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Lokales Maibaumsetzen eröffnet Dresdner Frühjahrsmarkt
Dresden Lokales Maibaumsetzen eröffnet Dresdner Frühjahrsmarkt
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07:46 30.04.2018
Mit Präzision, Muskelkraft und einer ausgetüftelten Technik hievten die Zimmerleute den geschmückten Stamm in die Senkrechte. Quelle: Anja Schneider
Dresden

 Punkt 11.53 Uhr stand er aufrecht, der Maibaum auf dem Dresdner Altmarkt, und signalisierte: Der Frühjahrsmarkt ist offiziell eröffnet. Rund 40 Zimmerleute hatten eine knappe Stunde gebraucht, um den 800-Kilo-Koloss in die Senkrechte zu bugsieren – ohne technische Hilfsmittel wohlgemerkt, sondern nur mit viel Präzision und Muskelkraft. Ob auch „Manneskraft“ im Spiel war, wie es der Moderator bezeichnete, ließ sich nicht erkennen, und außerdem war unter den Handwerkern auch eine starke Frau.

Impressionen vom zünftigen Maibaumsetzen der Dresdner Zimmererinnung und dem Bändertanz rund um den Baum.

„So, vorwärts, Richtung Boom!“

Mit bis zu zehn Meter langen Hebestangen hievten die Zimmerleute den 17 Meter langen Fichtenstamm in die Höhe. Unter den Augen Hunderter Zuschauer koordinierte Ralf Lepski, stellvertretender Obermeister der Zimmerer-Innung Dresden, das Aufrichten des Baumes, der einst in der Dresdner Heide nahe der Hofewiese gestanden hatte. Lepski achtete mit Argusaugen darauf, dass der Baum nicht in Schieflage geriet. „Lasst mal bei euch bissel locker! Und die andere Stange bissel schieben!“ Für die Zimmerleute gehört es zur Traditionspflege, beim Maibaumsetzen dabeizusein. Entsprechend zünftig feierten sie die vollbrachte Arbeit anschließend mit dem Zimmermannsklatsch und einem Humpen Bier.

Dörfliche Tradition in der Stadt

Auch der Bändertanz um den Maibaum durfte bei der Zeremonie nicht fehlen. Zimmerer, Mitglieder des Folkloreensembles „Thea Maass“ der TU Dresden und internationale Nachwuchswissenschaftler aus 20 Ländern wickelten tanzend bunte Bänder zu einem kunstvollen Muster um den Stamm. „Dass hier Handwerker und Wissenschaftler bei einer vorchristlichen Tradition zusammenkommen, ist ein Symbol“, erläutert Gabriele Feyler, die sich beim Dual Career Service der TU Dresden um ausländische Forscher und ihre Familien kümmert. Vor allem die Frauen und Kinder sollen sich in Dresden einleben, die Sprache lernen und Freunde finden. „Beim Tanz um den Maibaum können sie den Dresdnern eine in der Stadt fast vergessene Tradition zurückschenken“, so die Sozialpädagogin. In sechs Übungseinheiten lehrt Tanzpädagogin Maud Butter vom „Thea-Maass-Ensemble“ den jungen Akademikern die Grundschritte des Bändertanzes. „Das braucht viel Geduld und Motivation“, so Gabriele Feyler.

Beim Dresdner Frühjahrsmarkt bieten noch bis zum 21. Mai mehr als 80 Händler ihre Waren an. Täglich zwischen 10 und 19 Uhr gibt es frische Backwaren, Obst und Gemüse sowie andere Naturprodukte. Auch kleine Bier- und Weingärten fehlen nicht. Kinder können sich beim Riesenradfahren, auf dem Karussell oder einer Mini-Eisenbahn vergnügen.

Wenn am Abend des 22. Mai die bunten Bänder wieder vom Maibaum „abgetanzt“ werden, sind alle Marktbesucher eingeladen mitzutanzen. Auch Gabriele Feyler und ihre internationalen Forscher sind dann wieder mit von der Partie.

Von ttr

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