Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Massive Drohungen gegen das Café Aha
Dresden Lokales Massive Drohungen gegen das Café Aha
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:01 11.12.2015
Quelle: sl
Anzeige
Dresden

"Reingehen und aus Versehen Sachen fallenlassen", vielleicht auch ein Benzinfeuerzeug, "wenn vorher fair gehandelter Rum von glücklichen kubanischen Negern umgefallen ist". Diese Aufforderung zur Brandstiftung steht im Internet auf einer Seite, auf der Rechtsextreme ihre Ansichten veröffentlichen. Sie zielt auf das Café Aha an der Kreuzstraße. Dessen Betreiberin Claudia Greifenhahn hatte in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) appelliert, dem islam- und asylfeindlichen Pegida-Bündnis nicht mehr so viel öffentlichen Raum zu lassen. Greifenhahns öffentliche Äußerung führte am vergangenen Montag zu einer Wortmeldung in dem rechten Internetportal. Dort beantwortet ein angeblicher Passant ihre Kritik mit ähnlichen Äußerungen und fordert den Oberbürgermeister dazu auf, das Café samt angegliedertem Geschäft zu schließen. "Der Passant fühlt sich belästigt, denn ihm missfällt das One-World-Geschäft und er nutzt auch nicht dessen Cafe", heißt es wörtlich in dem Text. Darunter finden sich mehrere Kommentare. Auch der mit der Aufforderung zur Brandstiftung.

Claudia Greifenhahn ficht das nicht an. Sie bleibt bei ihrer Forderung. Menschen, die ihre Ansicht teilen, haben ihr den rechten Text zugeschickt. "Angst? Angst ist ein schlechter Berater", kommentiert sie die unverhohlenen Drohungen in den Kommentaren. "Wir haben uns gemeinschaftlich darauf geeinigt, dass wir nichts tun und alle keine Angst haben", berichtet Claudia Greifenhahn von Gesprächen mit ihren Mitarbeitern. "Wir gehen gelassen damit um." Auch an eine Anzeige bei der Polizei denkt sie nicht. "Der Text ist nicht direkt an uns geschickt worden. Er steht auf einer rechten Seite, die ich normalerweise nicht zur Kenntnis nehme", sagt Greifenhahn.

Auch potenzielle Cafégäste haben reagiert: "Leute haben Tische abbestellt, andere haben dafür reserviert", berichtet Claudia Greifenhahn von Tadel und Lob. Es gebe "sehr viele Anfeindungen, aber eher von Leuten, die nicht aus Dresden sind". Auf der anderen Seite gab es aber noch viel mehr Unterstützung, so die Café- und Ladenchefin. Und es haben sich bei ihr Ladenbesitzer gemeldet, die auch unter den Pegida-Aufmärschen leiden. Zwei hätten ähnliche Briefe an die Stadt geschrieben - es gab "ausweichende Antworten". Letztlich hat Claudia Greifenhahn vor allem überrascht, welch "Riesenkreise" ihre Aktion gezogen hat.

Christoph Springer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Lokales "Hör auf zu schreien oder ich bring dich um!" - Wiederholungstäter wegen Vergewaltigung vor Gericht

Die Aussage "Der Täter kehrt immer an den Tatort zurück" stimmt zumindest im Fall von Rene M. Der 44-Jährige hat am 16. August dieses Jahres im Alaunpark eine Frau vergewaltigt.

11.12.2015

Bis die Alltagsdinge erledigt sind, ist es oft zu spät für einen gemächlichen Bummel über den Weihnachtsmarkt. An einem Abend im Advent öffnen die Stände des Striezelmarktes jedoch länger, nämlich zu den "Sternstunden".

11.12.2015

Im November 2013 sitzen 13 Leute im Umweltzentrum auf der Schützengasse zusammen. Seit langem wälzen sie Pläne für einen eigenen Beitrag zur Energiewende hin und her. Vor zwei Jahren fällt die Entscheidung: Sie gründen eine Genossenschaft, heute geht ihr erstes Windrad ans Netz.

11.12.2015
Anzeige