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Marsch des Lebens in Dresden: 100 Teilnehmer bei Holocaust-Gedenken

Demo in Dresden Marsch des Lebens in Dresden: 100 Teilnehmer bei Holocaust-Gedenken

Knapp 100 Dresdner haben sich am Mittwochnachmittag dem „Marsch des Lebens“ durch die Dresdner Altstadt angeschlossen. Die Veranstaltung des gleichnamigen Vereines mit Unterstützung der jüdischen Gemeinde Dresden schließt sich dem jüdischen Gedenken Jom HaShoa an den Holocaust an.

Knapp 100 Dresdner haben sich am Mittwochnachmittag dem „Marsch des Lebens“ durch die Dresdner Altstadt angeschlossen.

Quelle: S. Lohse

Dresden. Knapp 100 Dresdner haben sich am Mittwochnachmittag dem „Marsch des Lebens“ durch die Dresdner Altstadt angeschlossen. Die Veranstaltung des gleichnamigen Vereines mit Unterstützung der jüdischen Gemeinde Dresden schließt sich dem jüdischen Gedenken Jom HaShoa an den Holocaust an, das am Montag begangen wurde. Anschließend luden Verein und jüdische Gemeinde noch zu einer Gedenkveranstaltung im Lichthof des Johaneums.

 Man wolle sich eins machen mit dem jüdischen Gedenken, erklärte Organisator Stefan Haas. Der Marsch solle zum einen an den Holocaust erinnern, zum anderen aber zu Begegnung und Versöhnung beitragen. „Wir stellen uns öffentlich gegen jede Form von Antisemitismus, Rassismus und Israelhass“, sagte Haas. „Wir stärken und wir brauchen jüdisches Leben in Dresden und Sachsen.“

Knapp 100 Dresdner haben sich am Mittwochnachmittag dem „Marsch des Lebens“ durch die Dresdner Altstadt angeschlossen. Die Veranstaltung des gleichnamigen Vereines mit Unterstützung der jüdischen Gemeinde Dresden schließt sich dem jüdischen Gedenken Jom HaShoa an den Holocaust an.

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Emotionaler Höhepunkt waren dabei die Schilderungen von Ruth Steinfeld. Nach dem Lauf vom Altmarkt über Schlossplatz und Synagoge zum Johaneum ergriff die Überlebende des Holocaust das Wort. 1933 im heutigen Baden-Würtemberg geboren, wurde Steinfeld mit ihrer Familie 1940 in ein KZ nach Frankreich deportiert. Dort holten Widerstandskämpfer sie und ihre Schwester aus dem Lager. Steinfelds Eltern jedoch starben 1942 in Auschwitz. Erst 1981 erfuhr sie von deren Schicksal.

Nie wieder habe sie nach Deutschland kommen wollen, berichtet die in den USA lebende Seniorin, nie wieder habe sie deutsch sprechen wollen. Erst als sie in der Gedenkstätte Yad Vashem das Grab für 1,5 Millionen ermordete Kinder sah, entschloss sie sich, denen eine Stimme zu geben, die keine mehr haben. So kehrte sie in ihren Heimatort zurück. Und in ihrer einstigen Wohnung weinte sie gemeinsam mit der heutigen Bewohnerin. Und „ich kann es noch“ zeigte sie, dass sie die deutsche Sprache trotz allem nicht ganz verlernt hat.

„Es gibt kaum eine jüdische Familie, in der es keine Opfer gab“, mahnt Stefan Haas, sagt aber auch: Es gab nahezu keine deutsche Familie ohne Täter. „Die Namen der Täter sind unsere Namen.“ Drei Mitglieder des Vereines „Marsch des Lebens“ berichteten dann auch, welche Gräuel von Mitgliedern ihrer Familie begangen wurden. Teils mit Tränen in den Augen baten sie Ruth Steinfeld um Entschuldigung. „Das Deutsche sagen, es tut mir leid, gibt mir Hoffnung auf Frieden“, sagte die Seniorin. „Wir haben den Auftrag zur Versöhnung“, erklärte auch der Dresdner Pfarrer Michael Schubert. „Neue Hoffnung, neues Leben, neues Glück“, fasste er zusammen.

S. Lohse

16.08.2017 - 17:02 Uhr

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