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Linke im Stadtrat gegen Zuschuss für Ski-Weltcup-Event in Dresden

Finanzen Linke im Stadtrat gegen Zuschuss für Ski-Weltcup-Event in Dresden

Die Initiatoren und die Verwaltung versprechen sich viel: Im kommenden Jahr soll ein Ski-Weltcup am Dresdner Elbufer ausgetragen werden. Die Befürworter stellen der Stadt einen erheblichen Werbeeffekt in Aussicht. Im Stadtrat regt sich Protest.

Die Linken im Stadtrat lehnen die finanzielle Förderung für den geplanten Ski-Weltcup am Dresdner Elbufer ab.
 

Quelle: Konzept Veranstalter

Dresden.  Die Linken im Stadtrat lehnen die finanzielle Förderung für den geplanten Ski-Weltcup am Dresdner Elbufer ab. „Nicht alles, was technisch möglich ist, muss man auch machen“, erklärte der Chef der Linken-Stadtratsfraktion André Schollbach am Mittwoch gegenüber DNN.

Nach den Plänen der privaten Initiatoren soll Dresden am 13. und 14. Januar 2018 Austragungsort des Ski-Weltcups sein. Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hatte dafür Ende Januar detaillierte Pläne des Veranstalters und der Stadt vorgelegt. Dazu hatte der Stadtrat den Verwaltungschef im Dezember aufgefordert und die vorgesehenen Ausgaben auf Eis gelegt.

Der Skilanglauf-Weltcup ist eine jährlich zwischen November und März an verschiedenen Standorten ausgetragene Wettkampfserie. Dresden soll ab 2018 dazugehören. Das haben sich die beiden Journalisten René Kindermann und Torsten Püschel ausgedacht, die aus dem MDR-Fernsehen bekannt sind. Sie sind die alleinigen Gesellschafter der City-Ski GmbH & Co. KG mit Sitz in Dresden, die als Veranstalter des FIS Ski-Weltcup Dresden auftritt.

Der Skilanglauf-Sprint soll im freien Stil (Skating) ausgetragen werden und garantiere „spannende, spektakuläre Rennen“, heißt es in der Beschlussvorlage aus dem Geschäftsbereich von Finanz- und Sportbürgermeister Peter Lames (SPD). Die Strecke entlang des Elbradwegs zwischen Carolabrücke und Japanischem Palais werde rund 750 Meter lang sein.

Der Internationale Skiverband (FIS) fällt seine Vergabeentscheidung immer für eine Saison nach einer Prüfung im Frühjahr. „Um die positiven Effekte für die Region voll zu nutzen, strebt der lokale Veranstalter einen Zeitraum der Durchführung von zunächst fünf aufeinander folgenden Jahren an“, teilte der Oberbürgermeister in der Vorlage dem Stadtrat mit. Der Gesamtetat der Veranstaltung werde mit etwa 1,2 Millionen Euro beziffert. Davon sollen je ein Viertel (300 000 Euro) durch die Förderung der Stadt und des Freistaates Sachsen aufgebracht werden. Weitere Einnahmen würden durch die FIS, über Sponsoren sowie über die Zuschauer (Tickets, Catering) erwartet. Das finanzielle Risiko liege beim Veranstalter, betont die Stadt.

 Für 2018 soll der Stadtrat zunächst über eine Förderung von 300 000 Euro entscheiden, 200 000 Euro kämen aus dem Etat des Sportstättenbetriebs und 100 000 aus dem Fonds des Oberbürgermeisters für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Jährlich sollte dann jeweils wieder über die weitere Förderung entschieden werden.

Die Veranstalter werben nicht nur mit einem „grünen“ Event durch Ökostrom-Nutzung und kurze Wege. Sie stellen auch einen erheblichen Werbeeffekt für die Stadt Dresden in Aussicht – nicht nur in vielen Ländern Europas, sondern auch in Asien, in den USA oder Kanada.

All dies kann die Linken aber nicht überzeugen. Fraktionschef André Schollbach hatte die Veranstaltung schon im Dezember als „Schnapsidee“ bezeichnet. An der Einschätzung hat sich bei ihm auch nichts geändert. Seine Fraktion steht dabei hinter ihm. „Die Linke wird das ablehnen.“ Dresden sei eine Kultur- und Kunststadt und sollte sich auch so präsentieren. Es gebe andere Orte, die bekannt sind für den Sport, insbesondere auch für den Wintersport. Der Weltcup sollte in Orten stattfinden, die entsprechende Tradition und Erfahrung hätten. In der Fraktion herrschen Zweifel am Nutzen für die Stadt. Der Effekt ist manchem Fraktionär nicht ausreichend nachgewiesen. Wer sich für das Sportereignis interessiere, dem sei die barocke Kulisse egal, heißt es.

Für Schollbach stellt sich die Frage, „wofür öffentliches Geld ausgegeben wird und ob es nicht an anderer Stelle besser aufgehoben ist“. Es gebe derzeit einen Trend zur Eventisierung. Hauptsache, es finde etwas statt. Nach dem Sinn werde kaum noch gefragt. Sollte der Veranstalter das Projekt selbst finanzieren, sei die Entscheidung darüber dann nicht mehr Sache des Stadtrats sondern der städtischen Genehmigungsbehörden. Zur Haltung der Kooperationspartner SPD und Grüne machte Schollbach keine Angaben. „Das wird sich im Laufe der weiteren Beratungen in den Ausschüssen zeigen“, erklärte der Linken-Fraktionschef.

Von Ingolf Pleil

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