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Lokales Linke werfen AfD „Menschenverachtung“ vor
Dresden Lokales Linke werfen AfD „Menschenverachtung“ vor
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21:10 20.09.2018
Am Leutewitzer Ring soll 2019 das Gymnasium Gorbitz öffnen. Quelle: Archiv
Dresden

Linke-Stadtrat Jens Matthis platzte der Kragen. „Es ist ungeheuerlich, wenn in diesem Haus jemand sagt, dass es in Stadtteilen mit hoher Arbeitslosigkeit kein Gymnasium braucht. Das ist eine menschenverachtende Linie. Hoffentlich sagen sie das den Menschen auch im Wahlkampf“, erklärte Matthis, der auch Stadtvorsitzender der Linken ist. In der Tat hatte AfD-Stadtrat Stefan Vogel dem Stadtteil Gorbitz den Bedarf für ein Gymnasium abgesprochen.

„Die Kommunisten drehen einem seit 60 Jahren das Wort im Mund herum“, entgegnete Vogel. Er habe nur gesagt, dass es keinen Sinn mache, Schüler aus anderen Stadtteilen nach Gorbitz umzulenken. Grünen-Stadtrat Johannes Lichdi entgegnete, Vogel habe sich in ungeheuerlicher und arroganter Weise über Gobritz geäußert. „Gymnasien sind Instrument einer Stadtentwicklungspolitik. Wir wollen gleiche Chancen für alle Bürger.“

2005 hat der Stadtrat das Johann-Andreas-Schubert-Gymnasium am Leutewitzer Ring in Gorbitz geschlossen. 2019 wird am gleichen Standort das Gymnasium Gorbitz seine Pforten öffnen. „Wir wollen den Bildungserfolg von der sozialen Herkunft entkoppeln“, erklärte Linke-Bildungspolitikerin Anja Apel. SPD-Fraktionsvorsitzende Dana Frohwieser sagte: „Wir korrigieren eine kurzsichtige Entscheidung. Gymnasien gehören in alle Stadtteile.“ Bildungschancen dürften nicht von der Postleitzahl abhängen, so die Sozialdemokratin.

CDU-Bildungspolitikerin Heike Ahnert kritisierte die Standortentscheidung. „Mit den gleichen Argumenten müssten wir auch ein Gymnasium in Prohlis gründen“, erklärte sie. Der Stadtrat hatte zwar schon 2015 die Gründung eines Gymnasiums Prohlis beschlossen, doch diese Pläne scheiterten, weil viel zu wenig Eltern ihre Kinder in Prohlis anmeldeten. Der Leutewitzer Ring sei der falsche Standort für ein Gymnasium, so Ahnert, richtigerweise müsse die neue Schule an der Freiberger Straße auf dem Geände des ehemaligen Kohlebahnhofs errichtet werden.

Mit 41 Ja-Stimmen beschloss der Stadtrat die Gründung des Gymnasiums Gorbitz, auch zwei AfD-Stadträte stimmten dafür. Mehrheitlich wurde auch der Umzug des Berufsschulzentrums für Wirtschaft von Gorbitz in einen Neubau an der Boxberger Straße beschlossen. An der Bodenbacher Straße neben der Margon-Arena soll ein neues Gymnasium errichtet werden.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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