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Manuela Möser ist Dresdens Neustadtkümmerin

Quartiersmanagement Manuela Möser ist Dresdens Neustadtkümmerin

Manuela Möser ist die neue Neustadtkümmererin. Wie eine Quartiersmanagerin soll sich die 38-Jährige um das Szeneviertel kümmern. Die Diplom-Psychologin wird gebraucht, auch wenn sich der Stadtteil am liebsten um sich selbst kümmern will.

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Neustadtkümmerin Manuela Möser bietet zwei Mal in der Woche Gesprächszeiten in einem Container an der Louisenstraße an.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Manuela Möser ist die neue Neustadtkümmererin. Wie eine Quartiersmanagerin soll sich die 38-Jährige um das Szeneviertel kümmern, nur dass sie weniger lokale Unternehmen sondern mehr Initiativen und Einwohneraktive im Blick haben muss, wie ihr Chef, Ortsamtsleiter André Barth sagt. Die Neustadt habe ihre eigenen Wege, mit Problemen umzugehen, führt er aus, die neue Neustadtkümmerin sei nur einer davon. Gefordert wurde die Stadtteilverantwortliche vor einem Jahr auf einer Einwohnerversammlung in der Scheune.

Damals ging es vorrangig um die Themen Ordnung und Sicherheit und das ist es auch, was die in Pieschen lebende Möser, die vor Jahren auch mal Neustadtbewohnerin war, in der Hauptsache beschäftigen wird. Zum Einen wird sie eine Reihe von bestehenden Initiativen pflegen müssen, etwa ihren Sitz in der AG Ordnung und Sicherheit einnehmen oder bestehende Kooperationen mit der Flüchtlingsunterkunft an der Katharinenstraße ausbauen. Andere soll sie festigen. So werden dienstags, 15 bis 18 Uhr, und freitags, 15 bis 20 Uhr, feste Sprechzeiten im Container an der Louisenstraße 32 angeboten. In dem Raum werden auch Bürgerpolizisten und Scheunenvorplatzmanager Olaf Hornuf Platz nehmen. Mit beiden soll Möser eng zusammenarbeiten. Außerdem soll sie, nachdem in einigen Wochen eine Vorstellungsphase absolviert ist und der Treff an der Louisenstraße als Außenbüro des Ortsamts etabliert ist, auch neue Angebote entwickeln.

Braucht die Neustadt eine "Kümmerin?"

Ist die Stelle nötig oder rausgeworfenes Geld?

Dass das nur mit den Neustädtern geht, machen die Viertelbewohner derzeit mit allen Kräften deutlich. So rümpft Neustadturgestein Ulla Wacker über den Begriff „Kümmerin“ die Nase, so wie sie im Übrigen auch nicht von Problemen im Viertel sprechen möchte. Vielmehr handele es sich um in der Neustadt eben besonders deutlich hervortretende Erscheinungsformen urbanen Lebens. Gleichwohl denke sie seit zwei Jahren über den Wegzug nach, gerade wenn die Jugend die Beschallung im Hof dauerhaft im Maximalbereich einpegelt.

Die Neustadt möchte nicht, dass man sich um sie kümmert. „Neustädter Amtsstube“ stand bis Sonntag noch auf dem Container an der Louisenstraße. „Kümmert sich selbst“ wurde in der Nacht zu Montag drüber gesprayt. Mit Möser hat die Stadt deswegen unter 22 Bewerbern eine erprobte Konfliktmanagerin für eine 40-Stunden-Woche ausgewählt. Jahrelang hat sie mit Arbeitslosen gearbeitet, zuletzt war sie Teamleiterin in einer Asylbewerberunterkunft an der Fritz-Reuter-Straße. Es wird auf ihre Fingerspitzengefühl ankommen, wenn sie die Bedürfnisse unterschiedlicher Initiativgruppen unter einen Hut bringen und sich nebenbei die Sorgen des einfachen Neustädters anhören soll. Was die ledige 38-Jährige nicht ist, stellt Barth darauf angesprochen in aller Deutlichkeit fest: Sie ist keine BRN-Organisatorin. Wenn sich Inselverantwortliche finden, stehe sie als Ansprechpartnerin bereit, einzelne Angebote bündeln werde sie nicht. „Da müssen sich die Neustädter kümmern“, sagt Ortsamtsleiter Barth.

Von Uwe Hofmann

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