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Maden, Schimmel und Keime – Dresdens Ekel-Bilanz

Sicherheit bei Lebensmitteln Maden, Schimmel und Keime – Dresdens Ekel-Bilanz

Das Lebensmittelüberwachungsamt hat 2017 in etwa 4000 Betrieben mehr als 8000 Kontrollen durchgeführt. In einigen Fällen mussten die Mitarbeiter der Behörde konsequent durchgreifen.

Das stößt nicht nur den Lebensmittelkontrolleuren sauer auf: In dieser Fritteuse eines Dresdner Imbissstandes waren bis zur Überprüfung durch die Experten von der Behörde noch Pommes zubereitet worden.

Quelle: Lebensmittelüberwachungsamt

Dresden. Eine Katze am Zapfhahn, Kippen neben der Salatzubereitung, Kekse voller Maden – zuweilen können auch die Fachleute von der Lebensmittelüberwachung nur mit dem Kopf schütteln. Immer wieder decken die Mitarbeiter der Behörde in Dresden kleine und große Schlampereien in Gaststätten, Geschäften oder bei Großhändlern auf. In fast 100 Betrieben gab es 2017 etwas zu beanstanden.

Auf der Liste der Lebensmittel- und Hygienewächter stehen fast 6500 Adressen, darunter viele Supermärkte, Bäcker, Fleischer, Gemüseläden, Restaurants und Bistros – aber auch größere Lebensmittelhersteller, Bauern oder Schlachter. Etwa 4000 von ihnen erhielten vergangenes Jahr mindestens einmal Besuch von den Fachleuten. Insgesamt brachten es die 35 Mitarbeiter auf 8228 Kontrollen. Die Lebensmittelüberwachung, so sagt der zuständige Bürgermeister Detlef Sittel (CDU), geschehe auf hohem Niveau: „Regelmäßige Kontrollen geben Sicherheit, verhindern Missbrauch und bieten Schutz vor Täuschung und Irreführung des Verbrauchers.“

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Die Dresdner Lebensmittelüberwachung führt täglich fast zwei Dutzend Kontrollen durch. Immer wieder stoßen die Fachleute dabei auf kleine und große Schweinereien.

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Einzelhandel und Gastronomie im Fokus

Besonders im Fokus stehen der Einzelhandel und die Gastronomie. Den Angaben zufolge betreffen mehr als 90 Prozent der Kontrollen Kneipen, Hotels, Bäckereien, Fleischerfilialen oder Händler auf Märkten. Für die meisten dieser Betriebe sehen die gesetzlichen Spielregeln zwei bis vier Kontrollen im Jahr vor. Von den 4000 kontrollierten Betrieben gehörten 3600 zum Einzelhandel, der Gastronomie und der Dienstleistungsbranche.

Angesichts der engmaschigen Überwachung fällt die Bilanz vergleichsweise positiv aus: Nur 94 kontrollierte Betriebe fielen negativ auf – 33 weniger als 2016. „Das ist tatsächlich sehr gering“, sagt Lillian Raffelt, Chefin der Abteilung Lebensmittelüberwachung. In über zwei Drittel der Fälle waren Gastronomen und Dienstleister betroffen. Die restlichen Probleme gab es zumeist im Einzelhandel. Die Anzahl der Verstöße bei den kleinen und großen Lebensmittelherstellern lässt sich unterdessen an beiden Händen abzählen.

2200 Proben aus 810 Betrieben

Die Mitarbeiter schauen genau hin bei Hygiene und Sauberkeit – und nehmen öfter auch Proben mit. Die insgesamt 2200 Proben aus 810 Betrieben brachten knapp 400 Beanstandungen ans Licht. Hinter vier von fünf Verstößen stecken Mängel bei der Kennzeichnung von Produkten. Zugleich deckten die Prüfer so aber auch Verunreinigungen, teils mit gefährlichen Keimen wie Salmonellen, auf.

Mitunter wird es auch so richtig eklig. Im vergangenen Jahr brachten Dresdner Kekse von einem Bäcker direkt im Amt vorbei, in denen sich auf der Schokocreme Maden tummelten. In solchen Fällen fackelt das Amt nicht lange. „Eine Mitarbeiterin von uns ist sofort hingefahren“, sagt Raffelt. Ansonsten handelt es sich bei den Kontrollen oft um angemeldete Besuche. Doch bei fast 1000 tauchten die Mitarbeiter jedoch ohne vorherige Ankündigung auf. Dahinter stecken eben jene Beschwerden wie im Fall der mit Maden bestückten Kekse. „Wir gehen jeder Anzeige von Bürgern nach“, versichert die Abteilungsleiterin.

45 Bußgeldbescheide gingen 2017 raus

Bei vielen kleinen Vergehen bleibt es bei Ermahnungen. Allerdings kann das Amt auch hart durchgreifen. 2017 gingen 45 Bußgeldbescheide raus – in zwei Fällen stellten die Mitarbeiter Strafanzeigen. In einem Fall war ein Kosmetikprodukt mit irreführender Werbung versehen worden. Die andere Anzeige war die Folge der wiederholten Überschreitung des Verbrauchsdatums. Zugleich machten die Mitarbeiter aber auch, zumindest vorübergehend, eine Gaststätte und vier weitere Imbissangebote dicht – weil es gravierende Mängel bei der Sauberkeit und Ordnung geben hat, wie Lebensmittelüberwacherin Raffelt erklärt.

Im Visier hatten die Lebensmittelkontrolleure im vergangenen Jahr aber auch Märkte, Messen und Volksfeste. Dort checkten die Experten in fast 2000 Kontrollen unter anderem die bauliche Ausstattung, Ordnung und Sauberkeit sowie die Bereitstellung von Wasser zum Händewaschen. Zudem hatten die Mitarbeiter ein Auge darauf, dass alle Allergene und Zusatzstoffe ordentlich gekennzeichnet sind. Richtig zu tun hatten die Prüfer auf den Weihnachtsmärkten. Fast 460 Tests auf 14 Märkten stehen in der Bilanz der Behörde, teilweise wurden dort sogar Proben von Glühwein und Bier genommen. Vor allem auf dem Striezelmarkt zeigte das Amt Präsenz, hatte in Spitzenzeiten bis zu vier Teams mit jeweils zwei Prüfern auf einmal im Einsatz. Beanstandungen gab es keine. „Die Händler wissen inzwischen, worauf es ankommt“, erklärt Raffelt.

Unmut wegen Wartezeit

Verständnis fehlt indes mitunter bei einigen Besuchern der Märkte oder von anderen großen Veranstaltungen. Zum Teil, so erklären die Verantwortlichen, regt sich tatsächlich Unmut, weil es in der Schlange wegen einer Kontrolle für einige Zeit nicht vorwärts geht. Auch in diesen Fällen müssten sich die Mitarbeiter dann durchsetzen.

Von Sebastian Kositz

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