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Marwa-El-Sherbini-Stipendiatin Youmna Fouad will Vorurteile abbauen

Die Brückenbauerin Marwa-El-Sherbini-Stipendiatin Youmna Fouad will Vorurteile abbauen

Für Oberbürgermeister Dirk Hilbert ist sie „die neue Brückenbauerin zwischen den Kulturen“, Ministerin Petra Köpping hofft auf eine Mitstreiterin für Integration. Keine Frage, die Erwartungen an die neue Marwa-El-Sherbini-Stipendiatin Youmna Fouad sind groß. Sie selbst setzt unter anderem auf die Kraft des Essens.

Youmna Fouad mit Oberbürgermeister Dirk Hilbert und Integrationsministerin Petra Köpping

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Für Oberbürgermeister Dirk Hilbert ist sie „die neue Brückenbauerin zwischen den Kulturen“, Ministerin Petra Köpping hofft auf eine Mitstreiterin für Integration. Keine Frage, die Erwartungen an Youmna Fouad sind groß. Die Ägypterin ist die dritte Inhaberin des Marwa-El-Sherbini-Stipendiums für Weltoffenheit und Toleranz in Dresden. Sie selbst setzt unter anderem auf die Kraft des Essens.

Auf dem nächsten Stadtfest möchte sie ein „kulinarisches Miteinander“ initiieren, berichtet die Studentin, die seit fünfeinhalb Jahren in Dresden lebt. Bei Köstlichkeiten aus verschiedenen Ländern könnten Dresdner und Migranten miteinander ins Gespräch kommen. „In so einer Atmosphäre gibt es keine Konflikte“, hofft sie auf einen Rezeptaustausch und Küchentipps von Kultur zu Kultur.

„Große Fußstapfen“ für Stipendiatin

„Übers Essen streitet niemand, das sehe ich genauso“, sagt auch Oberbürgermeister Hilbert, der die Ideen der künftigen Stipendiatin lobte. Youmna Fouad trete in große Fußstapfen, so Hilbert und meint damit zum einen ihre beiden Vorgängerinnen im Stipendium und zum anderen Marwa El-Sherbini selbst. Die habe ihren Glauben und ihre Herkunft selbstbewusst gezeigt. Dieses Engagement erhoffe er sich jetzt auch von Fouad. „Kontakte knüpfen, Menschen zusammenbringen, das wird auch Ihre Aufgabe sein“, gab er ihr mit auf den Weg.

Die junge Mutter sagt selbst, dass sie Einheimische und Migranten zusammenbringen möchte, vor allem um Vorurteile durch Fakten abzubauen. Sie wolle den Dresdnern mehr über ihre Kultur beibringen, um die Integration zu fördern. Das gehe nur, wenn Migranten hier bleiben und nicht die Flucht aus Dresden ergreifen. „Dresden bleibt bunt, dafür braucht die Stadt auch viele Ausländer und Migranten“, sagt sie.

„Respektvoll miteinander umgehen“

Ja, es gebe hier Menschen, die beispielsweise Frauen mit Kopftuch ablehnen. Das seien aber nicht viele, ist sie sich sicher. „Dresden ist eine wunderbare Stadt“. Rassismus gebe es in jeder Gesellschaft. Dass es in Dresden vielleicht ein paar mehr seien, habe auch historische Hintergründe, sagt sie, ohne solche Denkmuster akzeptieren zu wollen. „Wir können unterschiedlich leben, aber respektvoll miteinander umgehen“, sagt die Studentin der Sprach- und Kulturwissenschaften sowie Europäische Sprachen an der TU.

Dass sie die erste Ägypterin ist, die das Marwa El-Sherbini-Stipendium bekommt, sei für sie eine besondere Ehre. Tatsächlich gibt es Verbindungen zu der 2009 in Dresden ermordeten Ägypterin. El-Sherbini habe zusammen mit ihrer Schwester in der Handball-Nationalmannschaft gespielt, erzählt Fouad. Deswegen sei ihr das Ziel des Stipendiums besonders wichtig.

Sie wolle für Marwa El-Sherbini und auch für ihren eigenen Sohn ein Zeichen gegen Ausländerhass und Rassismus setzen, sie wolle zeigen, dass es anders geht. „Dass wir alle Menschen sind, die miteinander respektvoll umgehen und friedlich miteinander leben, auch wenn wir unterschiedlichen Glaubens sind. Dafür bin ich jetzt da.“

Das Marwa El-Sherbini Stipendium

Das Marwa El-Sherbini Stipendium für Weltoffenheit und Toleranz wird seit 2011 jeweils für zwei Jahre ausgelobt. Vergeben wird es gemeinsam von der Landeshauptstadt Dresden und dem Freistaat Sachsen zum Gedenken an Marwa El-Sherbini, die 2009 hochschwanger im Dresdner Landgericht ermordet wurde. Das Stipendium ist mit monatlich 750 Euro dotiert.

Youmna Fouad ist inzwischen die dritte Stipendiatin. Sie studierte an der Ain Sams Universität in Kairo Germanistik im Hauptfach und Anglistik und Arabistik im Nebenfach. Seit 2012 lebt sie in Dresden und ist aktuell im Masterprogramm Sprach- und Kulturwissenschaften sowie Europäische Sprachen an der Technischen Universität Dresden eingeschrieben.

Sie engagiert sich unter anderem in der Studenten-Austauschorganisation AIESEC, bei CALM Dresden und dem Verein *Sowieso* Frauen für Frauen e. V. Beide Vereine helfen Flüchtlingen und Migranten, mit psychologischer Beratung bei seelischen Belastungen, sowie sozialer und rechtlicher Beratungen.

Sie übersetzt die Beratung simultan in Arabisch. Außerdem hält sie Vorträge an der Volkshochschule Dresden über die deutsche Kultur für Flüchtlinge und Migranten. Im Rahmen einer Schulung für die Sächsische Polizei informierte sie über die arabische Kultur und die Rolle der Frau im Islam.

Von Stephan Lohse

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