahnstrecken im Stadtgebiet habe die Deutsche Bahn in den vergangenen Jahren umfangreiche Lärmsanierungsmaßnahmen durchführen lassen, stellt der Bericht fest. Das habe die Situation deutlich verbessert. In den besonders lauten Stadtteilen Äußere Neustadt, Leipziger Vorstadt und Friedrichstadt gebe es jedoch nach wie vor Streckenabschnitte ohne effektiven Schutz.

Angesichts des urbanen Krachs komme den ruhigen Gebieten in der Großstadt eine bedeutende Rolle zu. Das größte ruhige Gebiet ist die Dresdner Heide, gefolgt von der Jungen Heide, der Südlichen Heide und Hellerberge. Aber auch der Zschonergrund, der Große Garten oder der Waldpark zählen zu den Gebieten, die grundsätzlich vor einer Verlärmung geschützt werden sollten, insbesondere durch neue Verkehrswege, so die Autoren des Masterplanes.

Das Einwohnerwachstum habe auch Einfluss auf die Lärmbelastung von Wohngebieten. Durch den Entwicklungsdruck im Wohnungsbau seien baufällige Wohngebäude selbst auf Flächen an Bahnstrecken saniert worden, etwa an der Roßthaler Straße.

Lärm lässt sich durch Sanierung von Straßen verringern. Die Königsbrücker Straße, die Stauffenbergallee oder auch das Emerich-Ambros-Ufer seien Lärmbrennpunkte, die mit Straßenbau behoben werden könnten. Auch der Neubau der Ortsumfahrung Cossebaude, ein Durchbruch von der Liebstädter Straße bis zur Reicker/Dohnaer Straße oder eine Verbindung von der Fröbelstraße zur Rosenstraße könnten Anwohner von Lärm entlasten.

Die Autoren des Masterplans empfehlen aber auch Lärmaktionspläne für Teilgebiete wie die Äußere Neustadt, Leipziger Vorstadt oder Friedrichstadt. Die Dresdner Verkehrsbetriebe sollten insbesondere mit dem Stadtbahnprogramm 2020 über den Ausbau ihres Netzes mit lärmdämpfenden Rasengleisen nachdenken, aber auch jeden zu sanierenden Abschnitt prüfen. Schließlich sei auch zu überlegen, wie passiver Lärmschutz gefördert werden könne, so die Autoren. Das Ordnungsamt könne das Netz stationärer Geschwindigkeitskontrollstellen verdichten und so zu einer Beruhigung an besonderen Schwerpunkten beitragen.

Insgesamt, so die Autoren, habe sich im Vergleich zu 2009 einiges verbessert, seien zum Beispiel lärmintensive Straßen in einem Umfang von 5,5 Millionen Euro Fördermittel aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung saniert worden. Dass es in der Landeshauptstadt an einigen Stellen nach wie vor viel zu laut ist, sei eine Frage des fehlenden Geldes oder - wie bei der Königsbrücker Straße - langwieriger politischer Entscheidungsprozesse.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.10.2014

Thomas Baumann-Hartwig

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