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Lokales March for Science: 2000 Dresdner setzen sich für freie Wissenschaft ein
Dresden Lokales March for Science: 2000 Dresdner setzen sich für freie Wissenschaft ein
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08:42 12.04.2018
Knapp 2000 Dresdner demonstrierten beim „March of Science“ für die Freiheit der Wissenschaft Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

„Wer nichts weiß, muss alles glauben“ beginnt der Dresdner Wissenschaftsjournalist und -blogger („Plazeboalarm“) Marcus Anhäuser seine Rede. Er ist einer von fünf Vortragenden, die sich am frühen Samstagnachmittag auf die Bühne vor dem Dresdner Theaterplatz für die Freiheit der Wissenschaft und der Forschung in unserer Gesellschaft ausgesprochen haben.

Beim „March for Science“ soll neben der Wissenschaft auch die Bedeutung von Fakten deutlich werden. Gemeinsam mit knapp 2000 Demonstranten wollen die Veranstalter der Technischen Universität Dresden, des Studentenrates und des Forschungsverbandes Dresden Concept gegen alternative Fakten und sogenannte Fake News protestieren.

„Für Wissenschaft und Demokratie“ lautete am frühen Samstagnachmittag das Motto von knapp 2000 Dresdnern, die sich zur Eröffnungskundgebung des „March of Science“ auf dem Dresdner Theaterplatz versammelt hatten. Die DNN zeigen erste Eindrücke der Demonstration.

Besonders in einer Zeit, in der nahezu jeder über soziale Medien seine eigenen Fakten verbreiten kann, sei es notwendig, die Diskussionskultur in der Gesellschaft anzuregen, erklärt Michael Kobel, Direktor des Institutes für Kern- und Teilchenphysik und Teil des Organisationsteams: „Die wissenschaftliche Methode des Hinterfragens ist dabei wahnsinnig wichtig. Es muss immer klar sein, wo der Unterschied zwischen gesicherten Fakten und Vermutungen, ja sogar Unwahrheiten liegt.“

Auch Pia Hönscheid, Doktorantin am Uniklinikum Dresden und, wie sie sich selbst bezeichnet, „Wissenschaftlerin aus Überzeugung“ weiß um die Bedrohung sogenannter Fake News auf den Ruf eines Wissenschaftlers. „Ich habe nicht nur eine Verantwortung an die Gesellschaft, sondern auch an meinen Beruf. Es gibt keine alternativen Fakten, die nach Lust und Laune verbreitet werden können, wie es AfD und Trump gerade passt“, so die Biologin. Die wertvolle Regel, Dinge ständig zu hinterfragen, zu prüfen und kritisch zu betrachten, solle auch über den Wissenschaftsberuf hinaus zum Anspruch werden: „In einer Demokratie müssen alle Verantwortung übernehmen. Das heißt auch, dass wir im Alltag zwischen Wahrheit und Unwahrheit differenzieren müssen“.

Hans Müller-Steinhagen, Rektor der TU Dresden, setzte sich in seiner Rede für die Internationalität der Wissenschaft ein. Er sei stolz darauf, mehr als 5000 Studenten aus verschiedenen Nationen an der TU Dresden zu vereinen: „Diversität bringt zukunftsweisende Ideen“. Insgesamt wolle er die Veranstaltung dafür nutzen, um die Wissenschaft und ihren hohen Stellenwert in der Gesellschaft zu feiern.

Nachdem der Demonstrationszug erst durch die Dresdner Innenstadt und anschließend über die Carolabrücke auf der anderen Elbseite angekommen war, fand an der Staatskanzlei die Abschlusskundgebung mit einer Rede von Eva-Maria Stange statt. Sachsens Wissenschaftsministerin sprach sich dabei ebenfalls für Vertrauen in die Forschung und Freiheit der Wissenschaft aus. Wissenschaft dürfe demnach nicht weg- oder eingesperrt werden, sagte die SPD-Politikerin und erwähnte dabei ausdrücklich die Türkei und Ungarn. Sie appellierte zudem, wissenschaftliche Diskussionen friedlich zu führen.

Michael Kobel zeigte sich am Ende der Veranstaltung beeindruckt vom Engagement der Dresdner: „Ich finde es toll, dass nicht nur Wissenschaftler, sondern auch Schüler, Studenten und viele weitere Interessierte offensichtlich das gleiche Ziel verfolgen. Ich bin absolut glücklich mit dem Verlauf der Veranstaltung und hoffe, wir konnten die Menschen animieren, weiterhin neugierig zu bleiben und Dinge nicht einfach hinzunehmen.“

Der „March for Science“ ist ein weltweiter Aktionstag. Nach Angaben der Organisatoren finden in Deutschland am Samstag an über 20 Standorten Demonstrationen und Kundgebungen zu dem Thema statt, weltweit soll es rund 500 Veranstaltungen geben.

Von jbü / luc

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